Eliteforscher Hartmann:

Mehr Studenten aber weniger Aufsteiger

Die soziale Mobilität in Deutschland ist nach Einschätzung des Soziologen Professor Dr. Michael Hartmann von der Technischen Universität Darmstadt rückläufig.

31.01.2013 Pressemeldung Deutscher Hochschulverband (DHV)

"Konnte man bei den Geburtsjahrgängen von Anfang der 1930er Jahre bis Ende der 1950er Jahre noch eine ausgeprägte Zunahme sozialer Aufstiege konstatieren, hat sich das Blatt seither gewendet. Die Aufstiege werden seltener, die Abstiege häufiger", schreibt Hartmann in der Februar-Ausgabe der Zeitschrift "Forschung & Lehre". Zwar habe sich die Zahl der Studierenden seit der Jahrtausendwende um 30 Prozent erhöht, und auch die Zahl der Schulabsolventen mit Hochschulzugangsberechtigung sei von gut einem Drittel auf über die Hälfte eines Jahrganges gestiegen. Die Bereitschaft der Kinder aus bildungsfernen Haushalten, ein Studium auch aufzunehmen, sei jedoch seit den 1970er Jahren kontinuierlich gesunken.

"Der Erwerb höherer Bildungstitel ist immer seltener gleichbedeutend mit einem sozialen Aufstieg", so Hartmann. Insbesondere habe sich am unteren Rand des Bildungssystems "ein Sockel von 15 bis 20 Prozent eines jeden Jahrganges" herausgebildet, der kaum noch Aussichten auf eine vernünftige Berufsausbildung und Berufslaufbahn habe. "Selbst für Kinder aus Mittelschichtfamilien, deren Eltern schon höhere Bildungsabschlüsse erlangt haben, ist der Zugang in Spitzenpositionen außerhalb der Politik (…) weitgehend versperrt", resümiert Hartmann. Topmanager, Bundesrichter und höchste Beamte des Bundes rekrutierten sich nach wie vor überwiegend aus Vertretern des Bürger- und Großbürgertums, die knapp vier Prozent der Bevölkerung ausmachten.

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Forschung & Lehre 2/2013 erscheint am 31. Januar 2013. Auszüge der jeweils neuesten Ausgabe können Sie unter www.forschung-und-lehre.de lesen.


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