Studiengebühren: GEW unterstützt Protest der Studierenden

"Die Möglichkeit zum Studium darf nicht von Papis Portemonnaie oder Mamis Moneten abhängen. Deshalb steht die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft an der Seite derjenigen, die die Einführung von Studiengebühren bekämpfen", sagte der stellvertretende GEW-Landesvorsitzende Jan Nissen auf der Studierenden-Demonstration gegen Studiengebühren am 6.7.06 in Kiel. Studiengebühren seien sozial ungerecht, wirtschaftlich kontraproduktiv und verlängerten unsinnigerweise das Studium!

06.07.2006 Schleswig-Holstein Pressemeldung GEW Schleswig-Holstein

Jan Nissen verwies darauf, dass Deutschland und gerade auch Schleswig-Holstein in Zukunft mehr und nicht weniger Akademiker bräuchten, um international nicht den Anschluss zu verlieren. Im OECD-Schnitt studierten 51 Prozent eines Altersjahr-gangs, in Deutschland dagegen nur rund 37 Prozent. Schon jetzt könne Deutschland den Bedarf an hochqualifizierten Arbeitskräften kaum decken, so dass die Studierenden-Quote erhöht werden müsse. Dies um so mehr, weil die Zahl junger Menschen in den nächsten Jahren stark sinke. Um allein die derzeitige Zahl der Akademiker zu halten, müssten künftig rund 60 Prozent eines Jahrgangs ihr Studium erfolgreich beenden.

"Wir müssen also für junge Menschen aus sozial schwächeren Elternhäusern, aber zunehmend auch aus Mittelschichtfamilien bessere Rahmenbedingungen schaffen, um sie für die Aufnahme eines Studiums zu gewinnen", so der stellvertretende GEW-Landesvorsitzende. "Diese Forderung erhebt die internationale Wirtschaftsorganisa-tion OECD. Sie sollte eigentlich auch dem schleswig-holsteinischen Wirtschaftsminister Austermann einleuchten, der stattdessen aber junge Leute durch die Einführung von Studiengebühren von der Aufnahme eines Studiums abschreckt."

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GEW Schleswig-Holstein

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