SPD will mit Anhörung und weiteren parlamentarischen Vorstößen die Lehrerausbildung nachhaltig verbessern

Seit langem fordert die SPD-Landtagsfraktion eine Reform der Lehrerausbildung und hat viele Änderungsanträge vorgelegt, so ihr Hochschulexperte Christoph Rabenstein. Er sieht sich durch das jetzige vernichtende Urteil der Henzler Kommission gegenüber der Politik der Staatsregierung bestätigt. "Die Fachdidaktiken an den Hochschulen müssen stärker berücksichtigt werden sowie die Gleichwertigkeit bei den Lehrämtern. Außerdem fordert die SPD keinen Billig- , sondern einen Masterabschluss," betonte Rabenstein. Er kündigte eine Anhörung seiner Fraktion und einen parlamentarischen Vorstoß an, damit sich die Lehrerausbildung nachhaltig verbessert.

18.03.2009 Pressemeldung Sozialdemokratische Partei Deutschlands

Der Vorsitzende des Bildungsausschusses, Hans-Ulrich Pfaffmann, fordert Ministerpräsident Seehofer und Kultusminister Spaenle auf, ihre parteipolitische Haltung in Sachen Lehrerbildung und Schulstruktur aufzugeben. "Es wird Zeit, dass die Bildung- und Schulpolitik einer gesamtgesellschaftlichen Betrachtung zugeführt wird. Es wird endlich Zeit, dass sich alle bildungspolitischen Akteure an einer nachhaltigen Reform der Lehrerbildung und einer Schulreform konstruktiv beteiligen, statt monoton immer wieder das ´hohe Lied' des erfolgreichen bayerischen Bildungssystems anzustimmen."

Pfaffmann kritisierte außerdem die Haltung von Seehofer: "Wir brauchen keine Prüfung mehr, weil es bereits seit Jahren ähnliche Gutachten gegeben hat. Bayern braucht endlich Taten.". Auch Spaenles Äußerungen lassen nichts Gutes hoffen. "Supervision reicht nicht, um den enormen Reformbedarf zu realisieren." So blieben die Empfehlungen des Wissenschaftsrates, und der Kultusminister- und Hochschulrektorenkonferenz, die seit Jahren eine dringende Reform der Lehrerbildung anmahnen in Bayern ungehört. "Das Problem, das Henzler erneut beschreibt, ist seit langem bekannt, die damalige CSU-Regierung hat halt geschlafen und einen Veränderungsbedarf abgelehnt," so Pfaffmann.

Er fordert ein Reformkonzept, das auf eine Verzahnung von Praxis und Theorie vom ersten Ausbildungsjahr der künftigen Lehrerinnen und Lehrer setzt. Pfaffmann: "Lehrerinnen und Lehrer müssen vom ersten Tag ihres Studiums an die Verbindung von Praxis und Theorie erfahren. Lehrer und Lehrerinnen beklagen bisher den "Praxisschock" beim Berufseinstieg und die bisherige Nachrangigkeit der Lehrerbildung gegenüber den wissenschaftsbezogenen Studiengängen an den Universitäten."

Die jetzt angemahnte Reform der Lehrerbildung müsse auch mit einer Reform der Schulstruktur gekoppelt werden. Pfaffmann fordert erneut eine längere gemeinsame Schulzeit und eine integrative Sekundarschule mit individueller Förderung als Grundphilosophie. Auch darauf muss in der Lehrerausbildung reflektiert werden.


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