Brandenburg

Qualität der deutschen Lehrerbildung auf hohem Niveau

Brandenburgs Bildungsministerin Martina Münch vertritt am heutigen Montag, den 26. November 2012, als Bundesratsbeauftragte für Bildungsfragen die Interessen der 16 Bundesländer beim Bildungsministerrat der Europäischen Union in Brüssel. "Europa ist mehr als die Finanzkrise - das zeigt das europäische Engagement in Bildungsfragen", so Münch. Auf der Sitzung des EU-Bildungsministerrates werden die Vertreterinnen und Vertreter der 27 Mitgliedstaaten vor allem darüber beraten, wie die Qualität der Lehrerbildung vor dem Hintergrund der veränderten gesellschaftlichen und globalen Anforderungen verbessert werden kann.

26.11.2012 Pressemeldung Ministerium für Bildung, Jugend und Sport des Landes Brandenburg

"Die Qualität der Lehrerbildung ist entscheidend, um die Chancen junger Menschen in unserer Gesellschaft langfristig abzusichern und zu verbessern", so Bildungsministerin Münch. "Die Aus- und Fortbildung soll die Lehrkräfte befähigen, Schülerinnen und Schüler für Lerninhalte zu begeistern, mit relevanten Kompetenzen auszustatten und zu selbstständigen und eigenverantwortlich handelnden Menschen zu erziehen. Dies ist umso wichtiger vor dem Hintergrund, dass unsere Gesellschaft zunehmend vielfältiger, komplexer und heterogener wird. Neben einem breit angelegten fachwissenschaftlichen Studium sind daher die Vermittlung psychologischer, pädagogischer, didaktischer und erziehungswissenschaftlicher Kenntnisse sowie professionell begleitete Schulpraktika zentraler Bestandteil der Lehrerausbildung. Im Land Brandenburg wird künftig hierzu auch die Inklusionspädagogik gehören."

Brandenburgs Bildungsministerin Münch stellt gemeinsam mit Georg Schütte, Staatssekretär im Bundesministerium für Bildung und Forschung, den Mitgliedstaaten das System der Aus- und Fortbildung von Lehrkräften in den deutschen Bundesländern vor. "In den vergangenen Jahren wurden in den deutschen Ländern erhebliche Anstrengungen unternommen, um das hohe Niveau der Lehrerausbildung in Deutschland kontinuierlich weiterzuentwickeln, insbesondere durch vermehrte Praxisanteile im Studium, eine stärkere Verknüpfung der beiden Ausbildungsphasen sowie mit einer intensiveren Beratung vor Aufnahme des Studiums", so Münch. "Diesen Weg werden wir weitergehen."

Auf dem Programm des Bildungsministerrates stehen unter anderem auch folgende Punkte:

  • Die Bildungsministerinnen und Bildungsminister der Europäischen Union diskutieren eine Empfehlung des Bildungsministerrates zum Nachweis nichtformaler und informeller Lernergebnisse. Ziel ist es, Lernergebnisse, die nicht im regulären Bildungssystem, wie etwa an Schulen oder Hochschulen, erworben worden sind, sondern z.B. durch Erfahrung oder learning by doing, einfacher anzuerkennen. So könnten etwa selbst erworbene Fremdsprachenkenntnisse leichter anerkannt werden und damit Lernredundanzen an Hochschulen vermieden werden.
  • Der Bildungsministerrat will einen Beschluss zur Alphabetisierung annehmen. Darin wird empfohlen, die vielfältigen Ursachen für schwach ausgeprägte Schriftsprachkompetenzen in den Blick zu nehmen, Ängste bei Betroffenen und Vorurteile in der Gesellschaft abzubauen, Fördermaßnahmen zu verstärken und mehr Öffentlichkeitsarbeit zu betreiben, um dem Thema offen und positiv begegnen zu können.
  • Daneben berät der Bildungsministerrat zum einen die Rolle, die Bildung im Kontext der Europa 2020-Strategie spielt, und zum anderen das weitere Verfahren für die Verhandlungen des Programmvorschlags "Erasmus für Alle", das europäische Bildungsprogramm für die Jahre 2014 bis 2020.
  • Bildungsministerin Münch spricht mit der spanischen Bildungsstaatssekretärin Montserrat Gomendio bilateral über Möglichkeiten der Verbesserung der Beschäftigungsfähigkeit junger Menschen in Spanien. Dabei stellt sie unter anderem auch das brandenburgische Programm "Initiative Oberschule" vor.

Bildungsministerin Martina Münch ist im September 2011 vom Bundesrat beauftragt worden, die 16 Bundesländer in Bildungsfragen beim Rat der Europäischen Union zu vertreten. Bereits im Februar 2012 hat der EU-Bildungsministerrat über weitere Bildungsmaßnahmen zur Bekämpfung der Jugendarbeitslosigkeit in Europa beraten.


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