Staatssekretär Sibler: "Auch Begabte brauchen Förderung"

Am heutigen Montag starten im Bayerischen Kultusministerium die Prüfungen für die neuen Stipendiaten der Maximilianeums-Stiftung, die aus dem Kreis der diesjährigen Abiturienten ausgewählt werden. Zu diesem Anlass betont Kultusstaatssekretär Bernd Sibler: "Besonders begabte Schülerinnen und Schüler gehen den Weg zur Spitze nicht unbedingt ohne Hürden. Auch begabte junge Menschen brauchen Förderung."

07.07.2008 Bayern Pressemeldung Bayerisches Staatsministerium für Unterricht und Kultus

Bayerische Schulen arbeiten deshalb immer intensiver daran, nicht nur Schüler, die Lernschwierigkeiten haben, zu fördern, sondern auch besonders Begabte. Dabei sind sie eng sowohl mit Kindergärten, als auch mit Hochschulen vernetzt. "Wir müssen Potenziale früh erkennen, sensible Phasen nützen und für die Kinder entsprechende Lernumgebungen schaffen", so Kultusstaatssekretär Bernd Sibler. Er hat die Hochbegabtenförderung zu einem seiner Arbeitsschwerpunkte entwickelt.

Enrichmentprogramme bilden Persönlichkeit ganzheitlich - "Frühstudium" verkürzt individuelle Studienzeit Mit den Universitäten zusammen hat die Staatsregierung die Rahmenbedingungen für ein "Frühstudium" geschaffen und die Entwicklung von sogenannten "Enrichmentprogrammen" für Schülerinnen und Schüler vorangetrieben. Die Spitzenbegabungen erhalten so spezielle Anreize vor allem aus dem kulturellen und wissenschaftlichen Bereich für ihre Persönlichkeitsentwicklung.

Im "Frühstudium" nehmen Schülerinnen und Schüler bereits während der Schulzeit an regulären Lehrveranstaltungen teil. Sie können Studien- und Prüfungsleistungen ablegen, die ihnen später auf das Studium angerechnet werden. Im aktuellen Schuljahr machen etwa 180 Schülerinnen und Schüler in Bayern von diesem Angebot Gebrauch.

Hochbegabte zu fördern ist gesellschaftlich anerkannt "Es war, insbesondere bei bestimmten gesellschaftlichen Gruppen, nicht immer gefragt, etwas für hochbegabte Schülerinnen und Schüler zu tun", so Sibler. "Heute besteht Konsens darüber, dass der ,Rohstoff Geist' unsere einzige Chance ist, wirtschaftlich ganz vorn dabei zu bleiben und den Wohlstand und soziale Gerechtigkeit für alle zu gewährleisten."

Unterschiedlichen Maßnahmen sollen Spitzenbegabungen an den Schulen fördern und fordern. So existieren seit Jahren Förderklassen für hochbegabte und besonders kreative Schülerinnen und Schüler an verschiedenen Gymnasien in Bayern - in München, Würzburg, Gauting und Nürnberg. Besonders Begabte werden zusätzlich zum normalen Unterricht gefördert.

Um solide bewerten zu können, wie wirksam diese Maßnahmen sind, hat Bayern gemeinsam mit Baden-Württemberg eine Evaluation der Förderklassen bei den Universitäten Würzburg, Trier und Ulm in Auftrag gegeben. Der Abschlussbericht wird im Jahr 2012 vorliegen.

Ein "Plus" in der Fläche

In "Pluskursen" können in ganz Bayern besonders interessierte und begabte Schülerinnen und Schüler ihre Interessen in wissenschaftlichen oder künstlerischen Gebieten entfalten. Das "Plus" wird zusätzlich zum regulären Unterricht angeboten. Darüber hinaus stoßen Schülerakademien, Wettbewerbe oder Wahlkurse die Türen zu anspruchsvollen Inhalten wie Psychologie, Philosophie, Marketing oder Informatik auf. Vielfach wird im Rahmen dieser Zusatzangebote bilingual unterrichtet. Experten aus Wirtschaft und Wissenschaft bereichern das jeweilige Schuljahresprogramm. "Damit unsere Lehrkräfte Hochbegabungen rechtzeitig erkennen, werden wir in der Ausbildung und Fortbildung die Diagnosefähigkeit ausbauen", so Sibler.

Die "frisch gebackenen" Abiturienten, die vom heutigen Montag bis zum kommenden Donnerstag zur Maximilianeums-Prüfung antreten, haben bereits in einer Prüfung bei ihrem zuständigen Ministerialbeauftragten ihre besonderen Leistungen unter Beweis gestellt. In den kommenden vier Tagen geht es um die Auswahl der Besten - denn nur wenige Plätze stehen für die begehrte Förderung der Stiftung Maximilianeum bzw. der Wittelsbacher Jubiläumsstiftung zur Verfügung.


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