Hamburgs technisch orientierte Hochschulen feiern 100 Jahre Ingenieurausbildung in Hamburg

"Willkommen in der Zukunft - werde Ingenieur/in": Unter diesem Motto begehen die technikorientierten Hamburger Hochschulen - die Hochschule für Angewandte Wissenschaften Hamburg (HAW Hamburg), die Technische Universität Hamburg-Harburg (TUHH) und die Helmut-Schmidt-Universität (HSU) - in diesem Jahr das 100-jährige Jubiläum ihrer ingenieurwissenschaftlichen Ausbildungsgeschichte.

31.05.2005 Hamburg Pressemeldung Behörde für Wissenschaft, Forschung und Gleichstellung Hansestadt Hamburg

Mit einem umfangreichen Programm wird das Jubiläum am 2. und 3. Juni 2005 begangen. Die Veranstaltungen sollen u.a. den Technikstandort Hamburg in den Blickpunkt rücken, Nachwuchs für den Ingenieurberuf gewinnen, das Image der Ingenieurinnen und Ingenieure und ihrer Ausbildungs- und Produktionsstätten in Hamburg verbessern und damit einen substantiellen Beitrag zur "Metropole des Wissens" leisten. Dazu gehört auch, dass sich Politik und Gesellschaft verstärkt mit der Technik identifizieren.

Das zweitägige Symposium "Willkommen in der Zukunft - Ingenieure aus Hamburg" reflektiert den aktuellen Ausbildungsstand der Ingenieurausbildung mit besonders attraktiven Ingenieurstudiengängen in Hamburg und präsentiert Hamburg als Standort innovativer HighTech-Unternehmen. Die begleitende Ausstellung "HighTech aus der Metropolregion Hamburg" stellt Unternehmen und ihre innovativen Produkte und Leistungen vor und zeigt, welche herausragenden und wichtigen Funktionen Ingenieurinnen und Ingenieure für den Wohlstand und die Entwicklung unserer Wirtschaft und Gesellschaft haben. Einen wichtigen Schwerpunkt bilden Aktionen zur Nachwuchswerbung, darunter die Nachwuchsbroschüre "Willkommen in der Zukunft - werde Ingenieur/in". Das umfangreiche Heft informiert über das Profil der modernen Ausbildung zum Ingenieur in Hamburg mit ihrem besonderen Anwendungs- und Forschungsbezug sowie über die in der Metropolregion angesiedelten Weltfirmen. Die Broschüre ist zu beziehen unter: info@ing100.de bzw. Telefon 040/ 428 75-8606.

Das Symposium schließt mit einem Festakt im Rathaus. Eine Feier in einem renommierten Hamburger Industrieunternehmen gehört ebenso dazu wie ein Jubiläumsmagazin, das würdig und informativ von der Historie in die Zukunft führt.
Die Anbindung an die Praxis war schon immer Grundsatz und Leitbild der Hamburger Ingenieurausbildung. Anders als in anderen deutschen Ländern, vor allem in Preußen - wie beispielsweise die technischen Hochschulen in Berlin-Charlottenburg (gegr. 1879), München (gegr. 1868) oder Karlsruhe (gegr. 1825) - war für Hamburg die enge Anlehnung an die Praxis bestimmend. Das bewiesen schon die Zugangsvoraussetzungen für die Schüler des Staatlichen Technikums, das am 1. April 1905 aus den vier bestehenden höheren Fachschulen, der Schule für Maschinenbau (gegründet 1893), der Schule für Schiffbau (gegr. 1895), der Schule für Elektrotechnik (gegr. 1896) und der Schule für Schiffsmaschinenbau (gegr. 1899) ausgegründet und zu einer neuen, selbständigen Einrichtung zusammengefasst wurde. Führende Hamburger Unternehmer wie beispielsweise der Gründer der gleichnamigen Werft, Hermann Blohm, gehörten zum Beraterstab des Technikums, das über die Entwicklung der Schule mitentscheiden konnte; das entsprach dem hamburgischen Verständnis stadtstaatlicher Verwaltung.

Wiederum am 1. April 1970 wurde die aus dem Staatlichen Technikum hervorgegangene Ingenieurschule mit anderen Bildungseinrichtungen zur Fachhochschule Hamburg zusammen­geschlossen, heute die Hochschule für Angewandte Wissenschaften Hamburg. In der reformfreudigen Zeit der 1970er Jahre begann die Geschichte der Technischen Universität Hamburg-Harburg. Sie wurde 1978 mit dem Ziel gegründet, die technisch-wissenschaftliche Kompetenz der Region Hamburg Süd zu stärken. Als Ergebnis einer Reformdiskussion über die veränderte Stellung der Bundeswehr in der demokratischen Gesellschaft entstand 1973 die Universität der Bundeswehr Hamburg, heute Helmut Schmidt Universität. Ihre Aufgabe war und ist es, den Offizieranwärtern eine fachlich anspruchsvolle Ausbildung zu bieten, damit die Attraktivität des Offizierberufes zu erhöhen und ihren Absolventen den späteren Übergang in einen zivilen Beruf zu erleichtern.

