Philologenverband fordert bayernweit Einrichtung gymnasialpädagogischer Lehrstühle
Anlässlich der heutigen Anhörung im Bayerischen Landtag zur Lehrerbildung hat der Vorsitzende des Bayerischen Philologenverbandes (bpv) Max Schmidt die Einrichtung von gymnasialpädagogischen Lehrstühlen an allen bayerischen Universitäten gefordert: "Der Trend zu spezialisierten Berufsbildern hat in den vergangenen Jahrzehnten zu Recht eine Ausdifferenzierung bei den Ausbildungsberufen und bei den berufsqualifizierenden Studiengängen nach sich gezogen. Diesem Trend hinkt die Lehrerbildung aber immer noch hinterher. So beklagen sich zukünftige Gymnasiallehrer bei mir immer wieder darüber, dass durch die Lehrstühle für Grundschulpädagogik bayernweit zwar ein gutes Lehrangebot für Grundschullehrkräfte gewährleistet wird. Besondere Veranstaltungen für zukünftige Gymnasiallehrer müssten sie aber mit der Lupe suchen."
29.10.2009 Pressemeldung Bayerischer Philologenverband (bpv)Tatsächlich sind, so Schmidt, die bisherigen Anstrengungen der Universitäten zur flächendeckenden Etablierung der Gymnasialpädagogik wie auch die politische Unterstützung für dieses Anliegen in der Vergangenheit "insgesamt eher bescheiden" gewesen; lediglich die TU München und die Uni Würzburg sind hier mit gutem Beispiel vorangegangen.
Bei Studiendauer nicht alle Lehrämter über einen Kamm scheren!
In der Frage der Studiendauer sprach sich der bpv-Vorsitzende ebenfalls dagegen aus, die unterschiedlichen Lehramtsstudiengänge über einen Kamm zu scheren: "Dass Gymnasiallehrer länger als Grundschullehrer studieren müssen, ist eine Folge der unterschiedlichen Anforderungen: Aufgabe der Grundschule ist es, Grundlagen zu legen und Basiswissen zu vermitteln. Das fachwissenschaftliche Studium muss daher nicht in der ganzen Breite und Tiefe erfolgen. Dagegen muss ein Gymnasiallehrer an der Schnittstelle zwischen Schule und Universität seine Schüler auf ein anspruchsvolles Fachstudium vorbereiten. Um dies leisten zu können, muss er seine Fächer auch vertieft studieren. Dass das mehr Zeit beansprucht und das Studium zwangsläufig länger sein muss als das für die Grundschule, liegt da auf der Hand."
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