Bayern

Nationales Bildungspanel (NEPS) in Bamberg wird erstes Leibniz-Institut in Oberfranken

Die Gemeinsame Wissenschaftskonferenz (GWK) hat heute beschlossen, das Nationale Bildungspanel (NEPS) an der Otto-Friedrich-Universität Bamberg mit Wirkung zum 1. Januar 2014 in die gemeinsame Bund-Länder-Förderung innerhalb der Leibniz-Gemeinschaft aufzunehmen.

28.06.2013 Pressemeldung Bayerisches Staatsministerium für Wissenschaft und Kunst

Auf der Basis der überaus positiven Empfehlung des Wissenschaftsrats vom 26. April 2013 stehen die überregionale Bedeutung des NEPS und ein gesamtstaatliches wissenschaftspolitisches Interesse an seiner nachhaltigen Fortführung fest. Der Wissenschaftsrat hält eine außeruniversitäre Institutionalisierung des NEPS für sinnvoll und notwendig. Dieser eindeutigen Empfehlung ist die GWK mit ihrem heutigen Beschluss einhellig gefolgt. Zum 1. Januar 2014 kann somit das Leibniz-Instiut für Bildungsforschung e. V. (LIfBi e. V.) in Bamberg – und als An-Institut der Universität Bamberg – mit einem Jahreshaushaltsvolumen von rund 20 Millionen Euro seine Arbeit aufnehmen. Eine nachhaltige Kontinuität der herausragenden Bamberger Bildungsforschung ist damit gewährleistet.

Wissenschaftsminister Wolfgang Heubisch betont: "Das ist eine großartige Entscheidung für den Wissenschaftsraum Oberfranken und ein großer Erfolg für unsere Wissenschaftspolitik. Die Universität Bamberg erhält zu Beginn des nächsten Jahres einen herausragenden außeruniversitären Partner in der Bildungsforschung. Die Standortkompetenz in Bildungsfragen wird damit eindrücklich unter Beweis gestellt."

Das Nationale Bildungspanel (NEPS) untersucht Bildungsprozesse und individuelle Kompetenzentwicklungen über die gesamte Lebensspanne und ist damit ein einzigartiges Forschungsvorhaben. Von Neugeborenen bis ins hohe Erwachsenenalter nehmen insgesamt 100.000 Personen aus ganz Deutschland an den Längsschnitterhebungen teil. Die Studienteilnehmer werden dabei jedes Jahr wiederbefragt und getestet, so dass die Veränderungen der Bildungs- und Lebensverläufe Schritt für Schritt abgebildet und im Detail nachvollzogen werden können. Damit werden die Bildungsberichterstattung und die Beratung von Politik und Verwaltung in Bildungsfragen auf eine neue Grundlage gestellt. Dies ist für Bund und Länder gleichermaßen hoch relevant.

Die Daten des Nationalen Bildungspanels werden der Gemeinschaft der Wissenschaftler nach der Erhebung und Datenprüfung jeweils umgehend als sogenannte "Scientific Use Files" zugänglich gemacht. Das Nationale Bildungspanel erforscht die Bildungsprozesse im Längsschnitt über den gesamten Lebenslauf. Es wurde an der Universität Bamberg im Rahmen eines BMBF-geförderten Vorläuferprojekts mit einem Fördervolumen von 2 Millionen Euro zwischen 2006 und 2008 vorbereitet. Nach zwei sehr positiven Begutachtungen in den Jahren 2007 und 2008 durch die DFG wird das NEPS von 2009 bis 2013 mit 85 Millionen Euro im Rahmenprogramm Empirische Bildungsforschung vom BMBF gefördert. Darüber hinaus fördert die DFG im Rahmen eines Schwerpunktprogramms zwischen 2012 und 2017 die Auswertung der Daten des NEPS mit 5,5 Millionen Euro. Allein diese Zahlen beweisen die exzellente Qualität der Bildungsforschung in Bamberg.


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