Kempen: "Darbende Wissenschaftler, satte Abgeordnete"
Der Präsident des Deutschen Hochschulverbandes (DHV), Professor Dr. Bernhard Kempen, hat die Entscheidung des Bayerischen Landtags, kurz nach den Sparbeschlüssen über die Besoldung der Wissenschaftler die Abgeordnetendiäten zum 1. Juli 2011 um 233 Euro auf 6.881 Euro zu erhöhen, als politisch instinktlos kritisiert: "Das ist ein fatales Signal für die Wissenschaftspolitik in Bayern. Erstmals berufenen Hochschullehrern wird für zwei Jahre das Grundgehalt um zehn Prozent gekürzt. Gleichzeitig genehmigen sich die Damen und Herren Abgeordneten einen Schluck aus der Pulle."
31.03.2011 Pressemeldung Deutscher Hochschulverband (DHV)Diese Gleichzeitigkeit zeuge von Arroganz und Zynismus: "Die Diätenerhöhung erfolgt auf den Knochen des wissenschaftlichen Nachwuchses. Es ergibt keinen Sinn, die Bemühungen um mehr Exzellenz in Lehre und Forschung mit einem zehnprozentigen Abschlag auf das Grundgehalt zu begleiten", betonte Kempen. Unter allen Wissenschaftsorganisationen herrsche Einigkeit darüber, dass die derzeitige Fassung der W-Besoldung im weltweiten Wettbewerb um die besten Köpfe einen eklatanten Nachteil darstelle. Durch weitere Absenkungen der Grundvergütungen würden die Leistungs- und Innovationsträger von morgen nur abgeschreckt, den langen und steinigen Weg zur Professur zu gehen.
"Junge hochqualifizierte Wissenschaftler können diese Gleichzeitigkeit von Sparen an der Wissenschaft und Diätenerhöhung nur als eine schallende Ohrfeige empfinden", so Kempen. Derzeit liegen die Grundgehälter in Bayern für Juniorprofessuren (W1) bei 3.800 Euro, bei W 2-Stelleninhabern bei 4.400,- Euro und bei W3-Professuren bei 5.250 Euro. Die derzeitige Abgeordnetendiät beträgt 6.648 Euro.
Der Deutsche Hochschulverband ist die bundesweite Berufsvertretung der Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler in Deutschland mit über 26.000 Mitgliedern. -
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