Nordrhein-Westfalen

Landesregierung legt ersten Bericht über Lehrerausbildungsreform vor

Nach der Reform der Lehrerausbildung von 2009 hat die Landesregierung einen ersten Zwischenbericht über den Entwicklungsstand und die Perspektiven der Lehrerbildung in Nordrhein-Westfalen vorgelegt.

10.12.2013 Pressemeldung Ministerium für Schule und Bildung des Landes Nordrhein-Westfalen

Schulministerin Sylvia Löhrmann betonte, dass mit der Lehrerausbildungsreform die Grundlage für eine professionelle, praxisorientierte und innovative Lehrerausbildung gelegt worden sei: "Der Kurs stimmt. Wir wollen die Lehrerausbildung weiterhin auf die Herausforderungen der Zukunft ausrichten." Die Ministerin erklärte, dass eine professionelle Lehrerausbildung auf der Höhe der Zeit die Voraussetzung für ein leistungsfähigeres und sozial gerechteres Schulsystem sei. "Es gibt keine gute Schule ohne gut ausgebildete Lehrerinnen und Lehrer", so die Ministerin.

Zukünftige Entwicklungsaufgaben sieht die Ministerin vor allem in zwei Bereichen: "Die Weiterentwicklung der Lehrerausbildung muss auf die Erfordernisse eines inklusiven Schulsystems und auf Aspekte des längeren gemeinsamen Lernens ausgerichtet werden", so Ministerin Löhrmann. Es werde darum gehen, ein zukunftsgerichtetes, pädagogisches Gesamtkonzept des Lehrerberufs zu entwickeln, das lehramtsübergreifende Kompetenzen wie die individuelle Förderung in den Mittelpunkt rückt. Außerdem sollen alle angehenden Lehrkräfte in die Lage versetzt werden, in multiprofessionellen Teams beispielsweise mit Sonderpädagoginnen und Sonderpädagogen zu arbeiten.

Im Einzelnen ergibt der Zwischenbericht folgendes Bild:

  • An allen lehrerausbildenden Hochschulen ist die Umstellung auf die neuen Bachelor-Master-Formate erfolgreich abgeschlossen. Seit 2010 sind von den Universitäten in über 100 Verfahren alle Lehramtsstudiengänge akkreditiert worden.
  • Für alle Lehramtsstudierenden wurden die neuen Studienangebote "Diagnose und Förderung" sowie "Deutsch als Zweitsprache" verbindlich eingeführt. Diese neuen Angebote tragen dazu bei, zukünftige Lehrerinnen und Lehrer besser auf das Unterrichten in heterogenen Lerngruppen vorzubereiten.
  • Nordrhein-Westfalen hat ein eigenständiges Grundschullehramt eingeführt, um der Bedeutung des frühen Lernens Rechnung zu tragen. Alle zukünftigen Grundschullehrkräfte erhalten eine obligatorische Ausbildung in den beiden Kernfächern Mathematik und Deutsch, so dass in der Grundschule ein solides Fundament für die weitere Schullaufbahn der Schülerinnen und Schüler gelegt wird.
  • Zukünftige Lehrerinnen und Lehrer absolvieren bereits während des Studiums verbindliche Praxisphasen von mindestens sechs Monaten. Theorie und Praxis werden konsequent und systematisch miteinander verknüpft. Lehramtsstudierende erhalten regelmäßige Einblicke in den Berufsalltag.
  • Seit dem Wintersemester 2011/12 werden in Nordrhein-Westfalen alle Lehrerinnen und Lehrer gleich lang ausgebildet. Alle Lehrkräfte erhalten eine gleichermaßen fundierte erziehungswissenschaftliche, fachwissenschaftliche und fachdidaktische Ausbildung.
  • Der Vorbereitungsdienst wurde modernisiert und auf 18 Monate konzentriert. Ein neues Kerncurriculum beschreibt die verbindlichen Inhalte. Ein personenorientiertes, benotungsfreies Coaching unterstützt die professionsbezogene Entwicklung der Lehrerpersönlichkeit.

Die Reform der Lehrerausbildung wurde 2009 im weitgehenden Konsens von Politik und Lehrerausbildung beschlossen. "Die Landesregierung wird auch in Zukunft den Dialog mit allen Akteuren auf diesem Feld suchen", hob die Ministerin hervor. Sie dankte allen Beteiligten in Schule und Hochschule, in Politik und bei den Verbänden sowie in der Verwaltung, die die Reform in den vergangenen Jahren mit großem Einsatz begleitet und umgesetzt hätten.

Den Bericht der Landesregierung finden Sie unter: www.schulministerium.nrw.de


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