Weniger Habilitationen an Bayerns Universitäten
Nach Mitteilung des Bayerischen Landesamts für Statistik und Datenverarbeitung wurden im Jahr 2005 an den bayerischen Hochschulen 344 Habilitationsverfahren erfolgreich abgeschlossen. Wesentlich für den Rückgang um 95 Habilitationen oder 22 Prozent gegenüber dem Vorjahr dürfte die Einführung der Juniorprofessur sein. Mehr als die Hälfte der Habilitationsschriften betraf das Fachgebiet Humanmedizin. Spitzenreiter unter den Hochschulen war wieder die Universität München mit 101 neu habilitierten Wissenschaftlern.
09.05.2006 Bayern Pressemeldung Bayerisches Landesamt für StatistikBayerns Universitäten verzeichneten im Jahr 2005 erstmals seit 1999 einen Rückgang bei den Habilitationen, wobei ausschlaggebend für diese Entwicklung die Einführung der Juniorprofessur gewesen sein dürfte. Wie das Bayerische Landesamt für Statistik und Datenverarbeitung weiter mitteilt, erwarben 270 Wissenschaftler und 74 Wissenschaftlerinnen die Lehrbefugnis. Mit insgesamt 344 Neuhabilitierten wurde zwar der Durchschnitt der letzten zehn Jahre in etwa erreicht, das bisherige Maximum vom Vorjahr aber um 95 Habilitierte oder 22 Prozent unterschritten. Der Frauenanteil an allen 2005 neu Habilitierten machte im Berichtsjahr 21,5 Prozent aus. Er entsprach damit in etwa dem Vorjahresniveau und übertraf den Schnitt der zurückliegenden zehn Jahre von 16 Prozent noch immer erheblich.
Auch 2005 wurden wieder die meisten Habilitationen, nämlich 177, in der Humanmedizin abgelegt. Es folgten in weitem Abstand die Sprach- und Kulturwissenschaften mit 63, die Fächergruppe Mathematik, Naturwissenschaften mit 51 sowie die Rechts-, Wirtschafts- und Sozialwissenschaften mit 29 Neuhabilitierten.
Der Spitzenreiter unter den Hochschulen war erneut die Universität München, an der 101 oder 29 Prozent der angehenden Professorinnen und Professoren ihre Qualifikation erwarben. Die Plätze zwei bis fünf belegten die Universität Erlangen-Nürnberg mit 56 und die Technische Universität München mit 52 Habilitationsverfahren, gefolgt von den Universitäten Würzburg und Regensburg mit 48 bzw. 36 Neuhabilitierten.
Das durchschnittliche Habilitationsalter lag 2005 bei 39,8 Jahren. Immerhin 32 Wissenschaftler waren zum Zeitpunkt der Habilitation noch keine 35 Jahre alt, während 46 das 45. Lebensjahr bereits vollendet hatten. Der jüngste Neuhabilitierte zählte knapp 30, der älteste hingegen 59 Jahre.
Ausführliche Ergebnisse zu den Habilitationsverfahren im zurückliegenden Jahr enthält der Statistische Bericht "Habilitationen in Bayern im Jahr 2005" (Best.-Nr. B 34303 200500, Preis 3,70 €). Er kann im Webshop (www.statistik.bayern.de/veroeffentlichungen/webshop/) oder im Vertrieb des Bayerischen Landesamts für Statistik und Datenverarbeitung erworben oder dort per Fax 089 2119-457 oder E-Mail: bestellt werden. Der Bericht ist im Webshop auch kostenlos als Datei erhältlich.
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