Uni Leipzig fordert Unterstützung von ihren Absolventinnen Angela Merkel und Johanna Wanka
(red/pm) Die Rektorin der Universität Leipzig, Beate Schücking, fordert von den Leipziger Uni-Absolventinnen Angela Merkel und Johanna Wanka mehr politische Unterstützung. "Ich würde unsere beiden Absolventinnen dazu aufrufen, den Hochschulen endlich so zu helfen, wie sie es verdienen – insbesondere denen in Ostdeutschland", sagte Schücking in einem Interview mit der Wochenzeitung DIE ZEIT.
19.02.2014 ArtikelBundeskanzlerin Merkel und Bundesforschungsministerin Wanka hatten zu DDR-Zeiten jeweils in Leipzig studiert. Die Leipziger Universität befindet sich derzeit in schweren finanziellen Nöten.
In der aktuellen Kürzungsdebatte hätten sich die Leipziger Wurzeln von Merkel und Wanka für die Universität noch nicht ausgezahlt, so Schücking: "Unsere Hochschule muss darben, weil das Geld fehlt. Da hilft es leider auch nicht, dass eine unserer Absolventinnen heute die Kanzlerin ist", sagte die Rektorin in dem ZEIT-Interview.
Ebenso verhalte es sich mit der Forschungsministerin: "Johanna Wanka hat in Leipzig Mathematik studiert. Glauben Sie aber nicht, dass wir uns regelmäßig zum Kaffeekränzchen treffen!", so Schücking. "Es gibt keinen Leipzig-Bonus oder so etwas." Allerdings gebe es eben Missstände im Hochschulwesen, auf die sie die beiden Politikerinnen aufmerksam machen wolle: "Die ostdeutschen Länder können ihrer Verantwortung für die Wissenschaft kaum noch nachkommen", so die 58-jährige Schücking. "Von Rostock bis Freiberg sind sämtliche Universitäten unterfinanziert."
An der Universität Leipzig wird über weitreichende Stellenstreichungen diskutiert; mehrere Institute stehen vor der Schließung. Auch in den Naturwissenschaften werden Professuren aufgegeben. Angela Merkel hat in Leipzig von 1973 bis 1978 Physik studiert, Johanna Wanka von 1970 bis 1974 Mathematik.
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