Hochschulen in Sachsen-Anhalt stellen Studienplätze für 2000 zusätzliche Studienanfänger bereit

Die Rektoren der Hochschulen Sachsen-Anhalts haben heute mit Kultusminister Prof. Dr. Jan-Hendrik Olbertz in Halle eine Vereinbarung unterzeichnet, auf deren Grundlage sie für den doppelten Abiturjahrgang 2000 Studienanfängerplätze mehr als letzten Wintersemester bereitstellen. Rund die Hälfte der Studienplätze, nämlich 1018, wird in Numerus-clausus-Fächern angeboten.

20.07.2007 Sachsen-Anhalt Pressemeldung Kultusministerium des Landes Sachsen-Anhalt

Olbertz erklärte hierzu: "Die Abiturientinnen und Abiturienten in Sachsen-Anhalt befinden sich in diesem Jahr wegen des doppelten Abiturjahrgangs in einer besonderen Situation. Ich bin froh, dass wir mit der heutigen Vereinbarung ausreichend zusätzliche Studienmöglichkeiten im Land anbieten können."

Damit der doppelte Abiturjahrgang nicht zu einer Verschärfung der Zulassungsbedingungen für Studierwillige führt, wurden vom Haushaltsgesetzgeber 3,3 Mio Euro an zusätzlichen Mitteln bis 2009 bereitgestellt. Damit sollen die Hochschulen dort unterstützt werden, wo sich ein nachgewiesener Mehrbedarf durch interne Kapazitätssteuerung nicht decken lässt.

Aufgrund bisheriger Erfahrungen und Prognosen geht das Kultusministerium von bis zu 7.500 Abiturientinnen und Abiturienten mehr als im Vorjahr aus. Allerdings schreiben sich nicht alle Studienberechtigten direkt nach dem Abitur an einer Hochschule ein. Ein Teil strebt zunächst eine Berufsausbildung an, andere gehen für eine Zeitlang ins Ausland, absolvieren ein soziales Jahr oder den Wehr- bzw. Wehrersatzdienst, bevor sie ein Studium aufnehmen.

Vor diesem Hintergrund ist insgesamt damit zu rechnen, dass zum Wintersemester 2007/08 bis zu 2.000 Abiturientinnen und Abiturienten mehr als im Vorjahr ein Studium an den Hochschulen des Landes aufnehmen wollen.

Mit der Vereinbarung sei auch für den Doppelabiturjahrgang ein fachlich ausgewogenes und bedarfsgerechtes Studienangebot sichergestellt, resümierte Olbertz

Zum Hintergrund:

Das Doppelabitur ist Folge der Verkürzung der Schulzeit bis zum Abitur in Sachsen-Anhalt auf 12 Jahre. Sachsen-Anhalt nimmt in diesem Jahr als erstes und einziges Bundesland diese Umstellung vor. In den kommenden Jahren folgen diesem Beispiel alle übrigen Länder, mit Ausnahme von Sachsen und Thüringen, die ihre 12-jährige Schulzeit nach der Wiedervereinigung beibehalten hatten.

Die zusätzlichen 1018 zulassungsbeschränkten Studienplätze verteilen sich auf die Hochschulen wie folgt:

Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg: 220 Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg: 160 Hochschule Anhalt (FH): 284 Hochschule Magdeburg-Stendal (FH): 160 Hochschule Merseburg (FH): 83 Hochschule Harz (FH): 111

Darüber hinaus werden die Martin-Luther-Universität weitere 436, die Otto-von-Guericke-Universität 459 und die Hochschule Magdeburg-Stendal 106 Studienplätze, also insgesamt noch einmal 1001 zusätzliche Studienangebote für Interessenten bereitstellen.

In Bezug auf die Studienfächer stellt sich das zusätzliche Studienangebot wie folgt dar:

Mathematik, Naturwissenschaften: 377
Sport, Erziehungswissenschaft, Sonderpädagogik : 71
Kunst, Kunstwissenschaft: 15
Rechtswissenschaft, Verwaltungswissenschaft: 120
Sozialwissenschaften, Sozialwesen: 92
Wirtschaftswissenschaften, -ingenieurwesen: 414
Sprach- und Kulturwissenschaften: 306
Ingenieurwissenschaften: 450
Agrar-, Forst- und Ernährungswissenschaften: 174
Gesamt: 2.019


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