Auszeichnungen

Zwei erste Preise für "Pädagogik Innovativ"

Am Dienstag vergibt der Bayerische Lehrer- und Lehrerinnenverband (BLLV) zum vierten Mal den Förderpreis "Pädagogik Innovativ". Mit dem Preis werden Dozent/inn/en bayerischer Universitäten ausgezeichnet, die neue und kreative Wege in ihren Lehrveranstaltungen für Lehramtsstudierende gehen.

21.06.2010 Pressemeldung Bayerischer Lehrer- und Lehrerinnenverband (BLLV) e.V.

Die diesjährigen Preisträger sind Dr. Marianne Häuptle-Barcelò und Oliver Meyer von der Katholischen Universität Eichstätt-Ingolstadt für das Projekt "Modularisierung reloaded", bei dem es um individualisiertes Lernen mittels e- Portfolios im Rahmen der Ausbildung von Fremdsprachenlernen geht. Mit dem Preis geehrt wird ebenso Prof. Dr. Thomas Trefzger von der Julius-Maximilians- Universität Würzburg für seine Idee für ein "Mathematisches Informationstechnologisches und Naturwissenschaftliches Didaktikzentrum, kurz "MIND". Der BLLV-Förderpreis ist insgesamt mit 5000 Euro dotiert. Einen zweiten und dritten Preis vergab die Jury diesmal nicht. Prof. Dr. Joachim Kahlert, Direktor des Lehrerbildungszentrums der Universität München und Vorsitzender der Fachgruppe Hochschule im BLLV, betonte als Leiter der Jury, "beide Projekte zeigen für sehr unterschiedliche Fachgebiete, wie eine wissenschaftsbasierte Lehrerbildung mit klarem Berufsfeldbezug realisiert werden kann. In beiden ausgezeichnete Projekten lernen künftige Lehrerinnen und Lehrer Lernprozesse zu planen, zu gestalten und zu analysieren, die sowohl den fachlichen Anforderungen als auch den individuellen Lernvoraussetzungen der Schülerinnen und Schüler gerecht werden."

"Wir wollen mit der Preisverleihung ein Zeichen für die Lehrerbildung setzen", betonte BLLV-Präsident Klaus Wenzel im Vorfeld. Im universitären Alltag komme es mehr denn je auf die persönliche Initiative und das Engagement einzelner Dozentinnen und Dozenten an. Erfreulicherweise gebe es an den bayerischen Hochschulen viele wegweisende Beispiele, allerdings bleiben sie weitgehend unbekannt. Nicht zuletzt auch aus diesem Grund verleihe der BLLV den Förderpreis "Pädagogik Innovativ". "Die 27 eingeschickten Bewerbungen belegen eindrucksvoll, wie einfallsreich und fortschrittlich an vielen Hochschulen gelehrt wird."

Die Englischdidaktiker Dr. Marianne Häuptle-Barcelò und Oliver Meyer haben sich mit ihrem Projekt das Ziel gesetzt, den Forderungen des Bologna-Prozesses nach internationaler Vergleichbarkeit der Studienabschlüsse gerecht zu werden und gleichzeitig eine nachhaltige Evaluationskultur zu schaffen, bei der die individuellen Lernprozesse einzelner Studierender erfasst und dokumentiert werden. Anwendung fand die Idee bei den Fremdsprachenlehren. Die Wissenschaftler arbeiten mit Portfolios, die im Gegensatz zu den gängigen Dokumentationsmappen als echtes Lernbegleitinstrument verstanden werden. Die Konzeption beruht auf neuesten Erkenntnissen der Lernforschung und stützt die Individualisierung des Lernprozesses. Häuptle-Barcelò und Meyer setzen dabei auf den Einsatz neuer Medien und stellen den Studierenden sämtliche Materialien auf der universitären Internetplattform zur Verfügung.

Prof. Dr. Thomas Trefzger ist Sprecher des MIND-Zentrums. Das Mind-Zentrum bildet das fächerübergreifende Koordinationszentrum für Ausbildung und Forschung an der Universität und wurde im April 2009 von den Fakultäten Mathematik, Informationstechnologie und den Naturwissenschaften Biologie, Chemie, Geographie und Physik als Didaktikzentrum gegründet. Es ermöglicht eine fächerübergreifende und schulpraxisbezogene Ausbildung von Lehramtsstudierenden aller Schularten und aller Fächerkombinationen. Sein Kern ist das Lehr-Lern-Labor "L³"- eine interdisziplinäre Begegnungsstätte für Lehrer, Referendare, Lehramtsstudierende und Schüler. Hier sind Lehramtsstudierenden aktiv an der Entwicklung aktueller Experimentaleinheiten und an der Betreuung von Schülerinnen und Schülern während des eigentlichen experimentellen Arbeitens im Lehr-Lern-Labor beteiligt. Dabei garantieren klare Vernetzungs- und Verankerungsstrukturen eine Langfristigkeit. Die Lehramtsstudierenden erfahren neue Rollen und zwar als an aktuellen Fragestellungen arbeitende Forscher und gleichzeitig als Mentoren für die Schüler. In der fachdidaktischen Forschung steht der Lehramtsstudierende im Fokus.

"Die Konzepte der Preisträger sind vorbildlich", lobte Wenzel. Sie tragen dazu bei, den Lehrerberuf insgesamt zu stärken. Ich wünsche mir, dass von der Preisverleihung der Impuls ausgeht, dass an den Universitäten weiterhin nach kreativen und innovativen Methoden in den Lehrveranstaltungen gesucht wird."

Die Vorsitzende der BLLV- Landesstudentengruppe (LSG), Christine Hartmann, erinnerte daran, "dass der Förderpreis im Jahr 2001 von der LSG kreiert wurde und deshalb auch den Studentenvertretern in der Jury großes Gewicht zukommt." Die LSG stellt drei von insgesamt sechs Jurymitgliedern.


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