Ländervergleich "Internationale Bildungsindikatoren"

Die Statistischen Ämter des Bundes und der Länder haben heute, einen Tag nach der Vorstellung der OECD-Studie "Bildung auf einen Blick 2006" erstmals eine entspre-chende Auswertung für die Bundesländer unter dem Titel "Internationale Bildungsindikatoren im Ländervergleich 2006" veröffentlicht. Der Ländervergleich bestätigt, dass Hamburg hochschulpolitisch auf dem richtigen Weg ist.

13.09.2006 Hamburg Pressemeldung Behörde für Schule, Familie und Berufsbildung (BSFB)

Der Anteil der Akademikerinnen und Akademiker an der Bevölkerung ist in Hamburg überdurchschnittlich hoch: So verfügen 21 Prozent der Hamburgerinnen und Hamburger zwischen 25 und 64 Jahren über einen Universitäts- oder Fachhochschulabschluss. Damit liegt Hamburg deutlich über dem deutschlandweiten Wert von 15 Prozent und übertrifft so-gar den OECD-Durchschnitt von 19 Prozent. In Hamburg erwerben derzeit 27,7 Prozent eines Altersjahrgangs einen Studienabschluss. Hamburg liegt hier auf Platz 2 unter allen Ländern (nach Berlin) und damit besser als der deutsche Durchschnitt von 20,6 Prozent, bleibt aber wie alle Länder deutlich hinter dem O-ECD-Durchschnittswert von 34,8 Prozent zurück. Bei der Promotionsquote liegt Hamburg mit dem Spitzenwert von 3,4 Prozent in Deutschland auf Platz 1 und damit weit über dem OECD-Durchschnitt von 1,3 Prozent und dem Deutschland-Durchschnitt von 2,1 Prozent.

Nach wie vor benötigt Hamburg aber mehr Absolventinnen und Absolventen der Ingenieur- und Naturwissenschaften. Mit 15,4 bzw. 12,8 Prozent liegt Hamburg hier unter den deutschen Durchschnittswerten von 16,5 bzw. 14,3 Prozent.

Beim Indikator Internationalisierungsgrad der Hochschulen liegt Hamburg in diesem Län-dervergleich mit 8,3 Prozent deutlich unter dem Deutschland-Durchschnitt von 10,0 Prozent. Dies erklärt sich dadurch, dass die untersuchten Daten aus dem Jahr 2004 stammen, in dem es noch eine strikte Begrenzung der Studienmöglichkeiten für internationale Studierende in Hamburg gab. Hamburg hat jedoch mit dem Hochschulzulassungsgesetz, das im Dezember 2004 verabschiedet wurde, die Zahl der Studienplätze für ausländische Studierende auf bis zu 15 Prozent ab Wintersemester 2005/06 erhöht. Zuvor lag diese Quote an der Universität Hamburg, der mit rund 40.000 Studierenden weitaus größten Hamburger Hochschule, bei lediglich 5 Prozent – was sich in dieser Statistik auswirkt.

Wissenschaftssenator Jörg Dräger: "In Deutschland ist Bildung Ländersache. Dass mit einer länderspezifischen Auswertung im Vergleich mit den OECD-Daten nun mehr Transparenz geschaffen wird, ist sinnvoll. Der Vergleich zeigt, dass Hamburg als Wissensmetropole mit einem hohen Akademikeranteil an der Bevölkerung und einer für Deutschland überdurchschnittlichen Absolventenquote auf dem richtigen Weg ist. Besonders im Bereich der Ingenieur- und Naturwissenschaften benötigen wir aber noch mehr Nachwuchs. Die Entscheidung des Senats, den Empfehlungen der Dohnanyi-Kommission zu folgen und das Studienplatzangebot in diesen Fächern auszubauen, wird also erneut bestätigt. Durch die Umstellung auf das Bachelor-Master-Studiensystem und die Einführung von Studiengebühren sind in den kommenden Jahren weitere positive Auswirkungen zu erwarten."

Die Untersuchung "Internationale Bildungsindikatoren im Ländervergleich 2006" ist im Internet als kostenloser Download zu finden unter www.destatis.de/shop.


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