HCU-Neubau wird nicht teurer als geplant
In einem Artikel des Hamburger Abendblattes von heute wird behauptet, dass sich die Baukosten für die HafenCity Universität Hamburg (HCU) mehr als verdoppeln und statt mit 37 Mio. nun mit 85 Mio. kalkuliert werde.
23.03.2009 Pressemeldung Behörde für Wissenschaft, Forschung und Gleichstellung Hansestadt HamburgHierzu stellt die Behörde für Wissenschaft und Forschung richtig:
Die Gesamtinvestitionskosten inklusive Ersteinrichtungskosten für den HCU-Neubau liegen bei 65,7 Mio. Euro. Die im Artikel genannte Summe von 37 Mio. stellt einen Richtwert für den sogenannten "Architektenwettbewerb" dar. Darin enthalten sind Kostengruppen, die für den Architektenwettbewerb von Bedeutung waren, nicht aber Kostengruppen, die unabhängig vom Wettbewerb anfallen, wie. z.B. Kosten für die Ersteinrichtung oder Baunebenkosten. In der Kostenprognose von 2006 betrug das Gesamtinvestitionsvolumen 55 Mio Euro. In der Kostenprognose 2008, die Grundlage für derzeitige Erstellung der Drucksache ist, ergibt sich ein Gesamtinvestitionsvolumen von knapp 66 Mio Euro. Diese Summe ist bei der Vorstellung des HCU-Neubaus am 19.12.2008 von Wissenschaftssenatorin Dr. Herlind Gundelach mitgeteilt worden und hat nach heutiger Erkenntnis weiterhin Bestand. Die Mehrkosten der Prognose in 2008 zu der in 2006 ergeben sich durch höhere Kosten zur Umsetzung des anspruchsvollen ökologischen Gesamtkonzepts, einen gestiegenen Baukostenfaktor sowie zusätzliche Kosten für den Bau einer Tiefgarage. Entgegen der Darstellung im Abendblatt-Artikel wird der HCU-Neubau nicht aus Mitteln der Hamburger Konjunkturoffensive realisiert, sondern aus bereits in den Haushalt eingestellten Mitteln.
Der Gebäudebestand am bisherigen Standort der HCU in der Hebebrandstraße stammt aus den siebziger Jahren und ist bisher nicht umfassend saniert worden. Zudem entspricht der Gebäudebestand in seiner Grundrissorganisation und Raumstruktur nicht den Anforderungen eines modernen Lehr- und Forschungsbetriebes. Für eine im qualitativen Standard mit einem Neubau vergleichbare Modernisierung der Hebebrandstraße wären Baukosten zwischen ca. 40 und 46,5 Mio. Euro anzusetzen gewesen, ohne dass dadurch ein qualitativ und funktional akzeptables Gebäude entstanden wäre. Für ein mit dem geplanten Neubau vergleichbares Gebäude wäre auch am Standort Hebebrandstraße ein Neubau notwendig gewesen. Je nach verwendeten Richtwerten würden sich die prognostizierten Kosten inkl. Abriss des alten Gebäudes auf ca. 57 bis 61 Mio. Euro belaufen.
In der Drucksache 18/1146 vom 2. November 2004 wurde ein Standort in der HafenCity vorgeschlagen, um "durch einen architektonisch anspruchsvollen Neubau in exponierter Lage die besondere Baukultur Hamburgs hervorzuheben". Aufgrund dieser Grundsatzentscheidung wurden von den fachlich zuständigen Behörden BWF, Finanzbehörde und BSU mehrere alternative Standorte für die neue HafenCity Universität geprüft. Das jetzt ausgewählte Grundstück erfüllt die zugrunde gelegten Kriterien. Es liegt in exponierter wasserseitiger Lage am Baakenhafen/Magdeburger Hafen und gehört der Stadt Hamburg.
Für den Neubau der HCU soll das vorgesehene Grundstück am Baakenhafen/Magdeburger Hafen aus dem Sondervermögen Stadt und Hafen in das Verwaltungsvermögen der BWF übertragen werden. An das Sondervermögen Stadt und Hafen ist eine Werterstattung in Höhe des Verkehrswertes zu entrichten. Diese Werterstattung soll durch Übertragung der Immobilie Hebebrandstraße sowie weiterer Immobilien erfolgen. Der Verkehrswert des Grundstücks in der HafenCity beträgt nach Schätzungen der HafenCity Hamburg GmbH etwa 19,5 Mio. Euro. Eine Wertbeurteilung des Gutachterausschusses für Grundstückswerte vom 4. Mai 2005 beziffert den Verkehrswert der Immobilie Hebebrandstraße auf ca. 13 Mio. Euro. Für die verbleibende Differenz in Höhe von ca. 6,5 Mio. Euro wird sich die BWF verpflichten, diese aus weiteren Grundstücksübertragungen abzudecken.
Für die Errichtung des HCU-Neubaus am Standort in der HafenCity fallen folglich keine real zu entrichtenden Kosten für den Erwerb des Grundstücks an, die den Haushalt der Stadt Hamburg belasten.
Die Entwicklungen und Zahlen sind von der BWF fortlaufend und transparent dargestellt worden, zuletzt im Wissenschaftsausschuss am 19.02.2009. Für die Weitergabe falscher Informationen zeichnet die BWF nicht verantwortlich.
Keine Kommentare vorhanden