Wissenschaftsministerium fördert gemeinsame Promotionsverfahren an Universitäten und Pädagogischen Hochschulen
Das Wissenschaftsministerium fördert gemeinsame Promotionsvorhaben in der Empirischen Bildungsforschung. Mit insgesamt 900.000 Euro werden entsprechende Projekte der Universität Tübingen mit der Pädagogischen Hochschule Ludwigsburg und der Universität Freiburg mit der dortigen Pädagogischen Hochschule gefördert. Dies teilte Wissenschaftsminister Professor Dr. Peter Frankenberg heute in Stuttgart mit.
03.12.2010 Pressemeldung Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kunst Baden-WürttembergDer Wissenschaftsminister sagte, die beiden Kollegs seien von einer unabhängigen Gutachterkommission ausgewählt und für eine Forderung empfohlen worden. "Beide Projekte widmen sich bedeutenden Aspekten der Bildungsforschung und werden auch zur Schärfung des Profils der Pädagogischen Hochschulen beitragen. Die Bildungsforschung - aber auch der wissenschaftliche Nachwuchs - profitiert davon, wenn Universitäten und Pädagogische Hochschulen miteinander kooperieren und ihre besonderen Stärken in gemeinsame Projekte einbringen." Beide Kollegs starteten am 1. August 2011 und umfassten eine Laufzeit von drei Jahren.
Das interdisziplinäre Kooperative Promotionskolleg mit dem Titel ´Effektive Lehr-Lernarrangements. Empirische Evaluation und Intervention in der Pädagogischen Praxis` (Pädagogischen Hochschule Ludwigsburg und Universität Tübingen) will innovative Ideen für den Schulunterricht und neue Lernverfahren auf ihre Tauglichkeit in der Praxis prüfen. Kernpunkte des Kollegs sind zeitgemäße Methodenstandards und eine systematische Ausbildung der Promovenden. Eine breite Expertise aus verschiedenen Feldern ist in das Kooperative Promotionskolleg eingebunden, bei der die Schulpädagogik, die Pädagogische Psychologie und die Fachdidaktik (Englisch, Deutsch, Mathematik, Naturwissenschaft) interdisziplinär an den Fragestellungen eng zusammen arbeiten. Alle Promovenden erhalten zudem eine anspruchsvolle Ausbildung in quantitativen Forschungsmethoden und Statistik.
Im Promotionskolleg Pro|Mat|Nat (Universität und Pädagogische Hochschule Freiburg) untersuchen Forscherinnen und Forscher, welches spezifische Wissen Lehrerinnen und Lehrer erwerben müssen, damit sie nicht nur allgemein qualifizierte Pädagogen, sondern Spezialisten für guten Mathematik- bzw. Naturwissenschaftsunterricht werden. Die Ergebnisse der insgesamt zwölf Forschungsprojekte liefern nicht nur wichtige Beiträge für die Bildungsforschung, sondern können auch unmittelbar in der Aus- und Weiterbildung von Lehrkräften genutzt werden. Hintergrund: Für guten Unterricht ist entscheidend, dass Lehrkräfte ihr Inhaltswissen und ihr allgemeines pädagogisches Wissen auf ihre Lehrtätigkeit im jeweiligen Unterrichtsfach hin "spezialisieren". Insbesondere sollten sie wissen, mit welchen Lehrstrategien bestimmte Inhalte am besten vermittelt werden können, was den Lernenden dabei typischerweise schwer fällt und wie man den Bedarf an Förderung bei einzelnen Lernenden am besten ermitteln kann.
Das Wissenschaftsministerium fördert die Vorhaben in den Jahren 2011 bis 2014 mit insgesamt 900.000 Euro. Die Förderung umfasst dreijährige Promotionsstipendien für bis zu je zwölf Kollegiatinnen und Kollegiaten. Die Höhe der Stipendien wird von den Hochschulen festgelegt. Außerdem können bis zu je sechs Lehrerinnen und Lehrer des gehobenen Dienstes an die Pädagogische Hochschule Ludwigsburg und Freiburg als Kollegiatinnen und Kollegiaten abgeordnet werden.
Hinweis für die Redaktionen:
Promotionskollegs sind Hochschuleinrichtungen. Ihre Aufgabe ist es, besonders geeignete Doktorandinnen und Doktoranden auszuwählen und - unter besonders guten Forschungsbedingungen - zu betreuen und weiter zu qualifizieren. Promotionskollegs werden von mehreren Hochschullehrern in der Rolle von Mentoren mit klar zugewiesener Verantwortung getragen und gruppieren sich um besondere fachliche Schwerpunkte der beteiligten Hochschulen.
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