Hessen und Vietnam bauen Deutsche Universität in Vietnam auf

Das Land Hessen und die Sozialistische Republik Vietnam werden eine deutsche Universität in Vietnam aufbauen. Eine entsprechende Absichtserklärung haben der Hessische Minister für Wissenschaft und Kunst, Udo Corts, und der vietnamesische Minister für Erziehung und Ausbildung, Prof. Dr. Nguyen Thien Nhan, heute im Beisein von Bundespräsident Horst Köhler und des vietnamesischen Präsidenten Nguyen Minh Triet unterzeichnet. "Das ist ein großer Schritt für die Intensivierung des Studierenden- und Wissenschaftleraustauschs und für die Außenwissenschaftspolitik des Landes Hessen", sagte Minister Corts. "Außenwissenschaftspoltik ist gleichzeiteig auch Außenwirtschaftspolitik."

22.05.2007 Hessen Pressemeldung Hessisches Ministerium für Wissenschaft und Kunst

Durch die "German-Vietnamese University" (GVU) sollen bestehende Kooperationen hessischer Hochschulen mit vietnamesischen Partnern gefestigt, neue aufgebaut und insgesamt hessisch-vietnamesische Studien- und Forschungsangebote konsolidiert und institutionalisiert werden. Weiterhin ist vorgesehen, den Austausch von Studierenden, Lehrenden und Forschenden noch stärker und gezielter zu unterstützen. Bei vollem Lehrbetrieb sollen mittelfristig 2.000 bis 3.000 Studierende gleichzeitig die Angebote der Deutschen Universität in Vietnam nutzen können.

Die "German Vietnamese University" soll möglichst rasch zu einem Kompetenzzentrum der Zusammenarbeit in Bildung und Wissenschaft zwischen der Bundesrepublik Deutsch¬land, insbesondere dem Land Hessen, und der Sozialistischen Republik Vietnam ausge¬baut werden. Sie soll der Förderung der deutschen Sprache und Kultur in Vietnam dienen. Neben dem Ausbau bestehender Hochschulkooperationen ist vorgesehen, gemeinsame Studienangebote deutscher, insbesondere hessischer, und vietnamesischer Hochschulen einzuführen und den Austausch von Studierenden und Wissenschaftlern zu fördern.

Die von den Ministern unterzeichnete Vereinbarung sieht dazu unter anderem Folgendes vor:

  • Die Partner richten einen Ausschuss ein, der die Organisationsstruktur der zu gründenden Universität, die konkreten Studienangebote sowie Rechte und Pflichten der Partner und möglicher weiterer Kooperationspartner ausarbeitet.
  • Einrichtung einer Repräsentanz der "German-Vietnamese University" in Verbindung mit der Etablierung eines Hessen-Büros in Zusammenarbeit mit der Hessen-Agentur.
  • Aufbau gemeinsamer Studienangebote.
  • Entwicklung von Vorbereitungskursen für Master- und Promotionsstudiengänge an deutschen, insbesondere hessischen Hochschulen.
  • Unterstützung der deutschen Sprache und Kultur durch entsprechende Studienangebote.

Der GVU soll die Möglichkeit gegeben werden, die neuen Studienangebote nach dem Vorbild von Studienprogrammen hessischer Hochschulen durchzuführen, so dass die Abschlüsse der GVU gleichermaßen in Vietnam und in Deutschland anerkannt werden können. Die in der GVU angebotenen Studienfächer sollen zunächst in Englisch unterrichtet werden. Deutsch soll ab dem ersten Semester obligatorischer Teil des Studiums sein, damit die Studierenden ihre Abschlüsse auf Deutsch absolvieren können.

Für die GVU wird möglichst zum Beginn des Studienjahrs 2008/2009 der Status einer Internationalen Hochschule nach den einschlägigen vietnamesischen Rechtsvorschriften angestrebt. Sie soll eine Non-profit Universität nach deutschem Vorbild in der Einheit von Forschung und Lehre auf hohem Niveau werden. Zunächst soll mit Angeboten in den Natur- und Ingenieurwissenschaften und Wirtschaftswissenschaften begonnen werden.

Das Land Hessen wendet im laufenden Haushaltsjahr 50.000 Euro für den Aufbau der "German-Vietnamese University" auf und rechnet 2008 mit Landesmitteln von rund 400.000 Euro. Die mittelfristige Finanzierung der GVU soll mit Mitteln der Asia Development Bank, des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und des Deutschen Akademischen Austauschdienstes erfolgen. Die Infrastrukturkosten trägt nach der gemeinsamen Absichtserklärung die Sozialistische Republik Vietnam.

Zur Delegation von Wissenschaftsminister Corts gehören der Vizepräsident der Hochschulrektorenkonferenz, Vorsitzende der Konferenz Hessischer Universitäts¬präsidenten und Präsident der Gießener Universität, Prof. Dr. Stefan Hormuth, der Vorsitzende der Konferenz Hessischer Fachhochschulpräsidenten und Präsident der Fachhochschule Frankfurt, Prof. Dr. Wolf Rieck, und der Vorsitzende des Deutschen Komitees des World University Service, Dr. Kambiz Ghawami.


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