Kultusminister Jürgen Schreier: Kooperation ja; Fusion nein!

Einer Konzentration der Ingenieurausbildung allein bei der Hochschule für Technik und Wirtschaft (HTW) in einem Zentrum für Ingenieurwissenschaften erteilt Wissenschaftsminister Jürgen Schreier eine klare Absage.

09.10.2006 Saarland Pressemeldung Ministerium für Bildung und Kultur Saarland

Der Weg der Landesregierung sei nicht die Fusion. Ziel sei - wie mit der saarländischen Wirtschaft vereinbart - eine Verbesserung der Kooperation zwischen der Universität des Saarlandes, der HTW sowie der Akademie der Saarwirtschaft. An einer Verstärkung der Zusammenarbeit und einer besseren Durchlässigkeit zwischen den drei Institutionen, die Ingenieure ausbilden, werde gearbeitet. Mehr Praxisbezug werde durch die Umstellung auf Bachelor- und Master-Studiengänge sichergestellt. An der Universität werden derzeit ca. 705, an der HTW ca. 2 200 und an der Akademie der Saarwirtschaft 168 Studierende in Ingenieurwissenschaften ausgebildet.

Allein die organisatorische Zusammenlegung, wie zum Beispiel beim Zentrum für innovative Produktion (ZIP), greift, wie von der SPD selbst konstatiert, zu kurz. Einer Zusammenarbeit über die Landesgrenzen hinweg stehe die Landesregierung schon seit jeher aufgeschlossen gegenüber. Allerdings dürfe dies keine Einbahnstraße sein.

Eine Wiederaufnahme der klassischen Studiengänge an der Universität des Saarlandes (an der Fachhochschule bestehen diese Fachrichtungen) werde nicht verfolgt. Es sei nicht nachvollziehbar, wieso so teure Studiengänge an der Universität vorgehalten werden, wenn die Kapazitäten an der TU Kaiserlautern nicht einmal ausgelastet seien. Im Übrigen habe sich die Universität auf ein interessantes Ausbildungsmodell mit gemeinsamer breiter Grundlage für alle Studiengänge in den Ingenieurwissenschaften nach intensiver Diskussion und unter Einbeziehung der Wirtschaft geeinigt. Dieses Ausbildungsmodell werde sehr gut angenommen.

Die vorgeschlagene Verlagerung der Ingenieurausbildung an den Standort "Eurobahnhof" Saarbrücken kommt für Wissenschaftsminister Jürgen Schreier nicht in Frage. Die Ingenieurwissenschaften brauchten das Umfeld der übrigen Fächer. Es gebe keinen Grund, einen neuen und teuren Standort aufzubauen, wenn die Fachrichtungen an ihren bisherigen Stätten im Gesamtgefüge der Hochschulen gut eingebettet seien.

Die klassischen Ingenieurwissenschaften, so Wissenschaftsminister Jürgen Schreier weiter, seien wichtig. Sie würden insbesondere an der HTW breit angeboten. Als genauso wichtig sieht er im Gegensatz zur SPD allerdings die neuen Ingenieurwissenschaften im Bereich der Werkstoff-, Nano- und Biotechnologie an. In diesem Bereiche seien viele Firmengründungen aus der Universität heraus erfolgt. Es sei ein Fehler, die neuen Technologien gegen die alten auszuspielen. Aus diesem Fehler der Vergangenheit habe die CDU-Landesregierung gelernt.


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