Landespreis Hochschullehre
Wirtschafts- und Wissenschaftsminister Joachim Rippel hat die Preisträger des Landespreises Hochschullehre 2007 an der Hochschule für Technik und Wirtschaft des Saarlandes (HTW) geehrt.
15.02.2008 Saarland Pressemeldung Ministerium für Wirtschaft, Arbeit, Energie und Verkehr des SaarlandesRippel überreichte den HTW-Professoren Doktor Stefan Georg und Doktor Andy Junker den Preis, der mit 20.000 Euro dotiert ist. Im April wird der Minister mit dem Hochschulpreis, der bereits zum fünften Mal verliehen wird, auch ein Professorenteam an der Universität des Saarlandes ehren.
Rippel betonte in seiner Laudatio die Bedeutung der Qualität der Lehre, zum einen für die berufliche Zukunft der Studierenden, zum anderen: "Im wachsenden Standortwettbewerb der Universitäten untereinander wird die Qualität der Lehre einer der entscheidenden Faktoren zur Wahl des Studienortes."
Insgesamt ist das Studium an der Hochschule für Technik und Wirtschaft praxis- und anwendungsorientiert. Die Preisträger des Hochschulpreises Lehre haben diese Orientierung noch um die Komponente "unternehmerisches Denken und Handeln" erweitert. Ziel des Projektes ist es, dass Studierende in der Praxis lernen, unternehmerische Entscheidungen vorzubereiten und durchzuführen. Im Rahmen der Innovationsstrategie des Saarlandes sollen damit mittelfristig Existenzgründungen aus dem akademischen Bereich angeregt und gefördert werden. Georg und Junker an der HTW und der Unternehmensberater Georg Schütz betreuen die Unternehmen und Studierenden, um den optimalen Nutzen für alle Beteiligten zu sichern. Zur Vorbereitung auf die betriebliche Praxis gibt es zum Projektstart eine Einführungswoche, in der bereits vorhandene Studienkenntnisse vertieft und aufgefrischt werden. Während der Praxis gibt es regelmäßige Treffen der Betreuer mit den Unternehmen und den Studierenden, um die Qualität der Arbeit zu sichern und zu steuern.
Die beteiligten Unternehmen reagieren positiv und haben den studentischen Teams anspruchsvolle Aufgaben anvertraut (siehe dazu Hintergrund).
Minister Rippel: "Die öffentliche Auszeichnung besonderer Leistungen in der Hochschullehre soll für Hochschullehrer Ansporn sein, der Lehre mehr Gewicht bei zu messen und Neues zu erproben. Die Bildungsmärkte in Europa und in der Welt sind im Wandel und setzen neue Standards auch für den Studienstandort Saarland. Der Landespreis Hochschullehre kann dabei als Vorbild dienen, Lehre, Studium und Prüfung inhaltlich oder didaktisch-methodisch insgesamt zu verbessern", so Rippel.
Ergebnisse der letzten Projektrunden:
- Zickwolff GmbH, Saarbrücken
Mit dem Geschäftsführer Martin Haiss haben drei Studierende einen vollständigen Geschäftsplan für ein neues Tochterunternehmen entwickelt und die notwendigen Unterlagen für einen Wettbewerb erstellt. Parallel dazu wurden Vertriebskonzepte für bestehende Produktlinien kritisch beleuchtet und verbessert. - ALKOMA Maschinenbau, Pirmasens
Das Unternehmen von Max Albrecht wächst äußerst dynamisch. Nach dem Gewinn mehrerer Innovationspreise und nach Aufträgen unter anderem für Ford in Saarlouis und in Venezuela steht der Neubau einer eigenen Produktionshalle an. Vier Studierende haben dafür ein Layout entwickelt, das dem erwarteten Wachstum Raum gibt und dabei gleichzeitig auf die Finanzierbarkeit achtet. - Pallmann Maschinenfabrik GmbH&Co KG, Gersweiler/Zweibrücken
Die Leiter der Bereiche Unternehmensplanung und Controlling sowie Produktion, Dr. Werner Schmitz und Christian Hans, haben mit zwei Studierenden mehrere Investitionen für Rationalisierungs- und Erweiterungsinvestitionen geplant. Außerdem wurden verschiedene neue Anforderungen in der Unternehmensplanung entwickelt und eingeführt. - PROCONT GmbH, Pirmasens
PROCONT entwickelt und fertigt mit rund 30 Mitarbeitern Schaltanlagen und Steuerungstechnik unter anderem für mehrere Kläranlagen im Saarland. Geschäftsführer Lothar Keber hat das Projekt so umrissen: "Wir wollen erreichen, dass sich jede Baustelle wirklich rechnet, für uns und für unsere Mitarbeiter". Die konkrete Aufgabenstellung für drei Studierende war es, ein erfolgsorientiertes Prämiensystem zu entwickeln. Fast schon "nebenbei" haben die Projektteilnehmer Ansatzpunkte für Verbesserungsmöglichkeiten gefunden, von denen mehrere direkt umgesetzt wurden. - Heinrich Engert, Großhandel mit Friseurbedarf, Pirmasens/Würzburg
Nach erfolgreicher Restrukturierung sollten im Unternehmen die gelebten Abläufe kritisch begutachtet und die Zertifizierung eines QM-Systems nach DIN/ISO 9001 vorbereitet werden. Zusammen mit der Inhaberin, Frau Asmussen, haben zwei QMS-erfahrene Studenten dieses Projekt betreut. Das QM-System ist eingeführt, es wird Anfang März 2008 extern auditiert. Nach den geleisteten Vorbereitungen besteht kein Zweifel, dass das Zertifikat erteilt werden wird. Die Fa. Heinrich Engert wird damit eines der ersten Unternehmen seiner Branche mit einem Qualitätszertifikat sein, die Studenten haben damit dazu beigetragen, einen echten Wettbewerbsvorteil zu erreichen.
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