Nordrhein-Westfalen

Ministerin Schulze: Studieren ohne Abitur muss selbstverständlich werden

Immer mehr Menschen ohne Abitur studieren. So ist die Zahl der an den nordrhein-westfälischen Hochschulen eingeschriebenen Studierenden, die statt Abi eine anerkannte berufliche Qualifikation haben, zum Winter­semester 2012/2013 doppelt so hoch wie noch ein Jahr zuvor. NRW nimmt somit für diesen Bereich bundesweit die Spitzenposition ein.

04.04.2013 Pressemeldung Ministerium für Innovation, Wissenschaft und Forschung des Landes Nordrhein-Westfalen

Die Gesamtzahl dieser Studierenden an den Fachhochschulen stieg von 487 auf 727 Personen und an der Universitäten von 190 auf 386. Erstmals wagten jetzt also insgesamt mehr als tausend beruflich Qualifizierte den Schritt an die Hochschulen. Die Vergleichswerte für Frauen wie Männer stiegen dabei etwa gleich stark an. Berücksichtigt man in der Statistik auch die Fernuni Hagen, liegt die Gesamtzahl noch einmal im vierstelligen Bereich höher.

Wissenschaftsministerin Svenja Schulze will diesen positiven Trend auch in Zukunft fortsetzen. "Die Steigerungsraten sind sehr ermutigend, aber natürlich wünschen wir uns noch viel mehr Studierende aus diesem Bewerberkreis. Studieren ohne Abi – das muss schlicht eine Selbstverständlichkeit werden."

So hat die Ministerin bereits vor einiger Zeit die Patenschaft über ein Modellprojekt übernommen, das helfen soll, die Berührungsängste beruflich Qualifizierter mit dem akademischen Sektor abzubauen. An diesem Stipendienprogramm der Hans-Böckler-Stiftung für insgesamt 90 beruflich Qualifizierte sind die Universität Duisburg-Essen und die FH Niederrhein als Kooperationspartner beteiligt.

Drei Varianten gibt es beim "Studieren ohne Abi":

  1. Meister oder Personen in einer vergleichbaren Position, z.B. IHK-Fachwirte oder IHK-Fachkaufleute, können direkt ins Studium durch­starten. Es besteht direkter Zugang zu den Studiengängen an sämtlichen Universitäten und Fachhochschulen in NRW.

  2. Studierwillige, die eine mindestens zweijährige Ausbildung erfolgreich abgeschlossen haben und mindestens drei Jahre in ihrem erlernten Beruf tätig waren, können direkt und ohne Zugangsprüfung Studien­gänge beginnen, die fachlich ihrer Ausbildung und Berufspraxis ent­sprechen. Hierüber entscheidet im Einzelfall die jeweilige Hoch­schule.

  3. Mit einer abgeschlossenen, mindestens zweijährigen Ausbildung und drei Jahren Berufspraxis können Studieninteressierte ohne Abitur auch Fächer studieren, die nicht ihrem bisherigen Berufsweg ent­sprechen. Dies gilt auch, wenn sie nach der Ausbildung Kinder er­zogen oder Angehörige gepflegt haben. Diese Zeit wird als Berufs­praxis anerkannt. Mit diesen Qualifikationen haben sie die Wahl zwischen einem Probestudium oder einer Zugangsprüfung an der jeweiligen Hochschule.


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