Frauenanteil in MINT-Fächern differiert zwischen Studienanfängern und Professoren um 5,9 Prozent
Frauen sind in der Wissenschaft, insbesondere in den MINT-Fächern (Mathematik, Informatik, Naturwissenschaft, Technik) mit zunehmender Qualifikation unterrepräsentiert. Status-quo-Vergleiche, bei denen die gegenwärtigen Zahlen vom Studienanfänger bis zum Professor in Relation zueinander gesetzt werden, legen eine geschlechtsspezifische Ungleichbehandlung nahe.
30.09.2014 Pressemeldung Deutscher Hochschulverband (DHV)Retrospektive Verlaufsanalysen, die die Wissenschaftskarrieren von der Professur idealtypisiert zurückverfolgen, ergeben dagegen ein anderes Bild. Das zeigen Martina Schraudner, Leiterin des Bereichs "Responsible Research and Innovation" der Fraunhofer Gesellschaft, und ihre Mitarbeiterin Kathinka Best in der Oktober-Ausgabe der Zeitschrift "Forschung & Lehre". Sie haben die Karriereverläufe von 2010 berufenen MINT-Professorinnen und Professoren untersucht, die ihr Studium im Durchschnitt vor 17 Jahren, also im Jahr 1993, begonnen haben.
Die beiden Autorinnen kommen zu dem Ergebnis, dass der Frauenanteil bei MINT-Berufungen im Zeitraum 2009 bis 2011 lediglich 5,9 Prozent unter dem der MINT-Studienanfänger im Zeitraum von 1992 bis 1994 liege. Der größte Einbruch erfolge zwischen Promotion und Habilitation, wo auch viele Männer das Wissenschaftssystem verließen. Daraus folgern die beiden Autorinnen, dass der "Schlüssel zu mehr Chancengerechtigkeit" darin liege, "einem gut ausgebildeten Nachwuchs international konkurrenzfähige, attraktive Wissenschaftskarrieren zu bieten". Um mehr Frauen für die Wissenschaft zu gewinnen, sollten verstärkt planbare Karrieren mit mehr Sicherheiten etabliert werden. In diesem Sinne habe sich die Juniorprofessur bereits erfolgreich bewährt. Aus der retrospektiven Verlaufsanalyse gehe hervor, dass in den MINT-Fächern der vergleichsweise hohe Frauenanteil unter den Juniorprofessuren (30,1 Prozent) im Zeitraum 2009 bis 2011 dem Promovendinnenanteil der Jahre 2006-2008 (30,2 Prozent) en tspreche.
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Ein Plädoyer für mehr AufmerksamkeitForschung & Lehre 10/2014 erscheint am 30. September 2014. Auszüge der jeweils neuesten Ausgabe können Sie unter www.forschung-und-lehre.de lesen.
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