"Meilenstein der Neuordnung der Goethe-Universität"

Staatsministerin Lautenschläger und Finanzminister Karlheinz Weimar übergeben ersten Bauabschnitt auf dem Campus Westend / Start für zweite Ausbaustufe Wiesbaden / Frankfurt – „Die Übergabe der ersten Ausbaustufe und der Start der zweiten Ausbaustufe stellen einen Meilenstein der baulichen und organisatorischen Neuausrichtung der Goethe-Universität Frankfurt dar.

05.12.2008 Hessen Pressemeldung Hessisches Ministerium für Wissenschaft und Kunst

In weniger als drei Jahren Bauzeit wurden rund 170 Millionen Euro in die Neubauten des ersten Bauabschnitts investiert. Bis Ende 2011 werden weitere knapp 168 Millionen Euro aufgewendet.“ Das hat Staatsministerin Silke Lautenschläger anlässlich der Eröffnung der ersten Ausbaustufe auf dem Campus Westend der Frankfurter Universität hervorgehoben. „Es ist beeindruckend, wie hier ein Campus entsteht, der mit seinen vielen Einzelteilen optimale Bedingungen für Forschung und Lehre und studentisches Leben mitten in der Stadt schafft.“

Finanzminister Karlheinz Weimar sagte: „Die Universität mit nahezu 35.000 Studierenden sucht in vorbildlicher Weise, die Freiheit von Forschung und Lehre mit optimaler universitärer Organisationsform, Ausstattung und Wettbewerbsfähigkeit zu verbinden. Auf diesem Weg wird sie vom Land Hessen bestmöglich unterstützt.“

„Ohne die großzügige Förderung des Landes Hessen und die unermüdliche Unterstützung der Stadt Frankfurt wäre dieses ehrgeizige Vorhaben niemals im vorgenommenen Zeit- und Kostenrahmen durchzuführen gewesen“, betonte der Präsident der Goethe-Universität, Prof. Dr. Rudolf Steinberg. Insbesondere dankte er dem Hessischen Ministerpräsidenten Roland Koch, Finanzminister Weimar, Staatsministerin Lautenschläger und deren Amtsvorgänger Udo Corts. „Durch die vereinten Kräfte und die stete Zuversicht aller Beteiligten haben wir ein einmaliges und hochwertiges Umfeld für Lehren, Lernen und Forschen schaffen können. Auf diesem Weg sind hervorragende infrastrukturelle Grundlagen entstanden, die uns maßgeblich helfen werden, unser Ziel zu erreichen, zu den zehn besten Universitäten Deutschlands zu zählen.“

Mit der Übergabe des Neubaus für Rechtswissenschaft und Wirtschaftswissenschaften, der Mensa-Erweiterung mit dem Campusplatz und dem Hörsaalzentrum ist der erste Teil der Standortneuordnung der Goethe-Universität auf dem Campus Westend vollendet. Die Kindertagesstätte war Anfang 2007 fertig gestellt worden, das House of Finance im Sommer 2008. Anfang November wurde das Wollheim-Memorial eröffnet und vergangene Woche fand die Einweihung der Studentenwohnheime der evangelischen und der katholischen Hochschulgemeinden statt. Staatsministerin Lautenschläger dankte allen Beteiligten – Finanzministerium, Universität, Stadt, Hessisches Baumanagement, Planern und ausführenden Firmen – für die gelungene Teamleistung.

Die Ministerin erinnerte daran, dass die Neuordnung der Goethe-Universität eines der größten hochschulbezogenen Entwicklungsvorhaben der deutschen Nachkriegsgeschichte sei. Die Hochschule werde bis zu ihrer 100-Jahr-Feier 2014 praktisch neu errichtet. Dazu werde zeitgleich an den drei Standorten – Campus Westend, Campus Riedberg und Campus Niederrad – auf Hochtouren gearbeitet. „Insgesamt wird das Land mehr als eine Milliarde Euro für die Standortneuordnung auf dem Campus Riedberg und dem Campus Westend aufwenden.“

Am Klinikumsstandort Niederrad werden zukünftig noch rund 135 Millionen Euro in laufende Bauvorhaben investiert, um den 1. Bauabschnitt mit einem Gesamtvolumen von 325 Millionen Euro abzuschließen. Staatsministerin Lautenschläger fügte hinzu: „Die Landesregierung unterstützt auch die weiteren Pläne des Universitätsklinikums, um die Zukunft sowie Erfolg und Wirtschaftlichkeit des universitätsmedizinischen Standorts Frankfurt dauerhaft zu gewährleisten. Vorbehaltlich der Zustimmung des nächsten Landtags sind dafür weitere Investitionen von rund 470 Millionen Euro geplant.“

