Neue Chancen für die Universität Kassel

Das Hochschulbauprogramm HEUREKA (Hochschul Entwicklungs- und Umbauprogramm: RundErneuerung, Konzentration und Ausbau von Forschung und Lehre in Hessen), das bis 2020 Investitionen von drei Milliarden Euro für die hessischen Universitäten, Fach- und Kunsthochschulen vorsieht, eröffnet für die Universität Kassel die Möglichkeit, ihre Einrichtungen am Hauptstandort "Holländischer Platz" weitgehend zu konzentrieren. Bei einem Besuch der Hochschule hat der Hessische Minister für Wissenschaft und Kunst, Udo Corts, heute darauf hingewiesen, dass für die Bauvorhaben des Landes für die Universität Kassel – Neubauten und Umnutzungen bisheriger Gebäude – gemäß der Bedarfsschätzung ein Volumen von rund 200 Millionen Euro vorgesehen ist. "Kernstück des Baukonzepts ist der Umzug der Fachbereiche und Einrichtungen von der Heinrich-Plett-Straße in Kassel-Oberzwehren auf das ehemalige Gottschalkgelände am Campus ,Holländischer Platz´." Die Landesregierung unterstütze damit die Universität auf ihrem Weg zu einer international attraktiven Hochschule mit modernem Studienangebot und als Forschungsuniversität mit Profil bildenden Schwerpunkten.

25.04.2007 Hessen Pressemeldung Hessisches Ministerium für Wissenschaft und Kunst

Ausgangspunkt der baulichen Neuordnung der Universität Kassel sind gravierende Mängel und ein erheblicher Renovierungsbedarf der Gebäude auf dem Gelände an der Heinrich-Plett-Straße. Durch die dezentrale Lage dieses überwiegend von den Naturwissenschaften genutzten Standorts ergeben sich zudem funktionale Nachteile. Universität und Landesregierung hatten daher in Zusammenarbeit mit der Hochschul-Informations-System GmbH Hannover eine bauliche Entwicklungsplanung erarbeitet, die 2005 vorlag. Sie gründet auf der Nutzbarkeit des 2002 vom Land für die Universität Kassel erworbenen Grundstücks der ehemaligen Gottschalk-Fabrik in der Gottschalkstraße 14-24 als Erweiterungsfläche des Campusgeländes "Holländischer Platz". Aufgrund des HEUREKA-Programms kann die Umsetzung nun beginnen.

Das bauliche Gesamtkonzept der Universität Kassel umfasst drei Bauabschnitte:
Noch in diesem Jahr soll mit dem Neubau für die Erziehungs- und Sprachwissenschaften an der Kurt-Wolters-Straße begonnen werden. Der Baugenehmigungsantrag wird zur Zeit vorbereitet. Nach Fertigstellung dieses Gebäudes können weitere Umzugs- und Optimierungsschritte am zentralen Universitätsstandort "Holländischer Platz" realisiert werden. So sollen 1.500 Quadratmeter Mietflächen für die Fachbereiche Wirtschaftswissenschaften und Ingenieurmathematik aufgegeben und zwei bisher vom Fachbereich Erziehungswissenschaften genutzte Leichtbauhallen abgerissen werden. Der erste Bauabschnitt hat ein Volumen von schätzungsweise 54 Millionen Euro.

Die Arbeitssituation für die Fachbereiche Wirtschaftswissenschaften und Architektur, Stadtplanung, Landschaftsplanung wird verbessert, indem auf dem ehemaligen Gottschalk-Gelände im ersten Bauabschnitt zunächst zwei Gebäude umgenutzt und eines neu errichtet werden. Nach Auszug von Fachgebieten des Fachbereichs Architektur, Stadtplanung, Landschaftsplanung aus der Henschelstraße 2 wird der Fachbereich Wirtschaftswissenschaften dort konzentriert untergebracht. Mit dem Auszug der Wirtschaftswissenschaften aus der Universitätsbibliothek kann dieses Gebäude dann vollständig zweckentsprechend genutzt werden. Die Zentralmensa erhält einen Erweiterungsbau mit zusätzlichem Speisesaal. Die Planungsaufträge sind an das Hessische Baumanagement erteilt.

Zum Einstieg in die Umsetzung des ersten Bauabschnitts wird gegenwärtig die Konzeption für einen Hochbauwettbewerb für den Neubau des Architekturgebäudes auf dem Gottschalk-Gelände erarbeitet. Durch einen Wettbewerb sollen auch die städtebaulichen Fragen geklärt werden. Alle Details der weiteren Vorgehensweise werden zwischen der Universität, dem Hessischen Ministerium für Wissenschaft und Kunst, dem Finanzministerium und bezüglich der städtebaulichen Rahmenbedingungen auch mit der Stadt Kassel abgestimmt.

Um die Einrichtungen des bisherigen Hochschulstandorts Heinrich-Plett-Straße an den zentralen Universitätsstandort verlagern zu können, sollen in einem insgesamt rund 30 Millionen Euro teuren zweiten Bauabschnitt vor allem die für zentrale Nutzungen erforderlichen Flächen eingerichtet werden: So ist der Neubau eines zentralen Hörsaalgebäudes einschließlich eines "Campus Center" als zentrale Serviceeinrichtung der Universität Kassel geplant. In dieser Bauphase sollen zudem zwei Gebäude auf dem ehemaligen Gottschalk-Gelände für die Unterbringung der zentralen Uni-Werkstätten sowie weiterer Fachgebiete des Fachbereichs Architektur, Stadtplanung, Landschaftsplanung einschließlich einer Werkstatt umgenutzt beziehungsweise neu gebaut werden.

Die Aufgabe des Hochschulstandortes Heinrich-Plett-Straße erfordert in einem dritten Bauabschnitt darüber hinaus einen Neubau für die Naturwissenschaften einschließlich eines Institutsgebäudes für die Nanostrukturwissenschaften am zentralen Universitätsstandort "Holländischer Platz". Außerdem sollen zwei denkmalgeschützte Kopfbauten auf dem früheren Gottschalkgelände und das so genannte Gebäude Technik I/II umgenutzt werden. Die Kosten für diesen Bauabschnitt belaufen sich auf zirka 95 Millionen Euro.

Zusätzlich zu den genannten Projekten sind weitere Investitionen für die Kunsthochschule, die Murhardsche Bibliothek und die Gestaltung der Außenanlagen der Universität vorgesehen.

Universitätspräsident Prof. Dr. Rolf-Dieter Postlep würdigte das Investitionsprogramm als klares Signal der Landesregierung für die Zukunftssicherung der Kasseler Universität. Dies gelte insbesondere für die Umsiedlung der Naturwissenschaften und die Konzentra- tion der Universität auf den innerstädtischen Hauptcampus am "Holländischen Platz", der nun wettbewerbsfähig weiterentwickelt werden könne. Die Landesregierung leite damit den Übergang vom Aufbau zum Ausbau der Kasseler Universität ein: "Damit sind die Weichen für eine neue Entwicklungsphase gestellt."


Schlagworte

Keine Kommentare vorhanden

Sie sind derzeit nicht angemeldet. Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich vorab bei uns registrieren. Alternativ können Sie sich über Ihren Facebook-Account anmelden.
Anmelden