Schlecht informiert über Studium und Ausbildung

(bikl/idw) Wie entstehen bei Schülerinnen und Schülern Entscheidungen zu ihrem künftigen Studium, zu ihrer Berufsausbildung? Und wie gut fühlen sich die Studienberechtigten durch die verschiedenen beratenden Institutionen in ihrer Entscheidung unterstützt? Diese Fragen hat die HIS Hochschul-Informations-System GmbH jetzt untersucht.

13.12.2006 Artikel

Im aktuellen Heft der Reihe "Forum Hochschule" werden die Ergebnisse vorgestellt. Sie ba­sie­ren auf ei­ner re­prä­sen­ta­ti­ven Befragung von Schü­le­rin­nen und Schü­lern, die im Schul­jahr 2004/05 an all­ge­mein­bil­den­den oder be­ruf­li­chen Schu­len die Fach­hoch­schul­rei­fe oder das Abi­tur er­wor­ben ha­ben.

Die Hälf­te der Stu­di­en­be­rech­tig­ten 2005 (54 %) hat demnach vor oder mit Ein­tritt in die Oberstufe mit der nach­schu­li­schen Bil­dungs­pla­nung be­gon­nen. Da­von fühlt sich je­doch le­dig­lich ein knap­pes Vier­tel (24 %) um­fas­send in­for­miert und 7 % der Stu­di­en­be­rech­tig­ten ha­ben sich ein hal­bes Jahr vor dem Schul­ab­schluss noch gar nicht mit den nach­schu­li­schen Qua­li­fi­ka­ti­ons­op­ti­o­nen aus­ei­nan­der­ge­setzt.

Der Mehr­heit (51 %) der Stu­di­en­be­rech­tig­ten be­rei­tet die nur schwer ab­seh­ba­re Ent­wick­lung auf dem Ar­beits­markt Prob­le­me bei der Aus­bil­dungs­wahl. Un­si­cher­hei­ten re­sul­tie­ren da­rü­ber hi­naus aus der Schwie­rig­keit ab­zu­schät­zen, wel­che Qua­li­fi­ka­ti­o­nen und Kom­pe­ten­zen in Zu­kunft wich­tig sein wer­den (26 %). Zwei von fünf Be­frag­ten (38 %) füh­len sich von der schwer über­schau­ba­ren Zahl der Mög­lich­kei­ten über­for­dert. Ein knap­pes Vier­tel (23 %) stuft die un­be­frie­di­gen­de Vor­be­rei­tung auf die Aus­bil­dungs­wahl in der Schu­le als prob­le­ma­tisch ein.

Die hohe Nut­zungs­häu­fig­keit vie­ler In­for­ma­ti­ons­quel­len und der Rück­griff der Schü­le­rin­nen und Schü­ler auf zu­meist meh­re­re Quel­len wei­sen auf ei­nen ho­hen In­for­ma­ti­ons­be­darf der an­ge­hen­den Stu­di­en­be­rech­tig­ten hin. All­er­dings er­wei­sen sich bei Wei­tem nicht alle Quel­len als in ho­hem Maße er­trag­reich für die Vor­be­rei­tung auf die Stu­di­en- und Aus­bil­dungs­ent­schei­dung.

Me­di­en ver­schie­dens­ter Art (In­ter­net, Bü­cher, Zeit­schrif­ten, TV) er­wei­sen sich als gut zu­gäng­li­che, häu­fig ge­nutz­te Quel­len. Ins­be­son­de­re das In­ter­net wird von na­he­zu al­len Stu­di­en­be­rech­tig­ten zur In­for­ma­ti­ons­be­schaf­fung he­ran­ge­zo­gen.

Ne­ben der in­ten­si­ven Nut­zung von Me­di­en und der sehr häu­fi­gen eher in­for­mel­len In­for­ma­ti­ons­be­schaf­fung über Per­so­nen des di­rek­ten per­sön­li­chen Um­felds, stel­len pro­fes­si­o­nel­le Be­ra­tungs­diens­te zent­ra­le In­for­ma­ti­ons­quel­len dar. Drei von vier Stu­di­en­be­rech­tig­ten (74 %) ha­ben sich bei Ar­beits­agen­tu­ren oder Be­rufs­in­for­ma­ti­ons­zen­tren (BIZ) über Aus­bil­dungs- und Stu­di­en­mög­lich­kei­ten in­for­miert - wo­bei le­dig­lich jeder drit­te Nut­zer­ (31 %) die so er­hal­te­nen In­for­ma­ti­o­nen als er­trag­reich ein­stuft.

Un­ab­hän­gig von der tat­säch­li­chen Qua­li­fi­ka­ti­ons­ab­sicht ha­ben 86 % der Stu­di­en­be­rech­tig­ten, die sich ein hal­bes Jahr vor dem Ver­las­sen der Schu­le be­reits mit ihrer beruflichen Ent­schei­dungs­fin­dung aus­ei­nan­der­set­zen, In­for­ma­ti­ons­ma­te­ri­a­lien der Fachhochschulen und Universitäten herangezogen - gut jeder Zweite davon (53 %) mit positivem Effekt.

Häufig werden Schüler in außerunterrichtlichen Informationsveranstaltungen über Ausbildungs- und berufschancen informiert. Ein Drittel der Schüler (34 %), die diese Option hatten, stufen sie als in hohem Maße ertragreich für die Entscheidungsfindung ein. Zwar ist die Werdegangs­planung oftmals Gesprächsthema im Unterricht (56 %) - als fester Unterrichtsbestandteil - etwa über die Einbettung berufskundlichen Unterrichts in andere Schulfächer - kann sie jedoch nur selten gewährleistet wer­den (22 %).


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Weiterführende Links

  • Informationsverhalten und Entscheidungsfindung bei der Studien- und Ausbildungswahl (pdf)

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