Schleswig-Holstein

813 neue Schülerinnen und Schüler weniger an den weiterführenden Schulen als im Jahr 2014

Der demografische Wandel in Schleswig-Holstein macht sich bei den Aufnahmezahlen für die weiterführenden Schulen für das Schuljahr 2015/16 bemerkbar, berichtet heute (1. April) das Ministerium für Schule und Berufsbildung: Landesweit gibt es demnach einen Rückgang von 813 Schülerinnen und Schülern bei den Aufnahmen für die weiterführenden Schularten Gymnasium, Gemeinschaftsschule mit Oberstufe und Gemeinschaftsschule ohne Oberstufe.

01.04.2015 Pressemeldung Ministerium für Schule und Berufsbildung des Landes Schleswig-Holstein

Der Trend zum Gymnasium sei - wie schon im Vorjahr - auch aktuell zu erkennen: 195 Aufnahmen mehr als im Vorjahr an den Gymnasien des Landes Schleswig-Holstein (2014: 10.053/2015: 10.248), die Gemeinschaftsschulen mit Oberstufen haben 210 Aufnahmen weniger als im Vorjahr (2014: 4.279/2015: 4.069), die Gemeinschaftsschulen ohne Oberstufe 798 weniger (2014: 9.378/2015: 8.580).

Gymnasien:

Regional sei aus den Anmeldezahlen bei den Gymnasien kein einheitlicher Trend erkennbar. So seien in Kiel und in den Kreisen Nordfriesland, Pinneberg, Schleswig-Flensburg und Steinburg die Anmeldezahlen gegenüber dem Vorjahr gesunken; in Flensburg und den Kreisen Stormarn, Dithmarschen, Herzogtum Lauenburg, Rendsburg-Eckernförde und Segeberg seien die Anmeldezahlen gegenüber dem Vorjahr hingegen leicht gestiegen. In Lübeck, Neumünster und in den Kreisen Plön und Ostholstein gebe es einen deutlichen Anstieg gegenüber dem Vorjahr. Nur an einem der 16 Standorte mit neu gegründeten Gemeinschaftsschulen mit Oberstufe sei die Anmeldezahl am benachbarten Gymnasium gesunken.

Im Vergleich der G8- und G9-Schulen sei kein Trend erkennbar, heißt es weiter: G8- und G9-Gymnasien verzeichneten regional sehr unterschiedliche Entwicklungen; so gebe es z. B. an den beiden Standorten im Land mit je einem G8- und einem G9-Gymnasium - Schleswig und Eutin - Zuwächse beim G9-Gymnasium und einen Rückgang bei den Anmeldungen für G8 in Schleswig, während in Eutin das G9-Gymnasium Verluste verzeichne und das G8-Gymnasium sich über gestiegene Anmeldezahlen freue.

Gemeinschaftsschulen mit Oberstufen:

Auch für die 41 Gemeinschaftsschulen mit Oberstufe in Schleswig-Holstein lasse sich kein landesweit einheitliches Bild zeichnen: Insgesamt mache sich die Demografie mit 210 weniger Aufnahmen als im Vorjahr an den Gemeinschaftsschulen mit Oberstufe zwar geringfügig bemerkbar, jedoch hätten etwa die Hälfte der Gemeinschaftsschulen mit Oberstufe ihre Aufnahmezahlen aus den vorangegangenen Jahren halten oder zum Teil auch vergrößern können, sofern ihre Aufnahmekapazität nicht von vornherein begrenzt war. Die für das kommende Schuljahr durch den Wegfall der Schulübergangsempfehlungen greifende freie Schulwahl habe an den Gemeinschaftsschulen mit Oberstufe offenbar zu keinen signifikanten Veränderungen der Aufnahmezahlen im Vergleich zum Vorjahr geführt, heißt es. Die Gesamtzahl der Schülerinnen und Schüler an Gemeinschaftsschulen mit Oberstufe steige trotz der leicht rückläufigen Aufnahmezahlen für die 5. Jahrgänge allerdings durch die steigende Zahl von Schülerinnen und Schülern an Oberstufen: Die Gemeinschaftsschulen mit Oberstufe seien eine wachsende Schulart.

Gemeinschaftsschulen ohne Oberstufen:

Der demografische Wandel zeige sich am stärksten bei den Gemeinschaftsschulen ohne Oberstufe. Dabei gebe es nach Angaben des Ministeriums die stärksten Rückgänge in den Kreisen Herzogtum Lauenburg und Segeberg sowie in den Städten Neumünster und Flensburg. Aber auch andere Kreise und kreisfreie Städte verzeichneten weniger Anmeldungen als im Vorjahr. Nur die Kreise Steinburg und Stormarn erreichten einen leichten Anstieg der Anmeldezahlen. Im städtischen Kontext weise Kiel eine deutliche Steigerung der Schülerzahlen auf.

Insgesamt stellt das Ministerium für Schule und Berufsbildung fest, dass die sehr deutlichen Veränderungen der Anmeldezahlen an einzelnen Schulen von einem zum nächsten Jahr merklich zunähmen. Dies liege sicherlich auch an der freien Schulwahl in Schleswig-Holstein, die die Eltern zunehmend wahrnähmen, heißt es im Bildungsministerium.


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