Neues Hochschulzulassungsgesetz verbessert Situation sorbisch-muttersprachlicher Studienbewerber/Innen

"Mit dem neuen Sächsischen Hochschulzulassungsgesetz werden wir den Hochschulen Kriterien zur Verfügung stellen, um für örtlich zulassungsbeschränkte Studiengänge (NC) geeignete Studienbewerber auswählen zu können. Damit ist für die Universität Leipzig die Grundlage dafür geschaffen, Regelungen zur Auswahl sorbisch - muttersprachlicher Studienbewerberinnen und Studienbewerber zum Lehramtsstudium treffen zu können", sagte Sachsens Wissenschaftsministerin Dr. Eva-Maria Stange im Anschluss an ein Gespräch mit Vertretern des Sorbischen Schulvereins und der Universität Leipzig. Damit zeichne sich spätestens ab dem Wintersemester 2008/2009 eine Lösung des Problems ab.

23.08.2007 Sachsen Pressemeldung Sächsisches Staatsministerium für Wissenschaft, Kultur und Tourismus

Zuvor hatte es immer wieder Kritik des Sorbischen Schulvereins gegeben, weil Zulassungsbeschränkungen in den einzelnen Lehramtsfächern der Uni Leipzig dazu geführt hatten, das einzelne sorbisch- muttersprachliche Bewerber zwar im Lehramtsfach Sorbisch eine Zulassung erhalten konnten, im von ihnen gewählten zweiten Lehramtsfach (z.B. Mathematik oder Biologie) angesichts der starken Bewerberkonkurrenz aber keine Zulassung erhielten. Künftig könnten mit dem neuen Hochschulzulassungsgesetz neben der Abiturdurchschnittsnote aber auch sorbische Sprachkenntnisse als Nachweis für die Zulassung zum Lehramtsstudium festgelegt werden.

Staatsministerin Dr. Eva-Maria Stange zeigte sich im Anschluss an das Gespräch "erleichtert". Damit werde der besonderen Situation des sorbischen Volkes beim Hochschulzulassungsverfahren Rechnung getragen. Das sächsische Kabinett wird sich nach der Sommerpause mit dem neuen Hochschulzulassungsgesetz beschäftigen.

Darüber hinaus sei während der Gespräche vereinbart worden, dass die Universität Leipzig mit ihrem Institut für Sorabistik prüfen werde, inwieweit Lehramtstudenten aus anderen Bereichen zusätzliche Angebote zum Erlernen der sorbischen Sprache gemacht werden könnten und wie die künftige Weiterbildung von bilingualen Lehrkräften effektiv zu organisieren sei.


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