Lehrerverbände NRW

Gefährdung der Qualität universitärer Lehrerausbildung für Gymnasien, Gesamtschulen und Berufskollegs

Mit ungewöhnlich scharfen Worten verurteilen die Lehrerverbände LNRW (Philologen-Verband, Verband der Lehrerinnen und Lehrer an Wirtschaftsschulen und der Verband der Lehrerinnen und Lehrer an Berufskollegs) das Vorhaben der Landesregierung, künftig den Umfang des Lehramtsstudiums der einzelnen Fächer zugunsten von Anteilen zur Beschäftigung mit Fragen der Inklusion zu reduzieren.

16.06.2015 Pressemeldung Philologenverband NRW (PhV NRW)

Die Verbandsvorsitzenden Peter Silbernagel (PhV), Elke Vormfenne (vLw) und Wilhelm Schröder (vlbs) sehen darin einen Angriff auf die erforderliche Fachkompetenz der Lehrkräfte. Sie warnen vor einem Abbau der Qualität in der Lehrerausbildung. Es ist unvernünftig, die Lehrerausbildung immer breiter auszufächern und dies auf Kosten vertiefter wissenschaftlicher Ausbildung zu tun.

Wissenschaftliche Studien dokumentieren, dass nur solide fachwissenschaftlich ausgebildete Lehrkräfte auch die Chance besitzen, fachpraktische Herausforderungen schulischer Inklusion zu meistern. Der Umgang mit heterogenen Lerngruppen erfordert nicht weniger, sondern mehr fachwissenschaftliche Kompetenz! Angesichts eines an vielen Universitäten recht unterschiedlich strukturierten und stark von individuellen Gestaltungsmöglichkeiten abhängigen bildungswissenschaftlichen Begleitstudiums ist es nach Auffassung von LNRW unverantwortlich, die hohe fachwissenschaftliche Kompetenz in den Studienfächern an Gymnasien, Gesamtschulen und Berufskollegs zu gefährden.

Die Lehrerverbände stellen nicht infrage, dass pädagogische Fragen der Inklusion in der Lehrerausbildung zu thematisieren sind, allerdings kann dies nicht dadurch geschehen, dass zugleich die Bedeutung der Fachlichkeit reduziert wird. Es ist irrwitzig anzunehmen, dass ein bisher fünfjähriges Studium für Förderschullehrkräfte auch nur annähernd seriös und für die Praxis nutzbar im bildungswissenschaftlichen Teil des Studiums abgebildet werden kann.

Statt die 2. Ausbildungsphase im Referendariat von 24 Monaten auf 18 zu kürzen, sollten konsequenterweise zusätzliche pädagogische Herausforderungen zur Ausweitung der praktischen Lehrerausbildungsphase führen.

Die Lehrerverbände NRW kündigen ihren entschiedenen Widerstand gegen die Absenkung der fachwissenschaftlichen und fachdidaktischen Ansprüche in der universitären Lehrerausbildung an!


Mehr zum Thema


Schlagworte

Keine Kommentare vorhanden

Sie sind derzeit nicht angemeldet. Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich vorab bei uns registrieren. Alternativ können Sie sich über Ihren Facebook-Account anmelden.
Anmelden