Studie

Prototyp: 51 Jahre alt, weiblich, SPD-Mitglied und akademisch gebildet

Das Kultusministerium ist vorwiegend ein SPD-Ressort. Die SPD stellt fast die Hälfte der Kultusminister und ist in der KMK stärker vertreten, als es den Machtverhältnissen im Bundestag und in den einzelnen Bundesländern entspricht. Zu diesem Ergebnis gelangt Professor Dr. Klaus Zierer von der Universität Oldenburg in einem Beitrag für die April-Ausgabe der Zeitschrift "Forschung & Lehre", für die er 32 Biographien von Kultusministern unter Rückgriff auf frei im Internet zugängliche Daten zum Stichdatum 12. Dezember 2011 ausgewertet hat.

30.03.2012 Pressemeldung Deutscher Hochschulverband (DHV)

53 Prozent der Kultusminister sind demnach weiblich, im Bundestag sind es gerade einmal ein Drittel der Abgeordneten. Knapp zwei Drittel aller Kultusminister haben mindestens zwei Kinder. Das Durchschnittsalter liegt bei 51 Jahren. Im Vergleich zur Gesamtbevölkerung und zu den Bundestagsabgeordneten verfügt ein überdurchschnittlich hoher Anteil der KMK-Mitglieder über einen Hochschulabschluss und eine Promotion. Während fast jeder dritte Kultusminister promoviert worden ist, trifft dies nur auf jeden fünften Bundestagsabgeordneten zu. Bei den Fachrichtungen der Studienabschlüsse dominieren bei den KMK-Angehörigen Jura, Lehramts-Studiengänge und BWL, lediglich naturwissenschaftlich-technische Fächer sind unter den KMK-Mitgliedern nicht vertreten. Fast jeder fünfte Kultusminister verfügt über Lehrerfahrung im Hochschulbereich, jeder sechste im Schulbereich und drei Prozent der Kultusminister im Elementarbereich.

Biographisch betrachtet wiesen Kultusminister, so Zierer, wichtige Erfahrungen und Kompetenzen vor, um ihrem Amt gerecht werden zu können: "Eine öffentlich immer wieder auftauchende Politikerschelte, dass die, die bestimmen, wo es lang geht, keine Ahnung davon haben, ist also nicht gerechtfertigt."

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Forschung & Lehre 4/2012 erscheint am 31. März 2012. Auszüge der jeweils neuesten Ausgabe können Sie unter www.forschung-und-lehre.de lesen.


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