Höchste deutsche Wissenschaftsauszeichnung für zwei Mainzer Professoren

Wissenschaftsminister Professor Dr. E. Jürgen Zöllner freut sich, dass zwei der zehn hoch renommierten Gottfried Wilhelm Leibniz-Preise der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) an rheinland-pfälzische Wissenschaftler gehen. Ausgezeichnet werden der Experimentalphysiker Professor Dr. Immanuel Bloch vom Institut für Physik der Johannes Gutenberg-Universität Mainz und der theoretische Chemiker Professor Dr. Jürgen Gauß vom Institut für Physikalische Chemie, ebenfalls von der Universität Mainz

03.12.2004 Pressemeldung Ministerium für Wissenschaft, Weiterbildung, Forschung und Kultur, Rheinland-Pfalz (bis 11/06)

"Die höchste deutsche Wissenschaftsauszeichnung ist verdienter Lohn für zwei junge Wissenschaftler, die in ihren jeweiligen Fachgebieten national wie international höchstes Ansehen genießen", gratulierte Zöllner unmittelbar nach Bekanntgabe der Entscheidung der DFG. Die Auszeichnung sei auch eine Anerkennung für den Wissenschaftsstandort Rheinland-Pfalz.

Ziel des Leibniz-Programmes ist es, die Arbeitsbedingungen herausragender Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler zu verbessern, ihre Forschungsmöglichkeiten zu erweitern und ihnen die Beschäftigung besonders qualifizierter jüngerer Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler zu erleichtern. Der Preis ist für experimentell arbeitende Wissenschaftler mit 1,55 Millionen Euro dotiert. Die Förderung erfolgt auf Vorschlag Dritter.

Professor Dr. Immanuel Bloch ist seit 2003 Professor der Johannes Gutenberg-Universität und war mit 31 Jahren wohl einer der jüngsten deutschen C4-Professoren des Fachgebietes Physik. Er gilt als einer der herausragenden Forscher auf dem Gebiet der Quantenoptik. Trotz seines jugendlichen Alters hat er bereits sehr bedeutende Erfolge vorzuweisen, die er alle in den vergangenen fünf Jahren erzielt hat. Dazu gehört das interessante Phänomen, dass sich Atome wie Soldaten im Gleichschritt ausrichten lassen, wie bereits Albert Einstein vorhergesagt hat. Die extrem schwierige experimentelle Realisierung dieses Phänomens, an der weltweit zahlreiche Gruppen arbeiteten, gelang Immanuel Bloch. Auf dieser Grundlage entwickelte er gemeinsam mit anderen Wissenschaftlern auch einen Atomlaser mit extrem kurzen Wellenlängen. Durch den Einsatz von Laserstrahlen hat er erstmals das so genannte Bose-Einstein-Kondensat so verändert, dass ein neuer Materiezustand entstand. Dieser neue Materiezustand hat grundlegende Eigenschaften und kann unter anderem zur Entwicklung von Quantencomputern genutzt werden.

Immanuel Bloch gehört auch im internationalen Vergleich zu den Allerbesten seiner Altersklasse. "Er ist ein Shootingstar", meint auch Minister Zöllner. Bloch gilt als ein außergewöhnlich begabter und ideenreicher Forscher. Sein besonderes physikalisches Gespür macht seine Arbeiten so einfallsreich und innovativ.

Auch Professor Jürgen Gauß erhielt 1995 mit erst 35 Jahren eine Berufung auf eine Professur für theoretische Chemie und übernahm 2001 eine speziell für ihn geschaffene C4-Professur für theoretische Chemie an der Universität Mainz. "Land und Universität sind besonders stolz darauf, dass es gelang, Rufe an andere Universitäten abzuwehren und Professor Gauß eine attraktive Lehr- und Forschungsatmosphäre in Mainz zu gestalten", betonte der Wissenschaftsminister.

Jürgen Gauß arbeitet auf dem Gebiet der Quantenchemie und hat dort neue theoretische Methoden entwickelt. Zunehmend werden experimentelle Untersuchungen mit quantenchemischen Rechnungen kombiniert, um experimentelle Ergebnisse zu interpretieren und dadurch zusätzliche Informationen zu erhalten. Die von ihm entwickelten Verfahren sind von immenser Bedeutung für breite Anwendungen in der Chemie, weil sie die Bestimmung von molekularen Gleichgewichtsstrukturen sowie von Übergangszuständen in chemischen Reaktionen ermöglichen. So gelang ihm als Erstem, die für viele Anwendungen in Technik und Medizin wichtigen magnetischen Kernresonanzspektren (NMR-Spektren) zu berechnen. Diese methodische Entwicklung konnte Jürgen Gauß in leistungsfähige Computerprogramme umsetzen, die inzwischen weltweit von vielen Arbeitsgruppen benutzt werden. Er gehört ohne Zweifel zu den international führenden Quantenchemikern. International und national wurden seine Arbeiten bereits mit zahlreichen Preisen gewürdigt.

Die hohen Auszeichnungen sind nach Zöllner Meinung eine Bestätigung für die Qualität sichernde und zukunftsgerichtete Berufungspolitik der beiden Fachbereiche Physik und Chemie der Universität Mainz. "Beide Fachgruppen arbeiten gezielt und mit sichtlichem Erfolg an ihrem internationalen Forschungsprofil", sagte der Wissenschaftsminister.

Der Preis wird am 2. März 2005 in Berlin verliehen.


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