Baden-Württemberg

Studie belegt erneut für einen Großteil der Fachhochschulabsolventen einen problemlosen Berufseinstieg

Nach den Ergebnissen der dritten landesweiten Absolventenbefragung, die das Statistische Landesamt im Auftrag des Ministeriums für Wissenschaft, Forschung und Kunst und der beteiligten 18 baden-württembergischen Hochschulen sowie einer Kunsthochschule im Jahr 2010 durchgeführt hat, haben 71 Prozent der Befragten unmittelbar nach ihrem Abschluss eine Anstellung im Angestellten- oder Beamtenverhältnis gefunden.

30.08.2011 Pressemeldung Statistisches Landesamt Baden-Württemberg

Dies betonte die Präsidentin des Statistischen Landesamtes, Dr. Carmina Brenner, heute vor der Presse. Mit den umfassenden Ergebnissen, so Dr. Brenner, sei die Studie auch eine gute Orientierungshilfe für Studienanfängerinnen und Studienanfänger bei der Wahl des Studienganges.

Neben den 71 Prozent mit einem abhängigen Arbeitsverhältnis, wagten 4 Prozent direkt nach dem Studium den Weg in die Selbstständigkeit. Weitere 4 Prozent der Absolventen machten ein Praktikum und 12 Prozent absolvierten eine Berufsausbildung, ein weiteres Studium, eine Promotion oder befanden sich in einer sonstigen Lebensphase (z.B. Elternzeit). 9 Prozent der Absolventen waren im Anschluss an ihr Studium arbeitslos bzw. arbeitsuchend gemeldet.

An dieser Studie nahmen rund 4900 der knapp 22 000 angeschriebenen Absolventen teil, die in den Prüfungsjahren 2005 und 2008 an den beteiligten Fachhochschulen in Baden-Württemberg einen Abschluss erworben hatten. Von Juni bis September 2010 beantworteten Sie dazu freiwillig einen elektronischen Fragebogen im Internet mit rund 60 Fragen. Unter den teilnehmenden Absolventen waren 30 Prozent Frauen und 70 Prozent Männer. Innerhalb von drei Monaten fanden fast 80 Prozent der erfolgreichen Absolventen eine Beschäftigung

84 Prozent der Absolventen hatten die Absicht, unmittelbar nach Beendigung des Studiums eine Beschäftigung aufzunehmen. Fast drei Viertel der Absolventen (73 Prozent) begannen bereits während des Studiums mit der Jobsuche. Dabei fanden 36 Prozent der Absolventinnen und Absolventen schon direkt im Anschluss an das Studium eine Beschäftigung. Weitere 42 Prozent hatten nach ein bis drei Monaten Erfolg bei der Beschäftigungssuche. Im Durchschnitt benötigten die Absolventinnen und Absolventen zwei Monate und 14 Bewerbungsversuche, bis sie eine Erwerbs- oder sonstige berufliche Tätigkeit erhielten.

Die Absolventinnen und Absolventen der Fächergruppe "Mathematik, Naturwissenschaften" und der "Ingenieurwissenschaften" hatten mit 10 bzw. 11 Bewerbungsversuchen und zwei Bewerbungsmonaten einen vergleichsweise problemlosen Einstieg in die Berufswelt. Etwa 40 Prozent dieser Gruppe hatte einen nahtlosen Übergang indem sie direkt im Anschluss an das Studium eine Beschäftigung fand.

Wesentlich mehr Zeit und Versuche mussten die Absolventinnen und Absolventen der Fächergruppe "Sprach- und Kulturwissenschaften" und der "Rechts-, Wirtschafts- und Sozialwissenschaften" sowie der "Kunst, Kunstwissenschaft" mit durchschnittlich 3 Monaten Bewerbungszeit und 20 bzw. 18 Bewerbungsversuchen investieren.

Internet erneut die erste Wahl bei der Stellensuche

Von den Absolventinnen und Absolventen, deren Arbeitsplatzsuche erfolgreich war, fanden die meisten ihre Arbeitsstelle über das Internet (38 Prozent). 2008 nannten nur 32 Prozent dies als erfolgreichste Suchmethode. Auch Initiativbewerbungen und Praktika während des Studiums waren für 27 bzw. 26 Prozent der Absolventinnen und Absolventen eine aussichtsreiche Bewerbungsmethode. Der traditionelle Weg über Zeitungsannoncen war nur bei 11 Prozent für den Erfolg der Arbeitssuche verantwortlich. 87 Prozent der Absolventen mit Berufserfahrung

49 Prozent der Absolventen hatten sowohl vor als auch während des Studiums berufliche Erfahrungen gesammelt. Weitere 18 Prozent lernten die Berufswelt bereits vor dem Studium und 20 Prozent während dessen kennen. Dabei standen die beruflichen Erfahrungen während der Hochschulausbildung in einem engeren Zusammenhang mit der Fachhochschulausbildung als davor. Mit 13 Prozent konnte nur ein relativ geringer Anteil an Hochschulabsolventen keinerlei Berufspraxis für den erfragten Beobachtungszeitraum vorweisen. 38 Prozent der Absolventinnen und Absolventen war während des Studiums im Ausland, überwiegend im Rahmen eines Praktikums (62 Prozent) oder einer Studienphase (47 Prozent). Fast jeder Dritte mit Einstiegsgehalt zwischen 40 000 und 50 000 Euro im Jahr

Beim Berufseinstieg nach dem Studium haben 42 Prozent angegeben, ein Bruttojahreseinkommen von bis zu 40 000 Euro zu verdienen. 32 Prozent verdienten im Jahr zwischen 40 000 und 50 000 Euro. In etwa jeder Fünfte (23 Prozent) zwischen 50 000 und 70 000 Euro. Der Rest sogar mehr.

