Thüringen braucht ein modernes Hochschulgesetz

"Wir brauchen ein modernes Hochschulgesetz, dass die Mitbestimmungsmöglichkeiten von Mitarbeitern und Studierenden sichert und ausbaut", sagte Thomas Hoffmann, Referatsleiter Hochschule und Forschung. Partizipation ist Bedingung von Innovation, da sie die Voraussetzung von Identifizierung mit der Hochschule und Lust an Arbeit und Qualität schafft. Deshalb sind gesetzliche Mindeststandards erforderlich, die die Partizipation aller Mitglieder in den Hochschulen sichern.

17.11.2005 Thüringen Pressemeldung GEW Thüringen

Dass die Hochschulen künftig von Präsidien geleitet werden sollen, in dem nicht nur Professoren vertreten sein müssen, wie von Staatssekretär Bauer-Wabnegg angedeutet, begrüßen wir. "Wir können uns durchaus ein Präsidialkollegium vorstellen, in dem neben dem Präsidenten jeweils ein Professor, ein Studierender und ein Mitarbeiter vertreten sind. Das wäre ein Beitrag zur Professionalisierung der Hochschulleitungen, da diejenigen, die der Probleme an der Basis kennen, mehr mitzureden hätten", so Thomas Hoffmann weiter.

Entscheidend ist, dass die Gruppenuniversität, in deren Gremien die verschiedenen Mitgliedergruppen einer Hochschule - möglichst paritätisch - vertreten sind, erhalten bleibt. Jedoch muss die Kontrolle von unten gestärkt werden, wenn das Ministerium Zuständigkeiten an die Hochschulleitungen abgibt. Gegen externe Kompetenz von Vertretern aus Wirtschaft und Gesellschaft in sogenannten Hochschulräten spreche wenig, wenn diese durch Vorschlagsrecht an die Mitgliedergruppen angebunden und nicht durch die Hochschulleitungen oder das Ministerium besetzt werden.

Die Teilnehmer der GEW-Hochschulkonferenz kritisierten den vor 15 Jahren in Thüringen eingeführten Beamtenstatus für Professoren. Er war schon damals ein Anachronismus. "Die Arbeitsbedingungen des Hochschulpersonals lassen sich nur tarifvertraglich regeln. Dazu gehören Festlegungen zu Arbeitszeit, Arbeitsort sowie der Umfang der Lehrverpflichtung", erklärte der GEW-Referatsleiter. Damit Thüringen nicht den Wettbewerb um die besten Köpfe verliert, muss der Tarifvertrag öffentlicher Dienst (TVöD) auch von der Tarifgemeinschaft der Länder übernommen werden. Dadurch können wissenschaftsspezifische Regelungen mit den Gewerkschaften ausgehandelt werden.

Am 21.11.2005 hatte sich die Bildungsgewerkschaft GEW auf ihrer 14. Landeshochschulkonferenz mit der von der Landesregierung vorbereiteten Novelle des Thüringer Hochschulgesetzes auseinandergesetzt.

Ansprechpartner

GEW Thüringen

Schlagworte

Keine Kommentare vorhanden

Sie sind derzeit nicht angemeldet. Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich vorab bei uns registrieren. Alternativ können Sie sich über Ihren Facebook-Account anmelden.
Anmelden