Abschiebung statt Integration

(bikl.de) Das Abschieben von Kindern aus armen Familien und Migranten-Familien in Sonderschulen hat der Bundesvorsitzende des Verbands Bildung und Erziehung (VBE), Ludwig Eckinger scharf kritisiert. "Trotz eines bundesweiten Rückgangs der Schülerzahlen steigt die Besuchsquote an Sonderschulen mit dem Förderschwerpunkt Lernen an", sagte Eckinger laut ntv.

10.09.2007 Artikel

Über die Hälfte der Sonderschüler sei diesem Förderschwerpunkt zugeordnet. "Zwei Drittel dieser Schülergruppe sind Jungen und Migrantenkinder. Da müssen doch endlich die Alarmglocken schrillen, denn mehr als jeder zweite Absolvent der Sonderschulklassen mit Förderschwerpunkt Lernen schafft keinen Abschluss", wird der VBE-Vorsitzende in dem Nachrichtensender zitiert.

Es dürfe nicht sein, dass im Wege der Ermittlung sonderpädagogischen Förderbedarfs insbesondere Schüler aus bildungsfernen Familien oder mit Migrationshintergrund aus den allgemeinen Schulen wegdelegiert würden, so Eckinger. Die Kultusministerkonferenz empfehle zwar seit 1994 auch die integrierte sonderpädagogische Förderung, aber nur jeder achte Schüler mit sonderpädagogischer Förderung habe eine allgemeine Schule besucht, rechnete Eckinger vor.

Die Politik verweigere den allgemeinen Schulen entsprechende Rahmenbedingungen, kritisierte der VBE-Vorsitzende. Notwendig seien kleinere Klassen, Lehrer für Einzelarbeit und Schulsozialarbeit als normales Angebot.


Weiterführende Links

  • ntv: Schüler werden "wegdelegiert"

Schlagworte

Keine Kommentare vorhanden

Sie sind derzeit nicht angemeldet. Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich vorab bei uns registrieren. Alternativ können Sie sich über Ihren Facebook-Account anmelden.
Anmelden