Zusammenarbeit bei Vietnamesisch-Deutscher Universität

Die Bundesländer Hessen und Baden-Württemberg haben eine Kooperationsvereinbarung im Rahmen der Vietnamesisch-Deutschen Universität (VDU) geschlossen. Der Hessische Minister für Wissenschaft und Kunst, Udo Corts, und der baden-württembergische Minister für Wissenschaft, Forschung und Kunst, Prof. Dr. Peter Frankenberg, unterzeichneten heute in Wiesbaden eine entsprechende Abmachung.

17.03.2008 Baden-Württemberg, Hessen Pressemeldung Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kunst Baden-Württemberg

Danach wird sich Baden-Württemberg am Aufbau der VDU beteiligen und hierbei federführend die Interessen der baden-württembergischen Hochschulen vertreten. Beide Länder werden sich nicht zuletzt bei der Einwerbung von Fördermitteln für das Projekt abstimmen und gemeinschaftlich agieren. Die Planungen hinsichtlich des Aufbaus der VDU sollen untereinander und mit den beteiligten Hochschulen abgestimmt werden. Außerdem ist die gegenseitige Beteiligung an der Ausrichtung von Seminaren, Workshops, Internationalen Sommeruniversitäten und Bildungsmessen in Rahmen der VDU vorgesehen. In der Vereinbarung erklären sich beide Seiten bereit, an dieser Zusammenarbeit auch weitere Länder und Hochschulen außerhalb Baden-Württembergs und Hessens zu beteiligen.

Staatsminister Corts äußerte sich erfreut über die Abmachung: "Durch die Kooperationsvereinbarung wird das Projekt der Vietnamesisch-Deutschen Universität auf eine noch breitere Grundlage gestellt." Mit der Hochschule, die im September 2008 den Lehrbetrieb auf dem Campus der National Universität Ho Chi Minh City aufnehmen soll, werde die Zusammenarbeit in Bildung und Wissenschaft zwischen der Bundesrepublik Deutschland und der Sozialistischen Republik Vietnam ausgebaut. "Wir wollen den Austausch in den Bereichen Lehre und Forschung und mit der Ausbildung hochqualifizierter Fachkräfte den Wachstumsmarkt Vietnam stärken. Das ist nicht zuletzt ein wichtiger Beitrag zur Verknüpfung von Außenwissenschafts- und Außenwirtschaftspolitik."

Wissenschaftsminister Prof. Dr. Frankenberg bezeichnete die Kooperationsvereinbarung als wichtigen Schritt für die Zusammenarbeit der beiden Länder in Bildung und Wissenschaft. "Ich freue mich, dass die baden-württembergischen Hochschulen auf der Basis dieses Kooperationsvertrags ihr Know-how in das Projekt der Vietnamesisch-Deutschen Universität einbringen können. Diese Maßnahme trägt erheblich zur wissenschaftlichen und wirtschaftlichen Wettbewerbsfähigkeit bei." Die Intensivierung des wissenschaftlichen Austauschs bringe Zugang zu neuem Wissen und helfe, die Hochschulen als leistungsfähige Partner in der internationalen Zusammenarbeit zu etablieren.

Staatsminister Corts hatte am 29. Februar 2008 in Anwesenheit von Bundesaußenminister Frank-Walter Steinmeier in Hanoi die Gründungsdokumente für die Vietnamesisch-Deutsche-Universität auf dem Campus der National Universität Ho Chi Minh City unterzeichnet. Darüber hinaus sollen an verschiedenen Hochschulen in Vietnam unter dem Signet "VDU" Studienangebote, Workshops, Seminare aus Deutschland veranstaltet werden.

Der Aufbau der VDU folgt grundlegend vier Prinzipien:

  • Die VDU soll eine qualitativ hochwertige Hochschule werden, die an hohen deutschen Standards ausgerichtet, europa- und weltweit anerkannt ist, Forschung betreibt und nach deutschem Muster strukturiert ist.

  • Es handelt sich um ein Regierungsprojekt zwischen dem Hessischen Ministerium für Wissenschaft und Kunst und dem Ministry of Education and Training (MOET), Hanoi. Das Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kunst Baden-Württemberg wird an den weiteren Verhandlungen beteiligt. Schwerpunkt des Studienexports sollen Deutschlands stärkste Disziplinen und die in Vietnam am meisten gefragten Bereiche sein.

  • Die VDU soll eine Non Profit-Universität werden, die Studiengebühren nur zur Deckung von Kosten erhebt.

  • Studierende sollen aus den besten Schulen und Hochschulen ausgewählt werden.

Die Administration der VDU soll folgenden Grundsätzen folgen:

  • Die erste Präsidentschaft der VDU soll deutsch sein und danach in Absprache rotieren. Die VDU soll mit hohem Qualitätsanspruch nach dem Vorbild deutscher Hochschulen geführt werden. Erster Präsident der VDU wird der Präsident der Fachhochschule Frankfurt, Prof. Dr. Wolf Rieck.

  • Die VDU soll sich an Curricula, Lehrmaterialien und Methoden deutscher Hochschulen orientieren. Deutsche Hochschulen sollen für jedes gemeinsame Studienprogramm Lehrkräfte auswählen. Gleichzeitig sollen hervorragende vietnamesische Lehrkräfte an der Partnerhochschule ausgebildet werden, so dass die VDU in einigen Jahren hoch qualifiziertes Personal für den Unterricht zur Verfügung hat. Abschlüsse sollen zunächst von den deutschen Hochschulen verliehen werden. Ziel ist die Vergabe international akkreditierter Abschlüsse.

  • Unterrichtssprachen sollen Englisch und Deutsch sein. Studierende in Bachelor-Studiengängen sollen vom ersten Jahr an Deutsch lernen, so dass sie im fortgeschrittenen Studium deutschsprachige Lehrveranstaltungen besuchen und ihre Forschungs- und Prüfungsarbeiten in Deutsch schreiben können. Damit soll auch der Übergang der Studierenden zu einem weiterführenden Studium in Deutschland erleichtert werden.


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