Neue Chancen für Erfindungen aus Hochschulen und Forschungsinstituten

Der bereits seit Jahren sehr erfolgreiche "Patentverbund Forschung Rheinland-Pfalz" kann Hochschulen und Forschungseinrichtungen im Land auch in den kommenden drei Jahren weiter bei der Patentierung und Vermarktung von Erfindungen unterstützen. Die Voraussetzungen dafür haben jetzt das Wissenschafts- und das Wirtschaftsministerium gemeinsam mit der Investitions- und Strukturbank (ISB) Rheinland-Pfalz geschaffen. Land und ISB kompensieren dabei die zurückgeschraubte Bundesförderung mit mehr als 215.000 Euro.

28.07.2008 Rheinland-Pfalz Pressemeldung Ministerium für Bildung, Wissenschaft, Jugend und Kultur, Rheinland-Pfalz

Wissenschaftsministerin Doris Ahnen hält die Patentverwertung aus den Hochschulen "für eines der besten Beispiele, wie Wissenschaft und Wirtschaft effizient zusammenarbeiten können" und ist davon überzeugt, "dass die Investitionen in Innovationen aus der Wissenschaft eine der wichtigsten Investitionen in die Zukunft unseres Landes sind". Wirtschaftsminister Hendrik Hering betont: "Die Innovationen aus den Hochschulen sind ein unverzichtbarer Beitrag, um die Konkurrenzfähigkeit der heimischen Wirtschaft sicherzustellen, was insbesondere vor dem Hintergrund der immer enger vernetzten Weltwirtschaft von immenser Bedeutung ist". Und Hans-Joachim Metternich, Sprecher der Geschäftsführung der Investitions- und Strukturbank Rheinland-Pfalz GmbH (ISB), bezeichnet die Patentvermarktung durch die IMG Innovations-Management GmbH in Kaiserslautern als "wichtiges Element der Wirtschaftsförderung in Rheinland-Pfalz, da Innovationen die Konkurrenzfähigkeit der Unternehmen deutlich erhöhen".

Exzellente Forschungsergebnisse der Hochschulen und außeruniversitären Forschungseinrichtungen müssen möglichst gut geschützt und vermarktet werden, um als Innovationen auf dem Markt Erfolg zu haben. Darum kümmert sich der "Patentverbund Forschung Rheinland-Pfalz". Die ISB-Tochtergesellschaft IMG fungiert als Dienstleister in diesem Verbund, dem neben den vier Universitäten des Landes sechs außeruniversitäre Forschungseinrichtungen sowie fünf der sieben Fachhochschulen angehören.

Ein halbes Dutzend Experten unterschiedlicher Fachrichtungen sind bei der IMG dafür zuständig, Erfindungen zu bewerten, die aussichtsreichsten davon einer Patentanmeldung zuzuführen, passende Unternehmen für die Vermarktung zu suchen und Verwertungsverträge mit diesen abzuschließen. Jedes Jahr werden 60 bis 70 Erfindungen aus den Hochschulen und Forschungseinrichtungen von der IMG dem Bewertungsverfahren unterzogen. Durchschnittlich 25 bis 30 der erfolgversprechendsten Erfindungen werden zum Patent angemeldet, für jährlich rund zehn Innovationen werden schließlich Vermarktungsverträge mit Unternehmen abgeschlossen. Bis dann tatsächlich Produkte am Markt erhältlich sind, dauert es meistens noch einige Jahre, da die Erfindungen erst bis zur Marktreife weiterentwickelt werden müssen. Sobald jedoch die Vermarktung erfolgreich angelaufen ist, werden sowohl die Hochschulen als auch die Erfinderinnen und Erfinder am Umsatz beteiligt.

Derzeit werden rund 60 Vermarktungsverträge von der IMG betreut. "Laufend kommen neue Vermarktungsverträge hinzu, so dass mittelfristig auch mit entsprechenden Rückflüssen gerechnet werden darf", unterstreicht IMG-Geschäftsführer Klaus Kobek. Er ergänzt, von diesen Aktivitäten profitierten sowohl die Hochschulen, denen zusätzliche Forschungsmittel zuflößen, als auch die Wirtschaft, die auf dringend benötigte Innovationen zurückgreifen könne.

Beispiele für solche patentgeschützten Erfindungen aus der Wissenschaft im Land sind ein neues Verfahren zur Reduktion von Stickoxiden in Dieselabgasen, eine neuartige Vorrichtung zur Blutuntersuchung oder ein innovatives Verfahren zur Pyrolyse (Verschwelung) von organischem Material. Auf dieser Basis wurde von einem der Erfinder in Bingen ein neues Unternehmen gegründet, das nun die Erfindung zur Marktreife weiterentwickelt.

Da die seit 2002 laufende Verwertungsoffensive, die im Programm "SIGNO Hochschulen" auch vom Bund unterstützt wurde, sehr vielversprechend verlief, wird die Bundesförderung nun bis zum Jahr 2010 fortgesetzt – allerdings auf einem niedrigeren Niveau als bisher. Insgesamt stellen die ISB Rheinland-Pfalz, die beiden Landesministerien für Wissenschaft und für Wirtschaft sowie das Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie für das Projekt in Rheinland-Pfalz jährlich rund 615.000 Euro bereit.


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