Ballonaktion am 23.4.2012 an Hamburger Schulen: Inklusion braucht mehr!
Tausende von roten Ballons über Hamburg setzen ein Zeichen für die Sorgen und Ängste der Hamburger Eltern bei der Umsetzung der Inklusionsstrategie des Schulsenators Ties Rabe.
23.04.2012 Pressemeldung bildungsverbesserer.dePünktlich um fünf vor zwölf steigen sie in die Luft. Es sind tausende rote Ballons, jeder Ballon von einem Grundschüler oder einer Grundschülerin in die Luft gelassen. Fünf vor zwölf, so finden es deren Eltern, ist es für die Feinsteuerung der inklusiven Beschulung an Hamburgs Schulen. Die Eltern sorgen sich ebenso wie viele Schulleitungen, dass für Inklusion zwar viel Anlauf genommen wurde, doch jetzt zu kurz gesprungen wird.
Es sind viele IR-Schulen, die sich an der Aktion beteiligen, Schulen, die als integrative Regelschulen bereits umfassende Erfahrungen in gelingender Inklusion gesammelt haben. Doch es treibt sie nicht die Angst um, dass ihnen jetzt Ressourcen gekürzt werden, die sie bisher für ihre Integrationsarbeit zusätzlich hatten und die nun auf alle Schulen umverteilt werden sollen.
Inklusion kann nur gelingen, falls alle Schulen mitmachen und alle Schulen eine entsprechende Ausstattung haben. Was sie jedoch umtreibt, ist die Befürchtung, dass wichtige Kooperationsformen nicht berücksichtigt werden. Inklusion benötigt das, was die Bezeichnung ´Professionenmix` oder ´multiprofessionelle Teams` trägt. Lehrer, Sonderpädagogen, Sozialpädagogen, Logopäden, Ergotherapeuten und viele Fachleute mehr, bilden ein gemeinsames Team, das in enger Verzahnung jedes einzelne Kind in den Blick nimmt und dabei nicht zuletzt auch mit den Sorgeberechtigten und den jeweiligen Fachbehörden eng zusammenarbeitet.
Doch für diese Zusammenarbeit benötigen sie auch umfassende Kooperationszeiten, die in dem aktuellen Inklusionskonzept nicht ausreichend berücksichtigt sind. Es wird keinem Kind gerecht, wenn der Austausch über die verschiedenen Beobachtungen auf dem Schulflur in der 5-Minuten-Pause vorgenommen wird oder ein Notizzettel im Lehrerfach liegt. Es werden regelhafte Formen des inhaltlichen Austauschs benötigt und Zeiten für Einzellfallkonferenzen.
Ja, Inklusion ist wohl nicht gratis zu erhalten, doch der Gewinn, der dadurch erzielt werden kann ist um ein Vielfaches höher. Jedes Kind wird im Rahmen seiner Möglichkeiten bestmöglich gefördert und damit befähigt, an der Gesellschaft teilzuhaben. Daraus resultiert nicht zuletzt auch ein erheblicher wirtschaftlicher Nutzen. Doch solange die Kosten einer Behörde nicht mit dem Nutzen einer anderen aufgerechnet werden können, wird wohl wieder am falschen Ende gespart werden. Ist es wirklich noch fünf vor zwölf oder ist es vielleicht schon später? Das werden wohlauch die Verhandlungen im Schulausschuss am 24. April zeigen.
Schulen, die an der Ballonaktion teilgenommen haben:
Schule Surenland
Bramfelder Weg 121
22159 Hamburg
Tel.: 040-5330440
Fridtjof Nansen Schule
Standort: Fahrenort 76
22547 Hamburg
Standort: Swatten Weg 10
22547 Hamburg
Tel:040/ 84 05 16 30
Tel:040/ 84 07 09 0
Stadtteilschule Am Heidberg
Tangstedter Landstraße 300
22417 Hamburg
Tel: 040 / 428 892 - 101
Schule Öjendorfer Damm
22043 Hamburg
Öjendorfer Damm 8
Telefon 040/670 48 53
Integrative Grundschule Grumbrechtstraße
Grumbrechtstraße 63
D-21075 Hamburg
Telefon:040-791 88 110
Schule Lange Striepen
Lange Striepen 51
21147 Hamburg
Tel. 040 / 797 19 80
Ganztagssschule Am Johannisland
Am Johannisland 4
Tel. 040-42 88 84 30
Schule Ohrnsweg
Ohrnsweg 52
21149 Hamburg
Telefon 040 / 70 20 60 - 0
Ansprechpartner:
Edmund Welter
Fischbeker Moor 1c
21149 Hamburg
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