Wissenschafts-Staatsrat Dr. Roland Salchow: "Die Metropolregion Hamburg verdankt einen Gutteil ihres Wohlstands dem Erfindungsreichtum und den Leistungen von Ingenieuren, beispielsweise durch technische Werke wie den Elbtunnel, den Containerterminal Altenwerder und den A 380. Hamburgs technisch orientierte Hochschulen leisten einen wichtigen Beitrag zur Weiterentwicklung des Standorts, denn brauchen wir mehr Ingenieure und besonders Ingenieurinnen. Die notwendige und sinnvolle Zusammenarbeit zwischen Hochschulen und Praxis funktioniert dabei in Hamburg hervorragend."

Prof. Dr. Michael Stawicki, Präsident der HAW Hamburg: ".Die konsequent praxisorientierte Ausbildung an der HAW Hamburg knüpft an die besten Ideen an, die schon vor hundert Jahren die Gründung des staatlichen Technikums inspirierten: enge Anlehnung an die Arbeitswirklichkeit. Diese Praxisorientierung auf wissenschaftlicher Basis, ergänzt inzwischen um starke Forschungsaktivitäten, macht heute unser Profil aus; das einer Hochschule, die von ihren ingenieurwissenschaftlichen Studiengängen maßgeblich geprägt ist. Wir sind stolz auf diese ingenieurwissenschaftliche Tradition der Hochschule."

Prof. Dr.-Ing. Edwin Kreuzer, Präsident der TUHH: "Die grundlagenorientierte, anwendungs­bezogene Lehre und Forschung, wie sie an der TUHH praktiziert werden, sind heute die entscheidenden Voraussetzungen für Innovationen in allen Wirtschaftssektoren. Forschung und Entwicklung gelten als Bereiche mit den höchsten Wachstumspotenzialen. Deshalb auch finden unsere Absolventinnen und Absolventen weltweit ihren Arbeitsplatz. Ingenieure werden gebraucht, um im globalen Wettbewerb wissenschaftlich zu arbeiten, neue Tech­nologien zu entwickeln und unseren wichtigsten Rohstoff zu exportieren: das Wissen."

Prof. Dr.-Ing. Hans Christoph Zeidler, Präsident der HSU: "Der besondere Reiz der Helmut-Schmidt-Universität liegt in der Mischung von geistes-, gesellschafts- und technikwissen­schaft­lichen Studienrichtungen. Dies schlägt sich auch in den angebotenen ingenieur­wissenschaftlichen Studiengängen nieder, so dass unsere Studentinnen und Studenten nicht nur fachspezifische Kenntnisse erwerben, sondern darüber hinaus vielfältige Möglichkeiten zur Erweiterung ihrer Kompetenzen haben. Die fachübergreifenden Studienanteile vermitteln Schlüsselqualifikationen, die nicht nur während der Dienstzeit bei der Bundeswehr, sondern vor allem auch darüber hinaus in zivilen Tätigkeitsfeldern gefordert sind."

Dipl.-Ing. Karl-Heinz Kolbe, erster Vorsitzender der VDI Landesvertretung Hamburg: "Im Laufe eines jeden Jahres unterstützt die VDI Landesvertretung Hamburg den talentierten Ingenieurnachwuchs der Freien und Hansestadt Hamburg. Regelmäßig werden VDI-Sonderpreise an Gewinner von naturwissenschaftlich-technischen Wettbewerben vom VDI (Verein Deutscher Ingenieure) vergeben. Aber auch bei zahlreichen anderen Aktivitäten ist der VDI als Juror, Organisator oder Sonderpreisgeber mit dabei. Ansprechpartner für Politik und Verwaltung sind die VDI Landesvertretung Hamburg sowie die Bezirksgruppe Lüneburg mit ihren rund 5.000 Mitgliedern."

Prof. Dr. Jürgen Dankert, Department Maschinenbau und Produktion der HAW Hamburg: "Maximal zwei U-Bahn-Haltestellen bis zur nächsten Weltfirma, bis zu einem technologischen führenden Unternehmen in der unserer Stadt, haben Studenten und Wissenschaftler in Hamburg zurückzulegen. So wird die Praxisverbindung gelebt, die den zukünftigen Ingenieuren nicht nur modernste fachliche Ausbildung sichert, sondern sie auch in Kommunikation, Präsentation, Teamwork und anderen wichtigen Themen fordert und zu Persönlichkeiten formt."

Im Internet:

www.ing100.de


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