Petition

Härtefallregelung für Psychologiestudenten

Der Petitionsausschuss hat in seiner öffentlichen Sitzung am Montag die Forderung nach Schaffung von Übergangsregelungen für Psychologiestudenten beraten.

25.06.2019 Bundesweit Pressemeldung Deutscher Bundestag
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Grundlage dafür war eine Petition der Psychologiestudentin Maria Heuring, die knapp 85.000 Unterstützer gefunden hat, und in der kritisiert wird, dass die aktuellen und zukünftigen Psychologiestudenten, sowie die derzeitigen Psychotherapeuten in Ausbildung (PiA) von den "begrüßenswerten Verbesserungen durch das Psychotherapeutenausbildungsreformgesetz" ausgeschlossen seien. "Wir fordern deshalb angemessene Übergangsregelungen für derzeitige Psychologiestudierende und PiA", sagte die in der Psychologie-Fachschaften-Konferenz (PsyFaKo) organisierte Studentin. Es gelte, die Ausbildungsmöglichkeiten der Studierenden zu sichern, indem ihnen ein Wechsel in das neue Ausbildungssystem ermöglicht werde.

Laut dem von der Bundesregierung geplanten Reformgesetz soll künftig die Approbation als Psychotherapeutin oder als Psychotherapeut nach einem fünfjährigen Universitätsstudium erteilt werden. Für den Zugang zum Versorgungssystem der gesetzlichen Krankenversicherung soll eine anschließende Weiterbildung notwendig sein.

Derzeitige Studenten profitierten von der Reform nicht im Geringsten, "denn nach einer knappen Übergangsfrist haben sie keine Möglichkeit mehr, Psychotherapeut zu werden, außer das Studium im neuen System von vorne zu beginnen", sagte Heuring. Das Reformgesetz erkenne keine Härtefallregelungen an, sodass sie im Falle von Krankheit, Familienplanung, der Pflege Angehöriger, beruflicher Nebentätigkeiten oder einer Promotion Schwierigkeiten bekämen, ihr Studium und ihre Ausbildung fristgerecht abzuschließen.

Die geplante Übergangszeit von zwölf Jahren für Studium und Ausbildung sei zu knapp berechnet, befand die die Petentin begleitende Studentin Katharina Janzen. Die Gründe, warum diese Zeit für viele nicht ausreichen werde, seien sehr vielfältig, sagte sie und plädierte für Härtefallregelungen.

Nach Auffassung des Bundesgesundheitsministeriums (BMG) ist die geplante Übergangszeit ausreichend, sagte Susanne Wald, Leiterin der Abteilung 3 für Gesundheitsschutz, Krankheitsbekämpfung und Biomedizin im BMG. Es müsse bedacht werden, dass Länder und Universitäten für die gesamte Zeitdauer parallele Systeme in der Ausbildung vorrätig haben müssten. Forderungen von Übergangszeiten bis zu 30 Jahren seien daher nicht umsetzbar.

Verbesserungen sind nach Ansicht der Petentin - abseits des Reformgesetzes - auch für die Psychotherapeuten in Ausbildung (PiA) nötig. Sie würden trotz eines abgeschlossenen Studiums während ihrer postgradualen Ausbildung zum Psychotherapeuten mit durchschnittlich 639 Euro im Monat bezahlt, "obwohl sie behandlungsrelevante Leistungen erbringen und meist voll in der Patientenversorgung eingesetzt sind", kritisierte Heuring. Zudem müssten sie ihre Ausbildungskosten, die zwischen 20.000 und 80.000 Euro lägen, selbst tragen und besäßen keinen arbeits- und sozialrechtlichen Status und somit keinen Anspruch auf Bezahlung, Urlaub oder Mutterschutz.

BMG-Abteilungsleiterin Wald sagte dazu, es sei diskutiert worden, ob man bei der Weiterbildung einen Teil der Behandlungshonorare, die die Weiterbildungseinrichtungen bekämen, an die Psychotherapeuten in Ausbildung weitergeben könne. In der Vergangenheit sei dies "auf freiwilliger Basis" erfolgt. "Die Frage ist, ob das ein Instrument sein kann, das durchgreift und den Interessen beider Seiten gerecht wird", sagte die Ministeriumsvertreterin. (hib/HAU)

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