Minster Prof. Dr. Peter Frankenberg zeichnet Spitzenforscher des Landes aus - Festakt mit Prominenz aus Wissenschaft, Wirtschaft und Politik in Freiburg
Wissenschaftsminister Professor Dr. Peter Frankenberg verlieh heute im Rahmen eines Festaktes an der Universität Freiburg den Landesforschungspreis 2006. Die Preise gingen an Prof. Dr. Dieter H. Wolf vom Institut für Biochemie der Universität Stuttgart und an die Forschergruppe um den Physiker Dr. Martin Walther vom Freiburger Fraunhofer-Institut für Angewandte Festkörperphysik.
21.06.2007 Baden-Württemberg Pressemeldung Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kunst Baden-WürttembergDie Ehrung wird jährlich für eine Arbeit aus dem Bereich der Grundlagenforschung und der angewandten Forschung vergeben und ist mit je 100.000 Euro dotiert. "Mit diesem höchstdotierten Forschungspreis eines Bundeslandes unterstreicht die Landesregierung ihr Engagement, die Spitzenforschung als Schrittmacher für die Zukunft unseres Landes maßgeblich zu unterstützen", so Frankenberg. "Wir brauchen international führende Köpfe und wissenschaftliche Exzellenz. Das hat traditionell höchste Priorität innerhalb der Forschungspolitik Baden-Württembergs." Dies sei nicht zuletzt daran zu erkennen, dass der Preis dieses Jahr zum 17. Mal vergeben werde.
In der von dem Fernsehjournalisten Markus Brock moderierten Veranstaltung berichteten die Preisträger aus ihren Forschungsarbeiten. Der Präsident der Deutschen Forschungsgemeinschaft, Prof. Dr.-Ing. Matthias Kleiner, befasste sich in seiner Festrede "Wissenschaft im Wettbewerb" mit der Frage, auf welchem Nährboden wissenschaftliche Höchstleistungen entstehen. Konkurrenz belebe auch hier das Geschäft - um so wichtiger sei es, darüber nachzudenken, wie vor dem Hintergrund des globalen Wettlaufs um die besten Forscher dieser Wettbewerb organisiert sein müsse.
Prof. Dr. Dieter H. Wolf vom Institut für Biochemie der Universität Stuttgart wurde für bahnbrechende Forschungstätigkeiten im Bereich des regulierten Eiweißabbaus in Zellen geehrt. Seine Grundlagenforschung besitzt hohen Praxisbezug, denn ein nicht funktionierender Abbau von Proteinen kann schwere Erkrankungen wie Alzheimer, Parkinson und BSE sowie verschiedene Krebserkrankungen nach sich ziehen. Dieter H. Wolf und sein Forscherteam entdeckten 1996, dass geschädigte oder abnorme Proteine, also Proteinmüll innerhalb der Zelle aktiv erkannt, transportiert und abgebaut werden. Diese Erkenntnis ist eine wichtige Grundlage zum Verständnis von neurodegenerativen Krankheiten und von Mukoviszidose.
Den Landesforschungspreis für Angewandte Forschung erhielt die Forschergruppe um den Physiker Dr. Martin Walther vom Freiburger Fraunhofer-Institut für Angewandte Festkörperphysik (IAF). Das Team hat gemeinsam mit der Heilbronner Firma AIM Infrarot-Module GmbH den weltweit ersten zweifarbigen Infrarot-Detektorchip entwickelt. Zweifarbige Wärmebildkameras können bislang nicht realisierbare Messaufgaben im Bereich der Infrarottechnologie lösen. Sie ermitteln für das menschliche Auge nicht sichtbare Strahlung im Infraroten und erlauben damit, in der Dunkelheit auf Grund der thermischen Eigenstrahlung Körper zu "sehen" und zu fotografieren. Das Team arbeitet jetzt daran, zu einer mehrfarbigen IR-Sensorik zu gelangen, um in Zukunft Aufnahmen im kompletten Farbspektrum erstellen zu können.
Weitere Informationen zum Landesforschungspreis und den Arbeiten der Preisträger finden Sie unter www.mwk.baden-wuerttemberg.de/.
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