Ahnen: Erfolgreiches Grundschul-Hochbegabtenprojekt "Entdeckertag" wird ausgeweitet

Das im Schuljahr 2004/2005 gestartete Projekt "Entdecken und Fördern hochbegabter Kinder in der Grundschule", das mit einem wöchentlichen "Entdeckertag" inzwischen an fünf Grundschul-Standorten sehr erfolgreich hochbegabte Kinder fördert, wird in den kommenden drei Schuljahren um sieben weitere Grundschulen ergänzt. Das kündigte Bildungsministerin Doris Ahnen heute in einem Pressegespräch in Mainz an und ergänzte: "Zum kommenden Schuljahr wird die Ludwig-Schwamb-Grundschule in Mainz zum Kreis der Entdeckertag-Schulen hinzustoßen. Damit wird das Angebot in der Hochbegabtenförderung in der Landeshauptstadt, das bereits seit 2004 mit der Schule für Hochbegabtenförderung / Internationale Schule am Gymnasium Gonsenheim besteht, weiter ausgebaut." Fest eingeplant seien für das Schuljahr 2009/2010 Entdeckertag-Grundschulen in Kaiserslautern und Koblenz, in Rheinhessen sowie – wenn möglich – bereits auch in Trier. Im Schuljahr 2010/2011 sollten dann zwei weitere Standorte für Entdeckertag-Schulen hinzukommen.

01.04.2008 Rheinland-Pfalz Pressemeldung Ministerium für Bildung, Wissenschaft, Jugend und Kultur, Rheinland-Pfalz

Neben der Pilot-Entdeckertag-Grundschule in Zweibrücken-Mittelbach machen im laufenden Schuljahr die Grundschulen Forster Kirchspiel in Brohl und St. Sebastianus in Ellenz-Poltersdorf, die gemeinsam eine Entdeckertag-Schule mit zwei Standorten bilden, sowie die Grundschule Niederbrombach und die Dr. Albert-Finck-Grundschule in Neustadt an der Weinstraße insgesamt mehr als 150 in einem Auswahlverfahren ermittelten hochbegabten Schülerinnen und Schülern spezielle Angebote. Im Einzugsbereich der fünf Standorte von "Entdeckertagen" liegen insgesamt etwa 100 Grundschulen und etwa genauso viele Kindertagesstätten. Die hochbegabten Kinder, die an den Entdeckertagen teilnehmen, beschäftigen sich jeweils an einem Tag in der Woche mit Themen, die vor allem durch unterschiedliche Formen selbst gesteuerten Lernens zusätzliche Wissensinhalte und weiterführende Lern- und Denkstrategien vermitteln. Sie nehmen aber auch an Angeboten teil, die das soziale Miteinander stärken. Mit einem Anteil von 40 Prozent sind in den Entdeckertag-Schulen Mädchen deutlich stärker vertreten als dies bislang in Hochbegabten-Förderprojekten für ältere Kinder und Jugendliche der Fall war.

Bildungsministerin Doris Ahnen unterstrich, das Konzept des "Entdeckertags" verknüpfe das zusätzliche Angebot für die spezielle Gruppe hochbegabter Kinder mit dem integrativen Ansatz des Lernens in der vertrauten Altersgruppe und Klassengemeinschaft. "Wir wollen erreichen, dass zum einen die als hochbegabt erkannten Kinder gezielt und zusätzlich gefördert werden, dass aber zugleich die gesamte reguläre Stammklasse des einzelnen hochbegabten Kindes von dem Zusatzangebot profitiert. Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer des ,Entdeckertags´ nehmen daher so genannte Aufgabenpakete mit in ihre eigentlichen Klassen in den Stammschulen und bearbeiten die Themen dort – gemeinsam mit ihren dortigen Klassenkameradinnen und Klassenkameraden – im Unterricht weiter. Damit soll auch die Kooperation zwischen den Lehrerinnen und Lehrern der Stammschulen und den Lehrkräften in der Entdeckertag-Schule gefördert werden", sagte Doris Ahnen. Das Identifizieren hochbegabter Kinder und deren Förderung wirkten zudem in der Zusammenarbeit zwischen Kindertagesstätten und Grundschulen als ein weiteres Bindeglied.

Dass die Wirkung der "Entdeckertage" weit über die eigentliche Entdeckertag-Schule hinausreicht, betonten die Schulleiter der Grundschulen in Zweibrücken-Mittelbach, Michael Schmidt, und in Niederbrombach, André Scherer. Michael Schmidt, der als Verantwortlicher für den Entdeckertag mit den meisten Erfahrungen landesweit immer wieder ein gefragter Ansprechpartner ist, betonte, die Integration des Hochbegabtenförderprojekts in die allgemeine landesweite Qualitätsentwicklung der Grundschule sei sehr positiv verlaufen. Eine Reihe von Grundschulen versuchten bereits Elemente des Entdeckertag-Konzepts in die eigene Arbeit zu übernehmen. Sehr ausgeprägt sei auch das Interesse an dem Konzept bei den Grundschullehrkräften, wie die starke Resonanz auf die zahlreichen Fortbildungen zeige. André Scherer, dessen Grundschule seit diesem Schuljahr Entdeckertag-Schule ist, hob besonders die große Akzeptanz bei den Eltern hervor und betonte, das Interesse an einer Teilnahme am Entdeckertag im weiteren Umfeld der Grundschule Niederbrombach sei auch für das kommende Schuljahr erfreulich hoch. Als äußerst fruchtbar für den Entdeckertag in seiner Schule erweise sich dabei die hervorragende Zusammenarbeit mit dem Umweltcampus Birkenfeld der Fachhochschule Trier, betonte Scherer. Die Entdeckertag-Grundschule in Mainz, so kündigte der Schulleiter der Ludwig-Schwamb-Schule, Oliver Burg, an, werde das eigene Angebot auch im Kontakt mit der Schule für Hochbegabtenförderung / Internationalen Schule am Gymnasium Gonsenheim, mit den Hochschulen und Gymnasien in der Landeshauptstadt auf- und ausbauen. Er wolle zudem weiter engen Kontakt mit den bereits vorhandenen Entdeckertag-Grundschulen halten, da von dem gegenseitigen Erfahrungsaustausch alle profitieren könnten.


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