Sachsen

29.000 Grundschüler erhalten Bildungsempfehlung

Rund 29.000 sächsische Grundschüler der vierten Klasse erhalten nächste Woche (Freitag, 9. März 2012) ihre Bildungsempfehlung für eine der weiterführenden Schularten. Die Empfehlung wird den Eltern schriftlich bekannt gegeben. Bis zum 16. März müssen die Eltern ihre Kinder an einer Mittelschule oder an einem Gymnasium ihrer Wahl anmelden. Das gilt auch für Schüler der Klassenstufe 4 der Förderschule, sofern kein Förderbedarf in den Förderschwerpunkten Lernen und geistige Entwicklung festgestellt wurde.

02.03.2012 Pressemeldung Sächsisches Staatsministerium für Kultus

Kultusminister Roland Wöller appellierte an die Eltern, den weiteren Bildungsweg ihrer Kinder sorgfältig abzuwägen. "Alle Eltern wünschen sich einen möglichst hohen Schulabschluss für ihr Kind. Das ist verständlich, denn Bildung ist der Schlüssel zum Erfolg", betonte Wöller. Der Weg zu einer beruflichen Karriere über Abitur und Studium kann in Sachsen neben dem Gymnasium auch über die Mittelschule und das Berufliche Gymnasium beschritten werden. "Gerade für Kinder, die eher praktisch und handlungsorientiert lernen, kann die Mittelschule genau der richtige Weg zum späteren Berufsleben sein", erklärte Wöller. Eltern, die sich noch nicht sicher sind und Hilfe bei der Entscheidung brauchen, sollten Rat bei den Lehrern suchen und gemeinsam mit den Kindern entscheiden.

Die Bildungsempfehlung für das Gymnasium wird erteilt, wenn die Schüler in den Fächern Mathematik, Deutsch und Sachunterricht einen Notendurchschnitt von 2,0 und besser haben. Das heißt, eine Note 3 kann innerhalb dieser Fächer mit einer Note 1 ausgeglichen werden. Keines dieser Fächer darf aber mit der Note 4 oder schlechter bewertet worden sein. Zudem muss das Lern- und Arbeitsverhalten erwarten lassen, dass die Schüler den Anforderungen des Gymnasiums gewachsen sind.

Der Minister machte deutlich: "Mit der Bildungsempfehlung werden keine Abschlüsse vorweggenommen oder verhindert. Wichtig ist in erster Linie, dass der Schüler beim Lernen gut vorankommt und Erfolgserlebnisse hat." Es gehe deshalb weniger um die Frage "Kommt mein Kind auf das Gymnasium?", sondern vielmehr um den passenden Bildungsweg für den Schüler. Zur besseren Durchlässigkeit und Anschlussfähigkeit zwischen beiden Schularten gibt es seit diesem Schuljahr auch für alle 29.350 Sechstklässler eine verpflichtende Bildungsempfehlung an den Mittelschulen (betrifft 15.993 Schüler) und eine Schullaufbahnempfehlung an den Gymnasien (13.353 Schüler). "Die Möglichkeit, über die Mittelschule zu höheren Abschlüssen zu kommen, ist bei Eltern und Schülern noch zu wenig präsent, obwohl im vergangenen Schuljahr rund 20 Prozent der Schüler mit einem guten Realschulabschluss am Beruflichen Gymnasium weitergelernt haben. An der frühzeitigen Information müssen wir weiter arbeiten", so Wöller.

Erfüllt ein Schüler die Anforderungen für den Besuch des allgemeinbildenden Gymnasiums erst am Ende des Schuljahres, erhält er am 12. Juli 2012 eine zweite Bildungsempfehlung. Der Antrag auf Aufnahme am Gymnasium muss dann spätestens bis zum 23. Juli eingereicht werden. Schüler, die keine Empfehlung für das Gymnasium erhalten, aber die Eignungsprüfung bestanden haben, müssen ihren Antrag bis zum 4. April 2012 stellen.

Im Schuljahr 2010/2011 hatten 44,5 Prozent (12.086 Schüler) eine Bildungsempfehlung für das Gymnasium und 54,7 Prozent (14.855 Schüler) für die Mittelschule erhalten.

Weitere Informationen zur Bildungsempfehlung sind abrufbar unter: www.sachsen-macht-schule.de/bildungsempfehlung

Informationen zu den Anmeldefristen und notwendigen Unterlagen sind abrufbar unter: amt24.sachsen.de/ZFinder/zflink.do?modul=VB&id=35389


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