Neue Hochschule für Bauwesen
Die geplante neue Hochschule für Architektur, Stadtplanung, Bauingenieurwesen und Geomatik in der HafenCity soll den Namen HafenCity Universität bekommen. Der Se-nat hat heute den Gesetzentwurf zur Gründung der HafenCity Universität beschlossen und zur Abstimmung mit den Hochschulen und Spitzenverbänden freigegeben. Der Gesetzentwurf sieht die Gründung der neuen Hochschule zum 1. Januar 2006 vor.
24.05.2005 Hamburg Pressemeldung Behörde für Wissenschaft, Forschung und Gleichstellung Hansestadt HamburgIn der HafenCity Universität sollen die Architektur-Studiengänge der Hochschule für bildende Künste (Hfbk) und der Hochschule für Angewandte Wissenschaften (HAW) sowie die Stu-diengänge Bauingenieurwesen und Geomatik der HAW und der Studiengang Stadtplanung der Technischen Universität Hamburg-Harburg (TUHH) zusammengefasst werden. Wissenschaftssenator Jörg Dräger, Ph.D.: "Die HafenCity Universität ist eine einmalige Chance. Mit dieser Neugründung erhält Hamburg eine qualitativ hochwertige, kreative und innovative Bauausbildung, die der besonderen Baukultur der Stadt entspricht. Zugleich soll die Bauhochschule internationale Strahlkraft für die Wissenschafts- und Hochschulmetropole Hamburg entwickeln."
Die neue HafenCity Universität soll
- qualitativ hochwertige und innovative Bachelor- und Masterstudien anbieten, die ein solides Fundament für die etablierten Berufsfelder legen, aber auch neue Berufsfelder er-schließen,
- ein klares Profil in Forschung und Entwicklung erarbeiten, das die große Chance der Interdisziplinarität zwischen Technik, Kreativität und Ökonomie nutzt
- in definierten fachlichen Schwerpunktbereichen auch im internationalen Maßstab konkurrenzfähig und exzellent sein,
- auf Stadt und Bürger, Wirtschaft und Kultur mit bedarfsorientierten Angeboten in Lehre, Forschung und Entwicklung zugehen. Als Forum lebendiger Diskussion soll sie zur Entwicklung der besonderen Baukultur Hamburgs und zu Fragen der Stadtentwicklung beitragen.
Die neue Hochschule soll zum 1. Januar 2006 als Universität in der Rechtsform einer Körperschaft des öffentlichen Rechts errichtet werden. Bereits seit November 2004 haben Vertreter der betroffenen (Fach-)Bereiche, die Präsidien der HAW, HfbK und TUHH sowie die Wissenschaftsbehörde über die strukturellen Eckpunkte und den Gründungsprozess der neuen Hochschule beraten. Dabei haben die Partner sehr weitgehend Konsens über die Struktur und das Grobprofil der neuen Hochschule sowie insbesondere über deren Organisation in der Gründungsphase erzielt. Diese Ergebnisse hat der Senat in seiner Entscheidung über die strukturellen und quantitativen Eckpunkte und in dem Gesetzentwurf zugrunde ge-legt.
Die neue Hochschule vereint Einrichtungen aus drei unterschiedlichen Hochschultypen (Uni-versität, Kunsthochschule und Fachhochschule), deren Integration durch möglichst flexible Regelungen ermöglicht wird:
- Das Bachelor-Master-Studiensystem wird in der HafenCity Universität dazu beitragen, anwendungs- und forschungssorientierte Schwerpunkte zu integrieren. Die neue Hochschule soll als Universität diese Entwicklung des internationalen Hochschulsystems aufgreifen und voranbringen, ohne Praxisnähe und Anwendungsbezug zu vernachlässigen.
- Mit einer individuell zu vereinbarenden Lehrverpflichtung von 4 bis 16 Wochenstunden werden forschungsorientierte Professuren mit sehr geringer Lehrverpflichtung ebenso möglich sein wie lehrorientierte Professuren mit hoher Lehrverpflichtung.
- Ehemaligen Fachhochschulprofessoren wird der Statuswechsel zu Universitätsprofessoren durch ein berufungsähnliches Verfahren ermöglicht.
Die Hochschule soll die bisherigen grundständigen Studienangebote Architektur, Bauingenieurwesen, Geomatik und Stadtplanung weiterführen und im Weiteren vor allem interdisziplinäre Lehrangebote auch für Master-Studien entwickeln. Die bisherigen Diplom-Studierenden können ihre Studien zu Ende führen. Ab Wintersemester 2006/2007 sollen alle Studienanfänger im Bachelor-Studium starten. In Forschung, Entwicklung und Transfer sollen - anknüpfend an bisherige Stärken - innovative, interdisziplinäre Schwerpunkte gesetzt werden, die die Synergien der Fächer fruchtbar werden lassen.
Pro Jahr sollen an der HafenCity Universität rund 375 Bachelor- und 200 Master-Studienanfänger beginnen. Damit wird die neue Hochschule insgesamt rund 1500 Studierende haben.
Während der Gründungsphase, die bis 30. September 2008 andauert, soll die HafenCity Universität eine interdisziplinäre Studiengangsstruktur und eine durch die Hochschule selbst bestimmte Leitungs- und Organisationsstruktur entwickeln.
Die Organisationsstruktur sieht in der Gründungsphase vor:
- - Die HafenCity Universität soll sich in die vier Departments Architektur, Bauingenieurwesen, Geomatik und Stadtplanung gliedern, die jeweils von einem Vorstand geleitet werden sollen. Department-Vorstände und Präsidium bilden die erweiterte Hochschulleitung. Die Departments sind die fachlichen Grundeinheiten, die zunächst vor allem die bisherigen Studienangebote weiterführen.
- Das Gründungspräsidium soll aus dem Gründungspräsidenten bzw. der Gründungspräsidentin, zwei Vizepräsidenten bzw. Vizepräsidentinnen und einem Kanzler bzw. einer Kanzlerin bestehen.
- Der Gründungspräsident bzw. die Gründungspräsidentin soll von einer mit externen Mitgliedern besetzten Findungskommission unter Leitung des Präses der Behörde für Wissenschaft und Gesundheit gewählt werden, der dem Senat einen Ernennungsvorschlag vorlegt. Auf dieses Verfahren hatten sich die Beteiligten einhellig verständigt.
- Der Gründungssenat soll elf Mitglieder haben, die nicht von den einzelnen Departments in Wahlkreisen, sondern von der Hochschule insgesamt gewählt werden.
- Der Hochschulrat soll die gesetzliche Zahl von fünf Mitgliedern haben. Eine seiner wich-tigsten Aufgaben wird der Beschluss der Struktur- und Entwicklungsplanung sein.
Der HafenCity Universität werden zunächst die Ressourcen übertragen, die die drei Hochschulen für die abzugebenden Bereiche bisher aufgewandt haben. Hierzu gehören anteilig auch zentral veranschlagte Personal- und Sachmittel. Perspektivisch soll das Budget für Personal- und Sachmittel bei etwa 14 Mio. Euro pro Jahr liegen. Die Hochschule erhält einen architektonisch anspruchsvollen Neubau in der HafenCity. Dies hebt die besondere Baukultur Hamburgs hervor und ist zugleich ein wichtiger Beitrag zur Belebung der HafenCity. Der Neubau soll aus den Mitteln des Sonderinvestitionsprogramms "Hamburg 2010" finanziert werden.
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