Lehrerausbildung: Reformprozess stockt

Die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft sieht den Prozess zur Reform der Lehrerausbildung in NRW stocken. In einem gleichlautenden Brief an die zuständigen Minister Barbara Sommer (MSW) und Andreas Pinkwart (MIWFT) mahnt Landesvorsitzender Andreas Meyer-Lauber, den Entwurf für ein neues Lehrerausbildungsgesetz endlich vorzulegen, damit das parlamentarische Beratungsverfahren "qualifiziert, sachgerecht und unter Einbeziehung aller Beteiligten" in Gang kommen kann. Zugleich formuliert der GEW-Landesvorsitzende zentrale Reformvorstellungen für die künftige Lehrerausbildung an die Adresse der Landesregierung.

28.04.2008 Nordrhein-Westfalen Pressemeldung GEW Nordrhein-Westfalen

"Die Zeit drängt, aber der Reformprozess tritt auf der Stelle. Das verheißt nichts Gutes", erklärte heute der GEW-Landesvorsitzende in Essen. Die GEW erwarte, dass mit dem neuen Gesetz genügend Ausbildungskapazitäten für die Lehrerausbildung in Universitäten, Studienseminaren und Ausbildungsschulen garantiert werden, weil die Schulen in NRW einen hohen Bedarf an jungen Lehrkräften hätten. Eine klare Rechtsgrundlage müsse es auch für die Kooperation der beteiligten Institutionen geben. "Und wir brauchen genügend Ausbildungsressourcen und verlässliche Betreuungsrelationen für das Ausbildungspersonal", fordert Meyer-Lauber.

Wichtiger Punkt für die Gewerkschaft ist die finanzielle Situation der Lehramtsstudierenden. Meyer-Lauber: "Bei der Ausbildung im Praxissemester verbietet es sich, von den Praktikanten Studiengebühren einzufordern, stattdessen muss es eine entsprechende Praktikumsvergütung geben."

Der Vorbereitungsdienst soll nach dem Willen der Landesregierung in zwei Schritten von zwei auf ein Jahr verkürzt werden. In dieser Ausbildungszeit sind Lehramtsanwärter selbstständig tätig. "Die Anrechnung dieser Tätigkeit auf den Stellenplan der Schule muss aufgegeben werden", erwartet der GEW-Landesvorsitzende, "um nicht die Qualität der verkürzten schulpraktischen Ausbildung zu gefährden."


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