Sobek-Forschungspreis an Multiple-Sklerose-Forscher Professor Dr. Volker Dietz verliehen

Der Staatssekretär im Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kunst, Dr. Dietrich Birk, hat am 10. November in Stuttgart den Sobek-Forschungspreis 2006 an Professor Dr. Volker Dietz übergeben. Mit dieser Auszeichnung, die seit dem Jahr 2000 mit einem Preisgeld von 100.000 Euro vergeben wird, stellt die Sobek-Stiftung hervorragende Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler in der Multiple-Sklerose-Forschung heraus. Der Sobek-Preis ist der höchstdotierte Preis, der in Europa für Forschungen in diesem Bereich vergeben wird.

10.11.2006 Baden-Württemberg Pressemeldung Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kunst Baden-Württemberg

"Die Forschungsarbeiten des diesjährigen Preisträgers illustrieren in hervorragender Weise, wie Ergebnisse der Grundlagenforschung konkrete positive Auswirkungen auf Diagnostik und Therapie haben.", erklärte der Staatssekretär anlässlich der Verleihung. Professor Volker Dietz hat sich bereits als einer der weltweit führenden Wissenschaftler auf dem Gebiet der Neurophysiologie und Rehabilitationsforschung etabliert. Er wurde insbesondere für seine neuen Erkenntnisse zur normalen und krankhaften Bewegungssteuerung spastischer Lähmungen ausgezeichnet, die ein zentrales Symptom bei nahezu jedem MS-Kranken darstellen. Mit seiner Arbeit entdeckte er als erster, dass Patienten mit Spastik eine dauerhafte Veränderung der Muskel- und Bindegewebsstruktur entwickeln, wenn sie langjährig an spastischer Steigerung des Muskeltonus leiden. Dietz hat mit seinen Forschungsergebnissen die Grundlage für die Entwicklung modernster Rehabilitationsapparate für hochgradig spastisch Gelähmte geschaffen und einen Bewegungsroboter konzipiert, mit dem die Behandlung gezielt auf die Bedürfnisse von Gehbehinderten abgestimmt werden. Diese Arbeiten sind entscheidend durch die interdisziplinären Forschungsansätze und ihren Anwendungsbezug geprägt.

In seiner Rede würdigte Staatssekretär Birk zugleich die Roman-, Marga- und Mareille-Sobek-Stiftung, die mit ihrem Forschungspreis innerhalb weniger Jahre eine über die Grenzen des Landes hinaus sichtbare Institution zur Förderung der Multiple-Sklerose-Forschung geschaffen habe. Mit dem Preisgeld von 100.000 Euro biete sie den Forschern die Möglichkeit, ihre wissenschaftlichen Vorhaben weiter voranzutreiben und eröffne so neue Perspektiven und Handlungsspielräume. Entscheidungskriterien für die Preisvergabe seien allein Qualität und Exzellenz der Forschungsleistung.


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