Nachwuchsmangel bremst Wachstumsaussichten der IKT-Branche

Nach aktuellen Erhebungen des Statistischen Bundesamtes ist die Zahl der Informatik-Erstsemester im Studienjahr 2005 weiter gesunken – um rund vier Prozent gegenüber dem Vorjahr. Zwischen den Jahren 2000 und 2004 war die Zahl der Erstsemester bereits um über 20 Prozent zurückgegangen. Dies ist umso dramatischer als der der IKT-Branche bereits jetzt pro Jahr mehrere tausend qualifizierte Hochschulabsolventen fehlen – Tendenz steigend. "Die deutsche IKT-Branche gehört zu den Wachstumsmotoren der deutschen Wirtschaft. Hier entstehen Innovationen und zukunftsfähige Arbeitsplätze. Umso weniger darf uns ein Mangel an geeigneten Fachkräften jetzt den Wind aus den Segeln nehmen", sagte Jürgen Gallmann, stellvertretender Vorsitzender der Initiative D21 und Vorsitzender der Geschäftsführung Microsoft Deutschland GmbH.

08.12.2005 Pressemeldung Initiative D21 e. V.

Deshalb fordert die Initiative D21 Wissenschaft und Politik auf, die Chancen des Bologna-Prozess gemeinsam zu nutzen, um die Zahl der Studienanfänger und Absolventen zu erhöhen. Dazu muss die Attraktivität und Qualität der akademischen IT-Ausbildung gesteigert werden. Die Initiative D21 möchte Wirtschaft und Hochschulen an einen Tisch bringen. Dabei sollen Studieninhalte und Lehrmethoden auf den Prüfstand gestellt und Wege gesucht werden, das Studium praxisnäher, internationaler und kürzer zu gestalten. "Ein solcher systematisierter und regelmäßiger Dialog hat bisher gefehlt", so Gallmann weiter.

Um den Bologna-Prozess zu unterstützen und Strategien für eine erfolgreiche Reformierung der IT-Studiengänge zu erarbeiten, wird die Initiative D21 einen eigenen Bologna-Arbeitskreis aus IKT-Unternehmensvertretern, Bildungspolitikern und Hochschulvertretern bilden. In einem ersten Schritt wird der Arbeitskreis im Jahr 2006 einen Praktikumsleitfaden erarbeiten, der Hochschulen, Unternehmen und Studierenden zur Verfügung gestellt wird. Ziel soll es sein, die Vermittlung von methodischen, persönlichen und sozialen Kompetenzen bereits im Studium zu optimieren.

Weitere Informationen im Memorandum und einer Studie der Initiative D21 zum Bologna-Prozess:
www.initiatived21.de/

Kontakt:

Anja Katthöfer
Koordinatorin Bildung, Qualifikation und Chancengleichheit

Tel. 030.386.300.86

Die Initiative D21 ist Europas größte Partnerschaft zwischen Politik und Wirtschaft (Public Private Partnership). Sie besteht aus einem Netzwerk von 200 Mitgliedsunternehmen und -organisationen aller Branchen, die gemeinsam mehr als eine Million Menschen in der Bundesrepublik beschäftigen. Ziel des gemeinnützigen Vereins ist es, durch bessere Bildung, Qualifikation und Innovationsfähigkeit wirtschaftliches Wachstum zu stimulieren und zukunftsfähige Arbeitsplätze zu sichern. Dafür setzt sich die Initiative gemeinsam mit politischen Partnern in praxisorientierten und interdisziplinären Projekten ein. Alle Maßnahmen von D21 besitzen einen engen Bezug zu Informations- und Kommunikationstechnologien, einer entscheidenden Basis für die Zukunft Deutschlands.

Ansprechpartner

Initiative D21 e. V.

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