„Bauen im Hochschulbereich ist kein Selbstzweck, sondern notwendiger Bestandteil der Hochschulentwicklung“, sagte die Ministerin. Die Landesregierung habe deswegen nicht nur die Zuwendungen an die Hochschulen seit 1999 kontinuierlich gesteigert, sondern auch das Hochschulbauprogramm HEUREKA und das Forschungsförderungsprogramm LOEWE aufgelegt. „Unser Ziel ist die Verbesserung der Rahmenbedingungen für Lehre und Forschung und die Stärkung der hessischen Hochschulen im nationalen und internationalen Wettbewerb“, sagte die Ministerin. „Die Fortführung dieser Programme ist ein wichtiger Beitrag, um Hessen auch künftig als Bildungsstandort weiter voranzubringen.“

Mit dem bundesweit einzigartigen Förderprogramm LOEWE (Landes-Offensive zur Entwicklung Wissenschaftlich-ökonomischer Exzellenz) werden der Forschung gezielt wissenschaftspolitische Impulse gegeben, die zur Schwerpunktbildung und einer stärkeren Vernetzung von Wissenschaft, außeruniversitärer Forschung und Wirtschaft beitragen. Insbesondere soll auch die Zahl der gemeinsam mit dem Bund finanzierten Forschungseinrichtung erhöht werden und somit die bisher unterdurchschnittlichen Forschungs- und Entwicklungs-Aufwendungen des Bundes in Hessen ausgeweitet werden. In einer ersten Förderrunde im Juni 2008 wurden zehn Projekte ausgewählt, die bis Ende 2010 mit insgesamt 115 Millionen Euro unterstützt werden.

Im Rahmen von HEUREKA (Hochschul Entwicklungs- und Umbauprogramm: RundErneuerung, Konzentration und Ausbau von Forschung und Lehre) investiert die Landesregierung jährlich 250 Millionen Euro in die bauliche Erneuerung der zwölf hessischen Universitäten, Fach- und Kunsthochschulen. Bis 2020 sollen so insgesamt drei Milliarden Euro in die bauliche Infrastruktur der Hochschulen fließen.

Daten und Fakten

Bauherr:
Land Hessen, vertreten durch das Hessische Ministerium für Wissenschaft und Kunst
vertreten durch die Goethe-Universität Frankfurt am Main
vertreten durch das Hessische Baumanagement, Regionalniederlassung Rhein-Main in Abstimmung mit dem Hessischen Ministerium der Finanzen
Übergabe der Rechtswissenschaft und Wirtschaftswissenschaften, des Hörsaalzentrums und des Casinos (Bauzeit: September 2006 - November 2008): Rechtswissenschaft und Wirtschaftswissenschaften
Planung:
Thomas Müller Ivan Reimann Gesellschaft von Architekten GmbH, Berlin Ebert Ingenieure, Nürnberg (TGA)
GSE Ingenieurconsult Technische Gesamtplanung GmbH, Berlin (Statik)
Kenndaten:
Hauptnutzfläche: 17.838 m²
Bruttogeschossfläche: 30.225 m²
Bruttorauminhalt: 128.676 m³
Arbeitsplätze: 2.500 Arbeitsplätze für 8.000 Studierende, 500 Wissenschaftler / Mitarbeiter
Gesamtkosten: 72,1 Mio. Euro (incl. Geräteausstattung)

Hörsaalzentrum

Planung:
Ferdinand Heide, Frankfurt am Main
Ebert Ingenieure, Nürnberg
Sailer Stephan und Partner, München
Kenndaten:
Hauptnutzfläche: 5.299 m²
Bruttogeschossfläche: 12.000 m²
Bruttorauminhalt: 63.374 m³
Arbeitsplätze: 3.600 Arbeitsplätze
Gesamtkosten: 37,8 Mio. Euro (incl. Geräteausstattung)
Anbau Casino
Planung:
Ferdinand Heide, Frankfurt am Main
Ebert Ingenieure, Nürnberg
Bollinger und Grohmann Ingenieure, Frankfurt am Main
Kenndaten:
Hauptnutzfläche: 2.185 m²
Bruttogeschossfläche: 4.205 m²
Bruttorauminhalt: 19.918 m³
Speiseplätze: rd. 400 Speiseplätze
Gesamtkosten: 13,7 Mio. Euro (incl. Geräteausstattung)

2. Ausbaustufe (Bauzeit: Dezember 2008 - Oktober 2011)

Gesellschafts- und Erziehungswissenschaften, Psychologie, Humangeographie, Zentralverwaltung und Tiefgarage
Planung:
Thomas Müller Ivan Reimann Gesellschaft von Architekten GmbH, Berlin
Alhäuser + König Ingenieurbüro GmbH, Hachenburg
Ruffert & Partner Ingenieurgesellschaft mbH, Limburg
Kenndaten:
Hauptnutzfläche: 29.127 m²
Bruttogeschossfläche: 80.562 m²
Bruttorauminhalt: 281.411 m³
Arbeitsplätze: Arbeitsplätze für 8.500 Studierende, 780 Wissenschaftler / Mitarbeiter
Gesamtkosten: 167,7 Mio. Euro (incl. Geräteausstattung)


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