Rheinland-pfälzische Hochschulen warben 2004 122,2 Millionen Euro ein

Mit der Einwerbung von insgesamt 122,2 Millionen Euro im Jahr 2004 haben es die rheinland-pfälzischen Hochschulen erneut geschafft, das Vorjahresergebnis bei der Finanzierung von Forschungsprojekten durch Dritte zu überschreiten.

29.11.2005 Rheinland-Pfalz Pressemeldung Ministerium für Wissenschaft, Weiterbildung, Forschung und Kultur, Rheinland-Pfalz (bis 11/06)

Gegenüber 2003 stieg die Drittmitteleinwerbung um sechs Millionen Euro (5,2 Prozent). "Dieses erfreuliche Ergebnis ist ein deutlicher Beleg für die Leistungsfähigkeit unserer Hochschulen. Es zeigt auch, wie erfolgsorientiert sie arbeiten. Sie tragen auf diese Weise dazu bei, hoch qualifizierte Arbeitsplätze zu schaffen und zu sichern", kommentierte Professor Dr. E. Jürgen Zöllner, Minister für Wissenschaft, Weiterbildung, Forschung und Kultur.

Mit dem Vorjahresergebnis setzt sich der bereits seit Jahren anhaltende Anstieg kontinuierlich fort. Seit dem Jahr 1996, in dem die leistungsorientierte Ressourcenvergabe der Grundfinanzierung der Hochschulen als Anreiz eingeführt wurde, stieg die Drittmitteleinwerbung um insgesamt 45 Millionen Euro und steigerte sich damit um 58 Prozent innerhalb dieser acht Jahre.

In den vergangenen zehn Jahren haben die Hochschulen insgesamt ziemlich genau eine Milliarde Euro eingeworben und damit einen erheblichen Anteil ihrer Forschungskosten selbst erwirtschaftet.

Bei den einzelnen Drittmittelgebern dominiert die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG). Mit insgesamt 36,6 Millionen Euro vergab sie 30 Prozent der gesamten Drittmittel. Gegenüber 2003 betrug der Anstieg drei Prozent. Dies entsprach dem Haushaltsaufwuchs der DFG.

Zweitwichtigster Drittmittelgeber ist die Wirtschaft mit 27,3 Millionen Euro und einem Gesamtanteil von 22 Prozent, ein Zeichen für die hohe Anwendungsorientierung der Hochschulen. Auf Platz drei folgt das Bundesministerium für Bildung und Forschung mit 16 Millionen oder 13 Prozent des Gesamtbudgets. Die Europäische Union (EU) finanziert mit einer Gesamtsumme von neun Millionen Euro und einer Steigerung um sieben Prozent rund drei Millionen Euro mehr in Rheinland-Pfalz als im Jahr 2003.

Angeführt wird die Drittmittelrankingliste von der Johannes Gutenberg-Universität Mainz. Sie hat im vergangenen Jahr 65,1 Millionen Euro eingeworben - rund 53 Prozent aller Drittmittel. Gegenüber 2003 steigerte die Mainzer Universität ihre Einwerbungen um 15 Prozent.

Besonders beeindruckend ist der Anstieg des Klinikums um fast 34 Prozent im Vergleich zum Vorjahr (20,7 Millionen Euro). Der Campus der Johannes Gutenberg-Universität steigerte seine Einwerbungen um 8,2 Prozent auf nunmehr 44,4 Millionen Euro.

Die Steigerungen des Klinikums beruhen vor allem auf einem deutlichen Plus der Industriemittel um 41 Prozent (zwölf Millionen Euro) sowie einem Anstieg der Mittel der DFG auf 2,5 Millionen Euro (32 Prozent Zuwachs). Zum deutlichen Anstieg der Mittel trugen auch öffentliche Stiftungen mit 1,5 Millionen Euro bei (plus 157 Prozent).

Den Campus der Universität zeichneten zwei signifikante Steigerungen aus: Die EU-Förderung wuchs 2004 um 240 Prozent auf 4,4 Millionen Euro an, die Förderung durch die DFG auf 20 Millionen Euro (plus neun Prozent).

Mit 29,9 Millionen Euro warb die Technische Universität Kaiserslautern 2004 die zweit meisten Drittmittel aller rheinland-pfälzischen Hochschulen ein. Allerdings konnte sie nicht an das Ergebnis aus dem Jahr 2003 anknüpfen. Ihre vorrangigen Drittmittelgeber sind die DFG mit knapp neun Millionen Euro und die Wirtschaft mit 6,6 Millionen Euro.

Die Universität Trier steigerte 2004 ihre Drittmitteleinwerbung um zwölf Prozent gegenüber 2003. Sie kam auf 14,4 Millionen Euro. Vorrangige Förderer waren die DFG (4,6 Millionen Euro - ein Zuwachs um 33 Prozent), private Drittmittelgeber (2,1 Millionen Euro) und die Bundesministerien (3,2 Millionen Euro). Von Stiftungen erhielt die Universität Trier eine Million Euro - ein Plus von 29 Prozent.

Mit 5,1 Millionen Euro erreichte die Universität Koblenz-Landau ihr Vorjahresergebnis. Vorrangige Förderer waren private Drittmittelgeber (eine Millionen Euro), das Bundesministerium für Bildung und Forschung (eine Millionen Euro) und Landesministerien (800.000 Euro).

Die sieben Fachhochschulen des Landes erwirtschafteten insgesamt 7,7 Millionen Euro - ein Rückgang um knapp sieben Prozent gegenüber 2003. Vorrangige Förderer der Fachhochschulen waren der private Sektor mit zwei Millionen Euro, gefolgt vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (1,2 Millionen Euro) und den Landesministerien (1,2 Millionen Euro).

Wegen der verschiedenen Fachausrichtungen gibt es unter den einzelnen Fachhochschulen deutliche Unterschiede. Die Fachhochschule Trier verteidigte ihren jahrelangen Spitzenplatz mit einer erneuten Steigerung auf nunmehr 2,3 Millionen Euro. Auf Platz zwei liegt die Fachhochschule Mainz mit 1,6 Millionen Euro. Auf Rang drei folgt die Fachhochschule Ludwigshafen mit 1,2 Millionen Euro; sie konnte ihre Drittmitteleinwerbung mehr als verdoppeln.


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