Thüringen

Hohe Bezüge einiger Hochschulleitungen - zunehmend prekäre Beschäftigung bei den Hochschulmitarbeiterinnen und -mitarbeitern

Die GEW Thüringen unterstützt die Kritik des Landesrechnungshofes an der Besoldung von Hochschulleitungen.

06.07.2012 Pressemeldung Thüringer Kultusministerium

"Es ist skandalös, dass die Besoldung einer Reihe von Thüringer Hochschulleitungen in den letzten Jahren im Vergleich zu Leitern anderer öffentlicher Einrichtungen unangemessen stark gestiegen ist, während die Beschäftigungssituation insbesondere von wissenschaftlichen und künstlerischen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern immer unsicherer und prekärer wird. Damit belasten die unangemessenen Bezüge dieser Hochschulleitungen den Hochschulhaushalt auf Kosten der anderen Beschäftigten", so Torsten Wolf, Landesvorsitzender der GEW Thüringen. "Wir erwarten, dass TMBWK und TFM dem zügig einen Riegel vorschieben. Außerdem bestätigt es unsere Kritik an den Hochschulräten, die die Interessen aller Beschäftigten im Blick haben sollten, was offensichtlich nicht der Fall ist."

Die Aufgaben, die den Hochschulen in den letzten Jahren übertragen wurden, werden nicht von den Hochschulleitungen allein geschultert, sondern werden durch die gemeinsamen Anstrengungen aller Hochschulangehörigen erfüllt. Letztere gehen in großem Maße leer aus, wenn es um Karriereperspektiven z. B. durch unbefristete Verträge nach erfolgreicher Promotion geht. Professorinnen und Professoren, die einen großen Teil der Hochschulleitungen ausmachen, haben bereits über die W-Besoldung die Möglichkeit, für die Übernahme von Leitungsverantwortung Funktionszulagen zu erhalten, was jedoch offenbar ohne vorgegebene Maßstäbe zu deutlich sichtbaren Fehlentwicklungen geführt hat. Nicht geprüft hat der Rechnungshof, ob die Entscheidungen der Hochschulräte selbst rechtmäßig zu Stande gekommen sind. Hier fehlt es in vielen Fällen ebenfalls an Transparenz und Nachvollziehbarkeit. "Daher muss dieser Selbstbedienungsmentalität, die die Hochschulräte für die Hochschulleitungen umsetzen, sofort ein Riegel vorgeschoben und die korrekte Anwendung des Thüringer Hochschulgesetzes sowie der entsprechenden Besoldungsgesetze und Verordnungen sofort durchgesetzt werden", so der GEW-Landesvorsitzende abschließend.


Weiterführende Links

  • PRESSEMITTEILUNG des Thüringer Rechnungshofs zum Jahresbericht 2012

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