Neue Lehrerbildung für berufliche Schulen in technischen Fachrichtungen

Welche neuen Wege in der Lehrerbildung beschritten werden können, stellt die Pädagogische Hochschule Schwäbisch Gmünd heute (25. Februar) im Rahmen einer Tagung vor. An verschiedenen Standorten in Baden-Württemberg wurden bereits so genannte kooperative Bachelor / Master Studiengänge eingeführt, die die Ausbildung zum Lehrer an beruflichen Schulen mit technisch-gewerblichen Fächern an einer Fachhochschule in Kooperation mit einer Pädagogischen Hochschule ermöglichen. Im Rahmen der Tagung sprechen Kultusminister Helmut Rau MdL sowie weitere Kapazitäten aus Wissenschaft und Wirtschaft über die Entwicklung, die Chancen und Perspektiven des Studiengangs.

25.02.2008 Baden-Württemberg Pressemeldung Ministerium für Kultus, Jugend und Sport Baden-Württemberg

Seit Einführung des Studienbetriebs im Wintersemester 03/04 haben sich die Studierendenzahlen positiv entwickelt. In den Modellstudiengängen sind mittlerweile rund 350 Studierende eingeschrieben. Mit weiter steigenden Zulassungszahlen ist zu rechnen, da die Zahl der Bewerber die der angebotenen Studienplätze deutlich übersteigt. "Diese Entwicklung ist sehr erfreulich, gerade mit Blick auf den Bedarf an Lehrkräften in den Berufsschulen, bietet uns diese Ausbildung im technisch-gewerblichen Bereich eine neue Chance, qualifizierte Lehrkräfte in den Mangelfächern zu gewinnen. Denn die Entscheidung für die Ausbildung bedeutet, dass die Studierenden sich bewusst dafür entscheiden, Elemente eines Ingenieurstudiengangs wie dem der Elektrotechnik mit Elementen der Pädagogik zu verbinden", erklärte der Kultusminister. Ab Januar 2009 werde auch mit einem deutlichen Anstieg von Bewerbern für den Vorbereitungsdienst an beruflichen Schulen in den Fachrichtungen Maschinenbau, Fahrzeugtechnik, Elektro- und Informationstechnik gerechnet, so der Minister weiter, da die ersten Master-Absolventen zum Vorbereitungsdienst im Januar 2007 zugelassen wurden.

Die Zulassung der ersten Bachelor / Master Studierenden dieses Studiengangs zum Vorbereitungsdienst erfolgt zum Januar 2009. In den Folgejahren sind aus diesen Studiengängen dann zweistellige Bewerberzahlen zu erwarten. Das neue innovative Studienmodell ist ein Beispiel dafür, wie langfristig Lehrkräfte in diesen Mangelfächern gewonnen werden können, so Rau. Der Ministerrat hatte die Einrichtung des neuen Studiengangs zur Gewerbelehrerausbildung an Fachhochschulen und Pädagogischen Hochschulen mit Zugang zum höheren Schuldienst im Jahr 2003 beschlossen.

Die Studiengänge wurden an fünf Standorten eingerichtet, und sind grundständig, das bedeutet, dass ein Lehrangebot in zwei affinen Ingenieurwissenschaften, in der Technikdidaktik und Berufspädagogik durchgängig in beiden Studienphasen belegt werden und die Qualifikation durch Erwerb von Leistungspunkten nach ECTS (European Current Transfer System) nachgewiesen werden muss. Dies erfordert eine Modularisierung der Studienstruktur. In der BA-Phase liegt der Studienschwerpunkt im Profil der angestrebten Ingenieurqualifikation (1. Fach), in der MA-Phase in der Berufspädagogik / Technikdidaktik und der zweiten Ingenieurwissenschaft (2. Fach).

Mit der Akkreditierung des Studiengangs in Offenburg / Freiburg konnte 2005 erstmalig ein Lehramtsstudiengang an einer deutschen Hochschule, dieses Verfahren der Qualitätskontrolle erfolgreich durchführen und abschließen. Die positive Entwicklung des Modells und die erste erfolgreiche Akkreditierung führten dazu, dass der Ministerrat im November 2005 einen ergänzenden Beschluss fasste, der eine bedarfsgerechte Erweiterung der gemeinsamen Gewerbelehrerausbildung an Fachhochschulen und Pädagogischen Hochschulen genehmigte. Inzwischen ist das Studienmodell an folgenden Standorten erfolgreich eingeführt:

FH Offenburg / PH Freiburg

Der Studiengang Informationstechnik-plus startete im Wintersemester 2003/04. Im Mai 2005 wurde er als erster Lehramtsstudiengang an einer deutschen Hochschule erfolgreich akkreditiert. Das Studienangebot wurde im Wintersemester 2006/07 um den Studiengang Mechatronik-plus und im Wintersemester 2007/08 um Medientechnik-plus mit Medien- und Gestaltungstechnik als erstem und Volks- und Betriebswirtschaftslehre als zweitem Fach ergänzt. Die beiden neuen Studiengänge werden im Jahr 2008 akkreditiert. Derzeit sind rund 120 Studierende in diesen Studiengängen immatrikuliert.

FH Aalen / PH Schwäbisch Gmünd

Auch dieser Studiengang startete mit den Fachrichtungen Fertigungstechnik / Informationstechnik im Wintersemester 2003/04. Das Akkreditierungsverfahren wurde Ende Februar 2007 mit Erfolg abgeschlossen. Es sind derzeit rund 100 Studierende eingeschrieben. Die Ausweitung des Studienangebots auf die bereits akkreditierten Fachrichtungen Medientechnik / Fertigungstechnik (Technischer Redakteur) ist geplant.

FH Mannheim / PH Heidelberg

Im Wintersemester 2004/05 wurde der Bachelor im Sommersemester 2005 der Master-Studiengang Elektrotechnik / Informationstechnik eingerichtet. Die Akkreditierung erfolgte im September 2006. Derzeit sind rund 50 Studierende eingeschrieben.

FH Esslingen / PH Ludwigsburg

Der im Wintersemester 2004/05 begonnene Master-Studiengang Bachelor of Science Fahrzeugtechnik / Maschinenbau konnte 2007 akkreditiert werden.

FH Hochschule Ravensburg-Weingarten / PH Weingarten

Aufgrund des ergänzenden Beschlusses des Ministerrats vom November 2005 zur bedarfsgerechten Erweiterung des kooperativen Studienmodells konnte ein fünfter Standort an der FH Weingarten - Ravensburg und der PH Weingarten eingerichtet werden. Im Studiengang Fahrzeugtechnik plus wurden zum Wintersemester 2006/07 die ersten Studierenden zugelassen. Derzeit sind im BA-Studiengang rund 70 Studierende bis zum 4. Semester eingeschrieben. Die Akkreditierung von Fahrzeug- technik-plus erfolgte im Oktober 2007. Die Ausweitung des Studienmodells um die Fachrichtungen Mechatronik-plus und Elektrotechnik-plus ist zum Wintersemester 2009/10 vorgesehen.


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