Rolf Dobischat: "Länder müssen Verantwortung für ihre Studierenden übernehmen"

Zur heutigen Sitzung der Kultusministerkonferenz, auf der die Länder über Bachelor/Master beraten, erklärt Prof. Dr. Rolf Dobischat, der Präsident des Deutschen Studentenwerks:

10.12.2009 Pressemeldung Deutsches Studierendenwerk

"Die Länder müssen sich der Verantwortung für ihre Studierenden im Bologna-Prozess stellen. Das unwürdige Schwarzer-Peter-Spiel, dass sich die Länder, die Hochschulen und Politik gegenseitig die Schuld für die schlechte Umsetzung von Bachelor/Master zuweisen, muss aufhören. Die Studierenden haben ein Anrecht auf studierbare Studiengänge; das sollte eine Selbstverständlichkeit sein."

"Die Proteste der Studierenden zeigen erste Erfolge: Die Hochschulen scheinen sich zu bewegen, der Akkreditierungsrat auch – nun sind die Länder an der Reihe. Sie haben zwei Hebel, um Verbesserungen für die Studierenden zu realisieren: Sie sollten auf einengende Strukturvorgaben gegenüber den Hochschulen verzichten, wie Bachelor/Master im Detail zu gestalten seien. Und Sie müssen endlich den finanziellen Mehrbedarf für die betreuungsintensiveren Bachelor-Studiengänge anerkennen und die Hochschulen besser ausstatten."

"Auch die Studentenwerke brauchen mehr Unterstützung der Länder, denn gerade Bachelor-Studierende haben einen deutlich höheren Bedarf an studienbegleitender Beratung. Das hat die Kultusministerkonferenz neulich auch bestätigt. Ihre Worte stehen aber in krassem Gegensatz zur Praxis der Länder, die seit Anfang der 1990er Jahre ihre Zuschüsse an die Studentenwerke um die Hälfte reduziert haben. So bleibt die viel beschworene ´soziale Dimension´ im Bologna-Prozess eine bloße Chimäre."


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