Einkommensunterschiede zwischen den Fächergruppen sind dabei auch zum Zeitpunkt der Befragung vorhanden. Während unter den Männern und Frauen mit einer naturwissenschaftlichen Ausbildung oder Ingenieurausbildung 38 bzw. 35 Prozent zwischen 40 000 und 50 000 Euro und 29 bzw. 35 Prozent zwischen 50 000 und 70 000 Euro jährlich verdienten, beziehen bei den Kunstwissenschaftlern nur 15 Prozent ein Jahreseinkommen zwischen 40 000 und 50 000 Euro bzw. 4 Prozent zwischen 50 000 und 70 000 Euro.

87 Prozent der Absolventen waren zum Zeitpunkt der Befragung erwerbstätig

Zum Zeitpunkt der Befragung waren im Jahr 2010 insgesamt 87 Prozent der Hochschulabsolventen abhängig oder selbstständig beschäftigt. Davon übten 82 Prozent eine Tätigkeit im Angestellten- oder Beamtenverhältnis aus. 5 Prozent machten sich nach ihrem Abschluss selbstständig. 7 Prozent durchliefen ein weiteres Studium oder eine Promotion, deren Kategorie in den letzten Jahren auf dem Vormarsch ist. Lediglich 2 Prozent waren auf Arbeitsplatzsuche. Weitere 4 Prozent befanden sich zum Zeitpunkt der Erhebung in Elternzeit, Kindererziehung oder konnten krankheitsbedingt keiner Erwerbstätigkeit nachgehen. Bei den Absolventinnen und Absolventen der "Kunst, Kunstwissenschaft" ist der Anteil der Selbstständigen mit 26 Prozent vergleichsweise hoch und der Anteil der Erwerbstätigen im Angestellten- und Beamtenverhältnis hingegen mit 48 Prozent relativ gering.

Berufliche Situation überwiegend angemessen

Die Mehrheit der Absolventen hält ihre berufliche Situation im Hinblick auf ihre Ausbildung für angemessen (20 Prozent) bzw. überwiegend angemessen (43 Prozent). Nur 3 Prozent der Befragten stuften ihre berufliche Situation als nicht ausbildungsadäquat und 7 Prozent als wenig angemessen ein. 27 Prozent gaben sich unentschieden.

Hohe Zufriedenheit im Beruf – Nachholbedarf bei Fort- und Weiterbildungsmöglichkeiten sowie Aufstiegsmöglichkeiten

Während 87 Prozent der Befragten mit den Tätigkeitsinhalten und 83 Prozent mit dem Betriebs- und Arbeitsklima im Beruf zufrieden oder sehr zufrieden sind, waren relativ viele Absolventinnen und Absolventen im derzeitigen Beruf mit ihrem Gehalt (19 Prozent), den Fort- und Weiterbildungsmöglichkeiten (18 Prozent) und Aufstiegsmöglichkeiten (20 Prozent) unzufrieden bzw. sehr unzufrieden.

Fast neun von zehn Absolventen sind mit dem Studium rückblickend zufrieden bzw. sehr zufrieden

Die meisten Absolventen sehen ihr Studium rückblickend positiv. Besonders die Zugänge zu EDV-Diensten (81 Prozent) und die Zugänge zu erforderlichen Praktika/Übungen (81 Prozent) wurden positiv bewertet. 68 Prozent äußerten sich gegenüber der fachlichen Beratung und Betreuung zufriedenstellend. Weniger positiv fallen dagegen die Bewertungen zur Vorbereitung auf den Beruf (55 Prozent), das Angebot von berufsorientierender Veranstaltungen (42 Prozent) und die Unterstützung bei der Stellensuche (26 Prozent) aus. Folglich äußerten die Absolventinnen und Absolventen bei Angeboten zur Berufsorientierung und zu Bewerbungsstrategien den meisten Verbesserungsbedarf (59 Prozent). Bei der Frage, welche Ausbildungsinhalte oder Fähigkeiten im Studium besser gefördert werden sollten, nannten 56 Prozent interdisziplinäres Denken und 41 Prozent die Personalerfahrung bzw. Mitarbeitermotivation. Jeweils etwa ein Drittel würde gerne verstärkt wissenschaftliche Methoden anwenden, die rhetorischen Fähigkeiten und die eigene Organisation verbessern sowie die Fremdsprachenkenntnisse erweitern.

Absolventen der Befragung 2010 bewerten Studienzufriedenheit ähnlich wie in den Vorjahren – Unterschiede jedoch bei Bewerbungsdauer und Anzahl der Bewerbungsversuche

Wesentliche Unterschiede bei der Studienbewertung sowie der Bewertung verschiedener Teilbereiche oder der Verbesserungsvorschläge liegen im Zeitverlauf von 2008 bis 2010 nicht vor. Allerdings zeigt sich, dass sowohl die durchschnittliche Dauer der Bewerbungsversuche von 2,7 auf 2,3 Monate als auch die Anzahl der Bewerbungsversuche von 18,5 auf 13,5 zurückgeht. Dies lässt sich teilweise nicht nur anhand des Durchschnittswerts belegen sondern auch durch den Zentralwert1). In den Vorjahren lag dieser bei zwei Bewerbungsmonaten, inzwischen verweilt dieser nur noch bei einem Monat.


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