Zwischenbilanz zur Forschungsförderung der "Offensive Biotechnologie"
Die Landesregierung baut die lebenswissenschaftliche Forschung im Land an verschiedenen Standorten aus. Der Wissenschaftsminister legte dem Ministerrat einen Zwischenbericht zur Forschungsförderung der "Offensive Biotechnologie" vor. Die Maßnahmen dieses 29 Mio. Euro umfassenden Programms aus Privatisierungserlösen beruhen auf den konkreten strategischen Empfehlungen des Landesforschungsbeirats. Das Wissenschaftsministerium hat dazu auf der Grundlage fundierter fachlicher Expertise ein vielschichtiges Konzept fokussierter Maßnahmen entwickelt. "Der Bericht verdeutlicht das Potenzial der Lebenswissenschaften im Land und zeigt die hohe Dynamik, mit der das Förderkonzept diese Schlüsseltechnologie weiterentwickelt hat", sagte Wissenschaftsminister Professor Dr. Peter Frankenberg am 26. April in Stuttgart.
26.04.2007 Baden-Württemberg Pressemeldung Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kunst Baden-WürttembergEin Ziel der im Jahr 2002 gestarteten Offensive Biotechnologie des Landes ist die nachhaltige Stärkung der lebenswissenschaftlichen Forschung in Baden-Württemberg. "Bereits heute ist erkennbar, dass die nationale und internationale Wettbewerbsfähigkeit der baden-württembergischen Universitäten und Forschungseinrichtungen in diesem Bereich substanziell verbessert wurde. Die einschlägigen Erfolge der Universitäten in der Exzellenzinitiative oder beim Einwerben von Drittmitteln der Deutschen Forschungsgemeinschaft unterstreichen diese Bilanz eindrucksvoll", sagte Frankenberg.
Förderbeispiele
Gefördert wurde z. B. mit knapp 5 Mio. Euro die Einrichtung des Zentrums für funktionelle Proteomanalytik an der Universität Tübingen, das sich mit der Entschlüsselung der Wechselwirkungen und Beziehungen der Proteine beschäftigt. Dieses Forschungsfeld hat besondere Bedeutung, weil Proteine die eigentlichen Akteure des Zellgeschehens sind und bei ihnen auch oft die molekulare Ursache von Krankheiten zu finden ist.
Auch Fehlernährung kann häufig Ursache von Krankheiten sein, rund ein Drittel aller Kosten im Gesundheitswesen werden dadurch verursacht. Mit Mitteln der Offensive können Fragen der molekularen Ernährungsforschung an den Standorten Hohenheim/Tübingen und Karlsruhe verstärkt bearbeitet werden. Dafür wurden insgesamt 7 Mio. Euro bereit gestellt.
An der Schnittstelle zwischen Biotechnologie und Nanotechnologie hat sich die Nanobiotechnologie herausgebildet. Mit ihrer Hilfe sollen in Zukunft Funktionsmerkmale von lebenden Zellen technisch kopiert werden. Dadurch können die Funktionen von Zellen besser verstanden und Ursachen von Krankheiten behoben werden. Für den Ausbau der Nanobiotechnologie an den Standorten Karlsruhe, Konstanz, Stuttgart und Ulm sind rund 1,1 Mio. Euro investiert worden.
Im Landesmuseum für Technik und Arbeit in Mannheim ist eine Ausstellung für die Bereiche Nanobiotechnologie und Nanotechnologie geplant. Sie soll das Interesse und das Verständnis für diese bedeutsamen Zukunftstechnologien wecken. Chancen und Risiken werden in verständlicher Form einem breiten Publikum anschaulich gemacht. Die Ausstellung ist für das Jahr 2009 geplant. Sie soll mit einer Mio. Euro gefördert werden und befindet sich bereits in der Konzeptionsphase.
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