Studienbedingungen unabhängig vom Exzellenzstatus
Die neun Universitäten, die im Rahmen der Exzellenzinitiative des Bundes und der Länder in den letzten Jahren für ihre Zukunftskonzepte ausgezeichnet wurden, werden kritisch beäugt, wenn es um die Lehre geht. Die einen glauben, dass der starke Fokus auf die Forschung die Studienbedingungen verschlechtere, weil die Lehre vernachlässigt würde. Die anderen sehen durch die zusätzlichen Gelder bessere Voraussetzungen und einen Automatismus zu besseren Studienbedingungen, weil gute Forschung die beste Basis für gute Lehre sei.
14.06.2012 Pressemeldung CHE Centrum für HochschulentwicklungDoch wie meistens sind pauschale Urteile verfehlt: Eine Auswertung der Studierendenurteile im Hochschulranking zeigt keine systematischen, allgemein gültigen Auswirkungen des Exzellenzstatus auf die Spitzenplatzierungen bei den Studienbedingungen.
Für 12 Fächer wurde ein Vergleich der Studierendenzufriedenheit an den Fachbereichen von "Exzellenzuniversitäten" (also den in allen drei Linien Erfolgreichen) mit allen anderen Fachbereichen erstellt. Doch lassen sich keine eindeutig positiven oder eindeutig negativen Wirkungen der Exzellenzinitiative auf die untersuchten Indikatoren "Studiensituation insgesamt", "Betreuung", "Lehrangebot" und "Studierbarkeit" finden. Es gibt demnach weder einen Automatismus, mit dem Exzellenz in der Forschung auf Exzellenz in der Lehre abstrahlt, noch eine generelle Tendenz, dass Wissenschaftler(innen) von Exzellenzuniversitäten die Lehre vernachlässigen. Erneut bestätigt sich, dass der Schluss von "Forschungsexzellenz" auf die Exzellenz der gesamten Universität zu kurz greift; herausragende Leistung ist ein mehrdimensionales Phänomen, das in unterschiedlichen Bereichen verschieden stark ausgeprägt sein kann und worin verschiedene Hochschulen herausragend sein können.
Die Studie "Auswirkungen der Zukunftskonzepte auf die Studienbedingungen - Eine Bestandsaufnahme zur dritten Runde der Exzellenzinitiative anhand von Studierendenurteilen des CHE Hochschulrankings" ist als CHE Arbeitspapier Nr. 156 veröffentlicht und kann kostenlos heruntergeladen werden.
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